Olympiastadion für Anspruchsvolle

Wenige Monate vor Eröffnung der Olympischen Spiele in China (8. bis 24. August 2008) liegen die geplanten Bauvorhaben gut im Zeitplan.  Während viele Bagger, Radlader und Kipper von den sechs Austragungsorten bereits abgezogen wurden, fahren Autobetonpumpen immer noch zu ihren „olympischen Einsätzen“.

Wie immer vor großen Sportereignissen sind auch in China acht Monate vor Eröffnung der Spiele viele Stadien im Rohbau (fast) fertig gestellt, am Innenausbau und an der Infrastruktur wird jedoch noch mit Nachdruck gearbeitet. „Beijing ist sicherlich viel weiter, als es Athen 500 Tage vor der Eröffnung gewesen ist,“ verglich die schwedische IOC-Vizepräsidentin Gunilla Lindberg bereits Ende März 2007 den Stand der Arbeiten mit dem vormaligen Gastgeber der Olympischen Sommerspiele. Neben der chinesischen Hauptstadt sind Shanghai, Hongkong, Qingdao, Qinhuangdao, Tianjin und Shenyang ebenfalls als Spielstätten der Olympiade 2008 ausgewählt worden.

In Shenyang, der Hauptstadt der nordöstlichen Provinz Liaoning, wird für 350 Mio. Yuan (ca. 34 Mio. Euro) eine neue, architektonisch sehr anspruchsvolle Fußballarena mit 70.000 Sitzplätzen errichtet. Die moderne Sportstätte ersetzt das 16 Jahre alte Wulihe-Stadion. Die Bevölkerung freut sich bereits heute auf die Fußballspiele. Denn seit im Jahre 2001 hier die chinesische Nationalmannschaft mit einem Sieg in die Endrunde des World Cups einziehen konnte, gilt das Stadion von Shenyang als Glücksort für die Fußballer der Volksrepublik.

Für den Bau des neuen Wulihe-Stadions zeichnet das Unternehmen China No.1 Construction Bureau (Group) Co.Ltd. verantwortlich. Die Arbeiten begannen Anfang März 2006, die Fertigstellung ist für Ende April 2008 vorgesehen. Im August 2006 wurden erstmals die Betonarbeiten aufgenommen. Innerhalb von fünf Monaten hatte Betonhauptlieferant Liaoning Tai Chen Concrete Co. Ltd. mehr als 60.000 m³ Frischbeton geliefert. Aufgrund des engen Zeitplans setzt Tai Chen auf der Baustelle alle seine drei Putzmeister-Autobetonpumpen des Typs BSF 42-4.14 H ein. Insgesamt rechnet man beim neuen Stadion mit einem Volumen von etwa 100.000 m³ Beton.

Mehr als 1.000 Betonpfeiler tragen das Stadion

Zu den zahlreichen Bauteilen aus Frischbeton zählen beispielsweise die über 1.000 Stützpfeiler von jeweils mehr als einem Meter Durchmesser, die 16 m tief ins Erdreich reichen. Sie stützen sich wiederum auf zylindrischen Fundamenten ab, die einen Querschnitt von mindestens vier Meter aufweisen.

Im Stadion von Shenyang werden aber auch noch größere Bauteile betoniert. Beispielsweise die vier massiven Sockel, die die tragende Stahlkonstruktion stützen, und die später mit Erde bedeckt sind. Um Rissbildung im Bauteil durch einen unkontrollierten Anstieg der Hydratationswärme zu vermeiden, verlegt Betonhersteller TaiCheng Rohrleitungen in die mächtigen Betonfassungen, durch die während und nach der Betonage Kühlwasser zirkuliert. Beim Pumpen wird vor allem darauf geachtet, das der Betoneinbau nicht zu schnell erfolgt und in mehreren Lagen aufgetragen wurde. Vor der nächsten Betonage werden die Fugen mit einem Spezialmörtel verfüllt. Mehrere Tage nach Ende des Betoneinbaus lässt man das Kühlwasser wieder aus den Leitungen, - die Rohren verbleiben jedoch im Betonsockel und dienen später zur Verstärkung der Armierung.

Geheizte Hallen halten Betonpumpen und Zuschläge auf Temperatur

Während der Wintermonate ist auf der Olympia-Baustelle von Shenyang bei den Betonagen das Problem der gleichmäßigen Wärmeentwicklung ebenfalls akut. Bereits im Dezember sinken die Außentemperaturen auf  -12° C. Im Norden Chinas haben sich die Betreiber von Betonmischanlagen  darauf jedoch längst eingestellt, - auch Liaoning Tai Chen Concrete Co. Ltd. So gehören zur Mischanlage von Tai Cheng eine 2.000 m² große Halle mit Fußbodenheizung. In dem beheizten Gebäude werden auch die Fahrmischer und Betonpumpen untergestellt, wenn sie sich einmal nicht auf den Baustellen befinden. Dadurch verläuft die Aufwärmphase der Maschinen wesentlich schonender und schneller.

Putzmeister in China

Übrigens – Putzmeister feiert 2008 sein 50-jähriges Firmenjubiläum. Auf dem chinesischen Markt ist das Unternehmen seit den frühen 80er Jahren aktiv, beispielsweise durch Händler sowie mehrere Lizenz- und Kooperationsabkommen mit lokalen Partnern, - seit 1995 auch mit einer eigenen Tochterfirma in Shanghai. Die chinesische Putzmeister-Tochtergesellschaft ist ausgelegt für eine Jahresproduktion u.a. von 500 Autobetonpumpen und 500 stationäre Betonpumpen.

www.pmw.de

Das neue Wulihe-Stadion in Shenyang
Das neue Wulihe-Stadion in Shenyang
Betonierarbeiten am Wulihe-Stadion
Betonierarbeiten am Wulihe-Stadion.