In Sachen Staub vorbildlich

Obernkirchener Sandsteinbrüche GmbH erhält erste Prämie für vorbildliche Entstaubungsmaßnahmen

Am 17. Dezember 2007 erhielt die Obernkirchener Sandsteinbrüche GmbH eine Prämie in der Prämiengruppe VII „Umsetzung erfolgreicher Maßnahmen zur Staub- und Lärmprävention“ der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft für den Aspekt „Grenzwertunterschreitung“. Hiermit wurde erstmalig einem Mitgliedsunternehmen eine Prämie in dieser Kategorie zuerkannt und damit dessen vorbildliche Entstaubungsmaßnahmen in den Fertigungsstätten bestätigt.

Als mittelständisches Familienunternehmen beschäftigt die Obernkirchener Sandsteinbrüche GmbH ca. 50 Mitarbeiter im eigenen Steinbruch, in der Steinbearbeitung und -verarbeitung und in der Verwaltung.

Das über die Landesgrenzen hinaus tätige Unternehmen ist  Lieferant für kleinformatige Pflaster- und Mauersteine, großformatige Fassadenplatten und Konstruktionselemente für den Innen- und Außenbereich sowie darüber hinaus spezialisiert auf künstlerisch gestaltete Restaurationsarbeiten mit dem begehrten Obernkirchener Sandstein.

In früher Erkenntnis der vom Quarzfeinstaub ausgehenden Gesundheitsgefahren wurden bereits Anfang der 50er Jahre die Steinmetzarbeitsplätze mit Entstaubungsanlagen ausgestattet. Die fortschreitende Verbesserung der Entstaubungstechnik wurde in den folgenden Jahren konsequent genutzt und auch an den übrigen staubexponierten Arbeitsplätzen umgesetzt.

Dem Unternehmen kann somit heute auf der Basis des  „Experten-Gutachtens“ einer unabhängigen Stelle die nachhaltig sichere Einhaltung der aktuell heranzuziehenden Staubgrenzwerte bestätigt werden.

Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang das Engagement des Geschäftsinhabers Klaus Köster in den Selbstverwaltungsgremien der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft und im Deutschen Natursteinverband. Köster setzt sich dort unermüdlich für die Belange des Arbeits- und Gesundheitsschutzes ein, insbesondere für die Bekämpfung der Silikose.

Im Rahmen einer kleinen  Feierstunde wurde dem Geschäftsinhaber Klaus Köster im Beisein der Herren Blättgen (kaufmännischer Geschäftsführer) und Wibbelhoff (Sicherheitsfachkraft des Unternehmens) vom zuständigen Technischen Aufsichtbeamten Heiko Nuß eine Ehrenurkunde überreicht. Die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft gratuliert dem Unternehmen zum erreichten vorbildlichen Stand in Sachen Staubbekämpfung und bedankt sich für das wegweisende Engagement für den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. 

Dipl.-Ing. Kurt Kolmsee, StBG

Überreichung der Ehrenurkunde: Heiko Nuß (StBG), Klaus Köster, Heinz Wibbelhoff (von li. nach re.)
Überreichung der Ehrenurkunde: Heiko Nuß (StBG), Klaus Köster, Heinz Wibbelhoff (von li. nach re.)

Worum geht es in der Prämiengruppe VII „Umsetzung erfolgreicher Maßnahmen zur Staubprävention?“

Zielsetzung ist vornehmlich, die Staubexposition der Beschäftigten an dauerhaft besetzten Arbeitsplätzen so weit herabzusetzen, dass mindestens die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte nachhaltig sicher eingehalten werden. Soweit der Stand der Technik eine weiterreichende Unterschreitung der Grenzwerte ermöglicht, wird hierdurch die Zielvorgabe bestimmt. Dasselbe gilt für den Fall, dass auch bei Erreichen des Standes der Technik die Grenzwerte nicht eingehalten werden können. Dabei sollen Arbeitsplätze und Tätigkeiten bevorzugt berücksichtigt werden, die einer hohen Staubbelastung unterliegen und/oder die hinsichtlich des Entstehens einer Berufskrankheit mit einem besonders hohem Gesundheitsrisiko verbunden sind.

Ausgangspunkt für die Durchführung erfolgversprechender Maßnahmen zur dauerhaften Verbesserung der Staubsituation ist in der Regel ein „Experten-Gutachten“, in welchem die betriebsspezifischen Staubverhältnisse analysiert werden. Die Umsetzung der in einem solchen Gutachten ausgewiesenen Verbesserungsmaßnahmen sowie die Aufwendungen für das Gutachten selbst werden von der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft in einem festgelegten Umfang gefördert.

Die Prämie wird auf die tatsächlich am Arbeitsplatz oder bei ihrer Tätigkeit staubexponierten Beschäftigten bezogen. Nach entsprechender Absprache ist hierbei die Untergliederung eines Betriebes in Teilbereiche, die diese Anforderungen erfüllen, ebenso möglich wie die Betrachtung von Einzelfall-Lösungen.

Das Gutachten zur Beschreibung der betriebsspezifischen Staubsituation und daraus abgeleiteter Maßnahmen soll insbesondere folgende Fragestellungen beantworten:

Unabhängig von dieser Bewertung der Gesamtsituation können auch Einzelmaßnahmen prämiert werden.

Sind auch Sie an einer Prämie für die Umsetzung erfolgreicher Maßnahmen in Ihrem Unternehmen interessiert? Weitere Informationen und eine Anmeldemöglichkeit finden Sie unter www.stbg.de/praemie. Der zuständige Präventionsmitarbeiter der StBG berät Sie gerne.