MTS: Differentielle Siloverwiegung für eine Altasphalt-Recyclinganlage

In einer Asphaltmischanlage in der Nähe von Paderborn wird neben der Herstellung des Neuasphalts zusätzlich eine Recyclinganlage für die Aufbereitung von alten abgetragenen Straßendecken betrieben.

Seitens der Straßenbauämter wird der Einbau von gebrochenem und zerkleinertem Asphaltaufbruch als Tragschicht nur zugelassen, wenn eine Kontamination des Erdreiches ausgeschlossen werden kann. Hierzu werden die zu einem Granulat gebrochenen Asphaltschollen mit Spezialzement umhüllt. Die Zuförderung des vorzerkleinerten Aufbruchs in einem Durchlaufmischer erfolgt über ein klassisches Förderband. Die Zudosierung des Spezialzements wird direkt über die am Zementsilo angeflanschte Rohrförderschnecke realisiert.

Das Dosierproblem

Bis jetzt stand dem Mischmeister kein Wäge- und Dosiersystem zur Verfügung, dass eine zuverlässige und genaue Kontrolle des durchgesetzten Aufbruchs sowie der zudosierten Mengen an Zement erlaubte. Deshalb entsprachen trotz der Routine des Mischmeisters die Mischungsverhältnisse zwischen Asphaltgranulat und zugesetztem Spezialzement nicht den Vorgaben. Zeitaufwendiges Nachmischen war die Folge.

Zudem war ohne Verladung der Fertigmischung auf einen Lkw und Verwiegung über die betriebseigene Brückenwaage eine genaue Aussage über die Menge der hergestellten Charge unmöglich.

MTS Differentialwaage und Förderbandwaage EBW 10 

Die MTS-Ingenieure unterbreiteten dem Kunden folgenden, technisch anspruchsvollen, jedoch kostengünstigen und einfach zu realisierenden Lösungsvorschlag:

Um die aktuell zugeförderte Menge an Asphaltgranulat zu erfassen, wird das Förderband mit einer MTS-Einbauförderbandwaage Typ EBW 10 ausgestattet. Die Auswertung des Gewichtswertes und der Bandgeschwindigkeit erfolgt über die MTS-Elektronik Typ EBW 100. Die Waage stellt den aktuellen Ist-Wert als 4 - 20 mA-Signal sowie einen externen Zählerkontakt zur Weiterverarbeitung der Messdaten zur Verfügung.

Die Durchsatzermittlung des zugesetzten Zements erfolgt über eine hochpräzise Wägezellenlösung. Das einfach anzuhebende Lagersilo wird mit vier Wägezellenmodulen Typ Vishay Tedea 4158 in C3-Qualität ausgestattet. Die Module erlauben neben der genauen Wiegung gleichzeitig die mechanische Fixierung der Silokonstruktion ohne zusätzliche Lenker und Fesseln. Die Aufnahme der Schneckendrehzahl wird hierbei über einen inkrementalen Drehgeber realisiert, der auf der Schneckenwelle aufgeflanscht wird.

Die Auswertung der Wägezellensignale und der Schneckendrehzahl wird über eine Differentialelektronik Typ Jesma WC 9604 realisiert. Das System erfasst nicht nur den reinen Siloinhalt, sondern auch die über die Dosierschnecke ausgetragene Menge an Spezialzement in kg/Stunde.

Der interne Regler des WC 9604 Systems vergleicht weiterhin das aktuelle Durchsatzsignal der Förderbandwaage mit dem Eingabe-Sollwert des Mischungsverhältnisses an Granulat und Spezialzement. Verändert sich die Förderleistung des Granulatbandes, wird automatisch die Drehzahl der Zementschnecke über einen Frequenzumrichter angepasst und das vorgegebene Mischverhältnis so konstant gehalten.

Realisierung des Dosiersystems mit zusätzlicher Protokollierung

Entsprechend dem ausgearbeiteten Lösungsvorschlag erfolgte die Umsetzung, wobei neben den wägetechnischen Komponenten auch die komplette Steuerungstechnik durch die MTS Techniker vorbereitet und installiert wurde.

Auf Wunsch des Kunden wurde zusätzlich eine Protokollierung mittels Druckersystem eingerichtet. Da von verschiedenen Auswertesystemen die Messergebnisse auf einen Ausdruck zusammengefasst werden sollen, kam eine SPS zum Einsatz. Neben der Ansteuerung des Druckers stehen die Messergebnisse jetzt auch über eine Profibus DP Schnittstelle zur späteren Anbindung an ein PLC zur Verfügung. Mit geringem personellem, zeitlichem und finanziellem Aufwand konnte somit die bestehende Aufbereitungsanlage auf ein modernes und rentables System aufgerüstet werden. Für jede hergestellte Charge steht jetzt ein ein Qualitätsnachweis zur Verfügung.

www.mts-systems.de

Siloverwiegung an der Altasphalt-Recyclinganlage
Siloverwiegung an der Altasphalt-Recyclinganlage