Gemeinsam Brech- und Siebkraft mobilisieren

Roadshow der BUVG – Wertschöpfung für Kieswerke frei Haus

Ungewöhnliche Ideen verwandeln auch Massenkies in marktgängige Korngrößen. Mit einem anhängermobilen Vertikalbrecher von Sandvik und einem Zweideck-Mobilsieb von Fintec ging die BUVG von Grenchen aus auf Tournee. Im Kieswerk Aadorf bei Frauenfeld in der Schweiz bewies ihr mobiles Duo erstmals, wie man einfach und schnell grobkörnige Kieshalden in wertvolles Siebgut verwandeln kann.

Seit über 60 Jahren arbeitet die Kieswerk Aadorf AG im schweizerischen Kanton Thurgau als Zulieferer der regionalen Bauwirtschaft. Derzeit gewinnt der Kiesbetrieb seinen Rohstoff in einer nahe gelegenen Grube mit zwei Hektar offener Fläche. Abgebaut wird das Material – typisch für diese Region – direkt ab Wand per Radlader. Die Gewinnungs- und Umschlagmaschine verlädt Rohkies auf ein 500 m langes Überlandband, das den Rohstoff zur Aufbereitung ins Werk befördert. Knapp die Hälfte des Rohmaterials wird für die firmeneigene Betonmischanlage in sieben normgerechte Kiesfraktionen abgesiebt und vorgehalten.

Die Produkte aus der stationären Anlage (vier Fraktionen Brechsand, Splitte und Schotter) liefert das Kieswerk Aadorf großteils an drei Asphaltmischwerke in der Umgebung. Allerdings ist die Aufbereitungsanlage mit nur einer Prallmühle nicht flexibel genug, um schnell besondere Kundenwünsche zu erfüllen oder den reichlich verfügbaren Rundkies 16/32 von der Halde abzurufen und zu marktgängigen Produkten herunterzubrechen. „Früher war diese Kiesfraktion ein klassischer Betonzuschlag“, beschreibt Kurt Heider, Geschäftsführer und Hauptaktionär der Kieswerk Aadorf AG, sein Absatzproblem: „Heute dagegen verlangen die Baumeister leichter verarbeitbaren Beton mit feinerem Zuschlag der Körnung 8/16. Mit der Überschuss-Fraktion 16/32 erwirtschaften wir keine vernünftigen Preise mehr.“

„Genau dieses Problem haben zahlreiche Schweizer Kiesbetriebe“, weiß auch Lorenz Biedermann, Betriebsleiter der Biedermann Unterhaltungs- und Vertriebs GmbH (BUVG) in Grenchen. Er ist Händler und Servicebetrieb für Produkte von Sandvik Rock Processing und  Generalimporteur in der Schweiz und Liechtenstein für mobile Brech- und Siebanlagen des nordirischen Herstellers Fintec.

Biedermann brachte zur Miete einen mobilen Sandvik Vertikalbrecher und ein Zweideck-Mobilsieb Fintec 542 ins Kieswerk Aadorf. Die anhängermobile Brechanlage – eine Eigenkonstruktion der BUVG – besteht aus einem Vertikalbrecher Sandvik Merlin-VSI RP 106, fest montiert auf einem Tieflader-Fahrgestell mit 18 Tonnen Anhängelast.

Der Vertikal-Rotorbrecher von Sandvik kann als Sekundärbrecher oder als Kubizierer eingesetzt werden. Sein Hurricane-Rotor schleudert das Aufgabematerial mit hoher Geschwindigkeit in die mit Stein ausgekleidete Brechkammer. So trifft Material auf Material – das bringt hohe Leistung und saubere Kornform bei geringem Verschleiss.

Aber schon vorher sorgt ein sechseckiger Aufgabetrichter für hohe Aufgabe- und Brechleistung. Von hier aus kann ein weiterer Materialstrom über das Bi-Flow-System gewissermaßen am Rotor vorbei in die Brechkammer geleitet werden – genau entgegen dem Materialstrom vom Hurricane-Rotor. Das erhöht die Brechleistung ohne zusätzliche Energiezufuhr, bringt also geringere Betriebskosten. Lorenz Biedermann: „Unser Trailerbrecher schlägt noch mehr Fliegen mit seinem Horizontalrotor: Er beweist Rohstoffbetrieben zugleich die Vorteile mobiler Aufbereitung und wirtschaftlicher Lohnbrecherei.“

Kurt Heider war nach dem Mieteinsatz mit dem Ergebnis zufrieden. Anfang Oktober zerkleinerte er rund 1.500 m³ Grobkies mit dem Sandvik-Fintec-Gespann. Nun können die Brech- und Siebprodukte wertschöpfend vermarktet werden. „Für exakte Sieblinien sorgte dabei natürlich das Fintec-Mobilsieb 542“, ergänzt Lorenz Biedermann.

Auch in den Nachbarländern überzeugt der schweizerische Sandvik- und Fintec-Händler BUVG mit der Präzision und Durchsatzleistung seines Sandvik-Trailerbrechers. Direkt nach dem Einsatz  im schweizerischen Kieswerk Aadorf wurde der Brecher für einen zweiwöchigen Folgeeinsatz zu einem großen Rohstoffbetrieb in Dortmund transportiert.

www.smc.sandvik.com/de

Mobilsieb
Zwei Wertkörnungen schafft das Mobilsieb Fintec 542: Ein Austragsband liefert Überkorn zum Vertikalbrecher zurück, die beiden anderen Haldenbänder tragen die Endkörnungen aus.
Der Aufgabebunker des Sandvik-Vertikalbrechers Merlin-VSI RP 106 wurde quer auf dem Traileraufbau angeordnet. Die Seitenwände sind klappbar, die Anhängerdeichsel ist darunter geschützt.
Der Aufgabebunker des Sandvik-Vertikalbrechers Merlin-VSI RP 106 wurde quer auf dem Traileraufbau angeordnet. Die Seitenwände sind klappbar, die Anhängerdeichsel ist darunter geschützt.