Spezialbetone in der Abwassertechnik und im Kraftwerksbau

Experten informierten und diskutierten beim Dyckerhoff Baustofftechniktag 2006 in Essen

Innovative Betone und Zemente, speziell für den Einsatz in der Abwassertechnik sowie im Kraftwerksbau, standen im Mittelpunkt des Dyckerhoff Baustofftechniktags 2006, der Ende Oktober in der Messe Essen stattfand. Den über 170 Teilnehmern aus Bauwirtschaft, Industrie, Verwaltung und Forschung wurde ein umfangreiches Vortragsprogramm geboten.

Wie Martin Möllmann, Direktor der Dyckerhoff AG und verantwortlich für das Produktmarketing des Wiesbadener Zementherstellers, zu Beginn der Veranstaltung ausführte, wurde die Ruhrgebietsmetropole Essen als Veranstaltungsort für den „Dyckerhoff Baustofftechniktag 2006“ ganz bewusst ausgewählt. Denn hier im mit 18 Millionen Menschen größten Ballungsraum Deutschlands spielen die Bereiche Energieversorgung und Abwasserentsorgung eine zentrale Rolle. Und damit zwei Bereiche, auf die sich auch Dyckerhoff im Rahmen seines in den letzten Jahren eingeleiteten Innovationsprozesses „Produkte 21“ ganz besonders konzentriert. 

Mikrodur-Technologie als Basis für Spezialprodukte

Basis für die Entwicklung von Spezialprodukten, wie den neuen Premiumzementen von Dyckerhoff, ist die Mikrodur-Technologie. Was sich genau dahinter verbirgt, dies zeigten in ihrem Eingangsreferat Dipl.-Ing. Thomas Deuse und Dr. Reinhard Winzer vom Produktmarketing der Dyckerhoff AG. Demnach führen gezielt ausgesteuerte Feinstzementkomponenten, also bewährte Bindemittel, zu Betonen mit einem besonders dichten Zementsteingefüge. Dies hat den enormen Vorteil, dass die daraus entstehenden Spezialprodukte stets Normzemente darstellen, die ohne eine neue Zulassung sofort einsetzbar sind. Beispiele hierfür sind die Dyckerhoff Premiumprodukte  „Veridur“ für starke Belastungen, „Velodur“ für schnelle Festigkeitsentwicklung oder „Variodur“ für hohen Widerstand gegen aggressive Medien. Dass solche Spezialprodukte für Dyckerhoff aber durchaus kein Neuland sind, dies machte Dr. Ditmar Hornung, Leiter der Dyckerhoff Bauberatung, bei seinen Ausführungen zu „60 Jahre Dyckerhoff Sulfadur – C3A freier Portlandzement“ deutlich.

Im Rahmen der Abwassertechnik spielt, so Dr. Josef Strunge und Dr. Marcus Paul vom Wilhelm Dyckerhoff Institut für Baustoffprüfungen, insbesondere die Dauerhaftigkeit zementärer Baustoffe eine entscheidende Rolle. Die bereits angesprochenen Gefügeveränderungen im Zementstein müssen hier so ausgestaltet werden, dass die Betone den mit der Beanspruchung von Abwasser verbundenen chemischen Angriffen, wie etwa einer Schwefelsäurekorrosion, standhalten. Dass dies mit den neuen Hochleistungsbetonen gelungen ist, zeigen die derzeit laufenden Feldstudien bei Schachtbauwerken und großformatigen Rohrkanälen sowie die Auslagerungsversuche im Abwassernetz, über die Dr.-Ing. Hussein Alawieh vom Lehrstuhl für Baustofftechnik an der Ruhr Universität Bochum bzw. Werner Schultz vom Beratungsbüro Nord/West der Dyckerhoff AG berichten konnten.

Positive Erfahrungen mit modernen Hochleistungsbetonen

Aber nicht nur im Bereich der Abwassertechnik, sondern auch auf dem Gebiet des Kraftwerksbaus sind die Erfahrungen mit Premiumzementen und Hochleistungsbetonen überaus positiv. Dies zeigten die Beiträge von Dipl.-Ing. Dieter Busch, lange Jahre bei RWE Power in Essen zuständig für Sonderbauwerke, und Dr. Roland Hüttl, Geschäftsführer der MPA Berlin-Brandenburg. Während Dieter Busch die Vorzüge eines Naturzugkühlers aus Hochleistungsbeton für Braunkohlekraftwerke aus der Sicht eines Bauherrn darstellte, informierte Dr. Hüttl über die umfangreichen Prüfprogramme und die verschiedenen Prüfverfahren, denen sich Betone für Naturzugkühler stellen müssen. Beide Vorträge endeten mit einem klaren Plädoyer für die neuen Hochleistungsbetone. Für deren Einsatz sprechen sowohl die damit verbundene Einsparung an Zement und Kunststoffbeschichtungen als auch ihr erhöhter Widerstand gegen chemische Angriffe.

Auch aus statisch-konstruktiver Sicht stellen Hochleistungsbetone eine optimale Lösung dar – so Dr.-Ing. Titus Klöker von der Bochumer Ingenieurgemeinschaft Zerna, Köpper & Partner. Zwar erfordere der Hochleistungsbeton einen Mehraufwand bei der Bewehrung sowie ein erweitertes Sicherheitskonzept bzw. in der Einführungsphase ein exaktes Bauwerksmonitoring. All dies schmälere die erkennbaren Vorzüge des Hochleistungsbetons jedoch nicht.

Dass der Erfolg eines solchen komplexen Bauwerks maßgeblich von einer offenen und konstruktiven Zusammenarbeit aller am Bau beteiligten abhängt, dies betonte auch Thomas Berger-Böcker vom Dyckerhoff Beton Service, der abschließend die umfangreichen Maßnahmen zur erfolgreichen Qualitätssicherung beim Naturzugkühler Neurath aufzeigte.

www.dyckerhoff.com

Gastgeber und Referenten beim Dyckerhoff Baustofftechniktag 2006 in der Messe Essen.
Gastgeber und Referenten beim Dyckerhoff Baustofftechniktag 2006 in der Messe Essen.