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[Die Industrie der Steine + Erden]






Macht das Arbeiten mit Zement krank?

Europäische Zementindustrie plant Studien zur Auswirkung von Zement

In den letzten Jahren war in Veröffentlichungen zu lesen, dass bei Bauarbeitern ein erhöhtes Risiko für bestimmte Krebserkrankungen bestehe. Vor allen Dingen sei ein erhöhtes Ausmaß an Kehlkopfkrebs festgestellt worden, das auf den Umgang mit Zement zurückzuführen sei. Trotz dieser prägnanten Aussagen konnte jedoch der tatsächliche Zusammenhang zwischen Zementstaubexposition und Krebserkrankung nicht eindeutig nachgewiesen werden. Die europäische Zementindustrie hat sich daher entschlossen, von sich aus mehrere parallel verlaufende Studien zu beauftragen, um möglichen gesundheitlichen Auswirkungen von Zementstaub nachzugehen.

Um die Auswirkungen von Zementstaub auf die menschliche Gesundheit zu untersuchen wäre es naheliegend, sich auf die Mitarbeiter in den Zementwerken zu konzentrieren. Allerdings zeigen bisherige Erfahrungen, dass das Arbeiten im Zementwerk nicht mit einem erhöhten Risiko verbunden ist, an Atemwegserkrankungen – gleich welcher Art – zu erkranken. Dennoch hat sich das Cembureau entschlossen, diesen Sachverhalt von unabhängigen und renommierten Instituten untersuchen zu lassen. Gemeinsam mit Vertretern dieser Institute wurden verschiedene Studien entworfen, die kurz vor der Vergabe stehen.

Mit der „Toxikologischen Studie“ wird untersucht, inwieweit Zement überhaupt ein toxikologisches Gefahrenpotenzial besitzt. Dazu werden verschiedene Klinker- und Zementproben mit standardisierten Zelltests insbesondere auf eine mögliche kanzerogene Wirkung hin untersucht.

Von großer Bedeutung sind darüber hinaus die geplanten personenbezogenen Expositionsmessungen. Die Staubbelastung von Arbeitnehmern aus unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen soll exemplarisch bei einer Baustelle über einen kompletten Bauzyklus erfasst werden. Die stoffliche Zusammensetzung der Staubproben wird analysiert und der Zementanteil ermittelt. In der Diskussion wird nämlich häufig Zementstaub genannt, obwohl Baustaub gemeint ist.

Besonders umfangreich und zeitintensiv ist die geplante „Prospektive Studie“. Über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren sollen in mehreren europäischen Ländern Beschäftigte aus Zementwerken medizinisch intensiv begleitet werden. Aus den Krankengeschichten dieser Arbeiter werden dann gesundheitliche Risiken abgeleitet.

(Quelle: VDZ-Mitteilungen)





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