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StBG und VDBUM: Neues Bildungsangebot für Recycler und Aufbereiter

Prüfen Sie Ihre Brecher, Siebe und Bänder regelmäßig?


Die kontinuierliche Bereitstellung und Versorgung mit Baurohstoffen sind elementare Voraussetzungen für unsere moderne Gesellschaft. In Deutschland werden jährlich 16,5 t mineralische und andere Rohstoffe pro Einwohner benötigt. Dieser Bedarf wird durch den Abbau natürlicher mineralischer Rohstoffe und die Aufbereitung von Altbaustoffen gedeckt.

Mineralische Rohstoffe, wie Kiese, Sande, Hart- und Weichgesteine sowie auch Altbaustoffe, werden in bzw. mit Hilfe von stationären und mobilen Aufbereitungsanlagen zerkleinert und klassiert. Um die Aufbereitung von Altbaustoffen kostengünstig durchführen zu können, hat sich der Einsatz mobiler Anlagen vor Ort weitgehend durchgesetzt.

Dass es beim Umgang mit diesen Anlagen und Maschinen eine Vielzahl von Unfallgefahren und Gesundheitsbelastungen (Lärm, Staub, Vibration) insbesondere für das Bedienpersonal zu vermeiden gilt, ist für Kenner der Branchen Kies/Sand, Naturstein und Recycling nicht neu. Die Unfälle mit schweren Verletzungen oder tödlichem Ausgang ereignen sich häufig bei der Störungsbeseitigung bzw. bei Reparaturen. Die größte Zahl der Unfälle ist beim Normalbetrieb sowie bei Überwachungstätigkeiten zu verzeichnen. Fehlende oder unzureichende Gefährdungsbeurteilungen und nicht bzw. nicht regelmäßig durchgeführte Prüfungen der Anlagen tragen mit zu diesem Unfallgeschehen bei.

So häufig wie im Regelfall aus der Gewohnheit und Kenntnis früherer Regelungen aus Unfallverhütungsvorschriften für z. B. Krane, Erdbaumaschinen, Winden und Hubarbeitsbühnen  Prüfungen von den Betreibern durchgeführt werden, so wenig Kenntnis oder Bereitschaft ist für die vorgeschriebenen vergleichbaren Überprüfungen anderer Arbeitsmittel, wie z. B. auch Recycling- und Aufbereitungsanlagen, bei den Betreibern vorhanden. Doch mittlerweile ist anstelle der starren Prüffristenregelung die Betreiberverantwortung zum Umgang mit Arbeitsmitteln getreten.

Neben der Bestimmung der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), wonach der Unternehmer nur sichere und geeignete Arbeitsmittel zur Verfügung stellen darf, kommt der schon aus dem Arbeitsschutzgesetz bekannten Forderung nach Gefährdungsbeurteilungen in der BetrSichV eine besondere Rolle zu.

Nach § 3 dieser Vorschrift sind durch den Betreiber arbeitsmittelbezogene Gefährdungen zu ermitteln und daraus abgeleitete Maßnahmen zur Vermeidung von Unfällen und berufsbedingten Erkrankungen festzulegen. Dabei sind neben dem „Normalbetrieb“ alle möglichen Betriebszustände des Arbeitsmittels, wie z. B. Auf- und Abbau, Instandsetzung, Störungen sowie Wartung und Pflege, zu berücksichtigen.

Darüber hinaus sind aus der Gefährdungsbeurteilung für Arbeitsmittel insbesondere Art, Umfang und Fristen erforderlicher Prüfungen zu ermitteln und festzulegen. Prüfungen an Arbeitsmitteln sind grundsätzlich vor Inbetriebnahme (erstmalige Prüfung), nach wesentlichen Veränderungen und in wiederkehrenden Abständen (nach Fristfestlegung der Gefährdungsbeurteilung) notwendig.

Sie können zudem auch erforderlich werden nach Montagen, nach Schäden verursachenden Ereignissen und längerer Nichtbenutzung. Die Prüfungen sind schriftlich zu dokumentieren und mindestens bis zur nächsten Prüfung aufzubewahren.

Durchführen dürfen diese Prüfungen nur sogenannte befähigte Personen, die vom Betreiber schriftlich beauftragt worden sind. Als befähigte Person ist nach der BetrSichV eine Person zu verstehen, die durch Berufserfahrung, -ausbildung und zeitnahe berufliche Tätigkeit über die erforderlichen technischen Kenntnisse und Kenntnisse über die Arbeitsschutzvorschriften zur Prüfung des speziellen Arbeitsmittels verfügt.

Haben Sie das gewusst ? Wollen Sie noch mehr dazu erfahren? Dann sind Sie genau richtig beim Seminar „Sachkundiger/befähigte Person für mobile und stationäre Aufbereitungs-/Recyclinganlagen nach BetrSichV“. Gemeinsam mit dem Verband der Baumaschinen-Ingenieure und -Meister e.V. (VDBUM) führt die StBG zweitägige Veranstaltungen zur Ausbildung befähigter Personen durch. Die Termine:

  • 05.05. und 06.05.2006 in Bremen
  • 23.06. und 24.06.2006 in Nürnberg
  • 24.11. und 25.11.2006 in Köln

Am ersten Veranstaltungstag werden Kenntnisse

  • zu Fragen der Voraussetzungen, Anforderungen und Haftung der befähigten Person
  • zu den allgemeinen Rechtsgrundlagen der Prüfung (insbesondere EG-Maschinenrichtlinie, Geräte- und Produktsicherheitsgesetz, BetrSichV)
  • zu speziellen Vorschriften und Regeln (BGR 500, Prüfhinweise für Hydraulikschläuche, Normen)
  • zu allgemeinen Prüfhinweisen, Verfahrens- und Handhabungsfragen sowie
  • zu Fragen der Handhabung von Abnahmeprotokollen/Prüfsiegeln

vermittelt.

Am zweiten Tag finden praktische Übungen statt. Unter Anleitung werden Prüfungen an Aufbereitungs- bzw. Recyclinganlagen in Arbeitsgruppen durchgeführt. Am Ende des Lehrganges sind bei einem kleinen schriftlichen Test die erworbenen Kenntnisse nachzuweisen.

 Ihre Anmeldungen richten Sie bitte an folgende Adresse:

VDBUM Service GmbH
Henleinstrasse 8 a
28816 Stuhr
Tel.:  (04 21) 2 22 39-0
Fax.: (04 21) 2 22 39-10

 Weitere Informationen zum Seminar, den Teilnahmebedingungen bzw. -voraussetzungen finden Sie auch unter www.vdbum.de und www.stbg.de.





Zusammenfassung

Betriebliche Gefährdungsbeurteilungen sind die Voraussetzung zum sicherheitsgerechten Betreiben von Aufbereitungs- und Recyclinganlagen und sie müssen Festlegungen zur Durchführung von Prüfungen der Anlagen enthalten.

Die Prüfung der Anlagen ist grundsätzlich Angelegenheit des betreibenden Unternehmers, kann jedoch auch durch Übertragung von Unternehmerpflichten delegiert werden. Nur schriftlich beauftragte, befähigte Personen sind berechtigt, diese Prüfungen durchzuführen. Befähigte Personen müssen das für die Prüfung der Anlagen erforderliche Fachwissen (technische und Vorschriftenkenntnisse) besitzen.

Der erfolgreiche Abschluss des Seminars wird jeden Betreiber von der erforderlichen Qualifikation „seiner“ befähigten Person überzeugen.

Sicherheit und Wirtschaftlichkeit sind miteinander vereinbar. Nur vorbeugend instand gehaltene und regelmäßig geprüfte Aufbereitungs- und Recyclinganlagen sind Voraussetzung für sicheres und wirtschaftliches Arbeiten, garantieren Betriebssicherheit und geringe Ausfallzeiten.

Dipl.-Ing. Jürgen Pester, StBG



Aufbereitungsanlage
Regelmäßig geprüfte Aufbereitungs- und Recyclinganlagen
sind Voraussetzung für sicheres und wirtschaftliches Arbeiten





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