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Deutsche Zementindustrie zieht Bilanz für 2004

Die deutsche Zementindustrie leidet weiterhin unter der ungebremsten Talfahrt der Baukonjunktur in Deutschland, die inzwischen in das zehnte Jahr geht und sich auch in 2005 fortsetzen wird. Die Krise am Bau, die sich zunehmend als Wachstumsbremse für die Gesamtkonjunktur erweist, trübt sowohl den Rückblick der deutschen Zementhersteller auf das zu Ende gehende Jahr 2004 als auch die Perspektiven für das kommende Jahr. Große Sorgen bereiten der Branche darüber hinaus die steigenden Brennstoff- und Strompreise, die sich im internationalen Wettbewerb zunehmend zu einem "echten Standorthandicap" entwickeln, so Dr. Martin Schneider, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Zementindustrie (BDZ), auf der Jahresabschlusspressekonferenz des Verbandes in Berlin. Hinzu komme der aktuelle Streit um die Zuteilung von Emissionsrechten für die deutsche Industrie, der zeige, dass die von Anfang an geäußerten Befürchtungen vor einer wachstumsfeindlichen und für die Industrie kostenträchtigen Verknappung mehr als berechtigt waren.
Für das gesamte Jahr 2004 geht der BDZ nach Angaben Schneiders von einer Abnahme des inländischen Zementverbrauchs gegenüber dem Vorjahr um rund 4 Prozent (auf 28,7 Mio. Tonnen) aus. Der Rückgang wird in den alten Bundesländern mit etwa 3 bis 4 Prozent etwas niedriger ausfallen als in Ostdeutschland, wo mit einem Minus von ca. 4 bis 5 Prozent zu rechnen ist.
Auch im kommenden Jahr 2005 wird die konjunkturelle Talsohle für die Bauwirtschaft noch nicht erreicht werden. Vielmehr ist mit einem weiteren Rückgang der Bauumsätze in einer Größenordnung zwischen 1 und 3 Prozent zu rechnen. Aufgrund dessen stellt sich der BDZ für das nächste Jahr auf eine erneute Abnahme des Zementverbrauchs in Deutschland ein. Nach den derzeitigen Schätzungen des Verbandes wird das Minus in 2005 nochmals etwa vier Prozent betragen.
Der Umsatz der deutschen Zementhersteller ist in den ersten drei Quartalen des Jahres 2004 um 5,6 Prozent gewachsen. Dies ist zum einen auf das allmähliche Abflauen des ruinösen Preiskampfes in der deutschen Zementindustrie zurückzuführen. Zum anderen spiegeln die höheren Zementpreise auch die steigenden Kosten der Zementherstellung in Form höherer Strom- und Brennstoffpreise wider.
Auf den Margendruck der letzten Jahre hat die deutsche Zementindustrie mit konsequenten Maßnahmen zur Struktur- bzw. Kapazitätsanpassung und zur Rationalisierung der Produktion reagiert.
Erhebliche Anstrengungen hat sie beispielsweise auch bei der - ökonomisch wie ökologisch vorteilhaften - Substitution fossiler durch sekundäre Brennstoffe unternommen. So nahm der Anteil von Sekundärbrennstoffen in den letzten zehn Jahren von 10 Prozent auf rund 38 Prozent in 2003 zu, mit weiter steigender Tendenz.
Die Zahl der Beschäftigten in den 25 Mitgliedsunternehmen des Bundesverbandes der deutschen Zementindustrie mit ihren insgesamt 60 Werken ist aufgrund der Strukturanpassungen weiter zurückgegangen. Im September 2004 waren in der deutschen Zementindustrie 7.050 Personen beschäftigt. Das entspricht einem Rückgang gegenüber dem Jahresende 2003 (8.500 Beschäftigte) um 17 Prozent. In den letzten zehn Jahren ist damit fast die Hälfte (45 %) der Arbeitsplätze in der Branche verloren gegangen (1994: 12.797 Beschäftigte).

Zementverbrauch seit 1994





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