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Zehnte Bohranlage der ITAG startet mit Rig-up-Party

Am 15. Dezember 2004 feierte die ITAG Tiefbohr GmbH & Co. KG, Celle, ein nicht alltägliches Ereignis in der deutschen Bohrindustrie. Im Rahmen einer "Rig-up-Party" wurde die neue Tiefbohranlage - Rig 40 - zahlreichen Gästen aus Politik, Behörden und Verbänden sowie Vertretern aller führenden Unternehmen der Erdöl- und Erdgas-Industrie vorgestellt. Damit verfügt ITAG über zehn Bohranlagen für unterschiedlichste Anforderungen, mit denen Teufenbereiche bis zu 7.500 Meter erreicht werden können.
ITAG ist eines der führenden deutschen Bohrunternehmen und wurde 1908 durch Hermann von Rautenkranz gegründet. Das Unternehmen ist heute noch im privaten Besitz und hat seinen Hauptsitz in Celle. In dem Gesamtunternehmen sind mehr als 400 Mitarbeiter beschäftigt. 2003 wurde ein Umsatz von 60 Millionen Euro erwirtschaftet.
Neben dem Unternehmensbereich "Bohren und Aufwältigen" werden in einem eigenen Betrieb hauptsächlich Maschinen und Ausrüstungen für die Bohrindustrie sowie Kugelhähne, Seilwinden und Eruptionskreuze hergestellt.
Im Jahr 2003 akquirierte ITAG für ihr Geschäftsfeld Bohrdienstleistungen gegen starke internationale Konkurrenz einen 5-Jahres Bohrauftrag für die Gaz de France, den größten Gasversorger Frankreichs. Das Gesamtvolumen dieses Bohrvortrages beträgt rund 40 Millionen Euro. Zur Erfüllung des Auftrages hat das Unternehmen diese neue innovative Bohranlage konzipiert und gebaut. In modernste Technik wurden rund 10 Millionen Euro investiert und 32 neue Dauerarbeitsplätze geschaffen. Das Land Niedersachsen beteiligte sich mit 1,2 Millionen Euro an dieser innovativen Investition, wovon 50 % aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" und 50 % aus Bundes- und Landesmitteln kommen.
Bei der Konzeption dieser Anlage wurden in vielerlei Hinsicht neue Wege beschritten. Die Anlagenkomponenten wurden so konzipiert, dass diese für den Umbau sehr schnell zerlegt, mit Standardstraßenfahrzeugen transportiert und ohne den Einsatz groß dimensionierter Autokrane wieder aufgebaut können. Für einen Umbau der gesamten Anlagen werden nach Auskunft des Unternehmens nur vier bis sechs Tage benötigt. Für eine Bohranlage mit einer Teufenkapazität von gut 3.500 Meter sicherlich ein rekordverdächtiger Zeitraum.
Darüber hinaus wurde das Anlagenlayout so gestaltet, dass dieses unterschiedlichen Auftragsanforderungen jederzeit kurzfristig und flexibel angepasst werden kann.
Auch neueste Anforderungen an Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz wurden bei Rig 40 berücksichtigt. So wurde ein neuartiger "Iron-Roughneck" (automatische Verschraubeinrichtungen für Bohrstangen) installiert, welcher ohne die üblichen Fahrschienen auskommt. Dadurch werden auf der Arbeitsplattform Stolper- und Rutschunfälle vermieden. Darüber hinaus wurde ein ergonomisch gestalteter Fahrstand, von dem aus sämtliche Funktionen der Bohranlage überwacht und gesteuert werden können, geschaffen. Nach einem erfolgreichen Probelauf in Celle wird die Anlage seit Januar 2005 in der Nähe von Lyon in Frankreich für die Gaz de France eingesetzt.
Die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft wünscht ITAG viel Erfolg mit dieser neuen Tiefbohranlage und insbesondere der Mannschaft allzeit unfallfreies Arbeiten verbunden mit einem herzlichen "GLÜCK AUF".
Dipl.-Ing. Wolfgang Pichl, StBG


Bohranlage
Die neue Bohranlage
RIG 40 der ITAG


Steuerstand
Ergonomisch gestalteter
Steuerstand der Tiefbohranlage




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