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[Die Industrie der Steine + Erden]






Nassgewinnung von Kies und Sand



Forum Kies+Sand: "Mit Kies und Sand die Zukunft bauen"

Kies und Sand: die Zukunft bauen" - unter diesem selbstbewussten Thema steht die renommierte Fachtagung "Forum Kies+Sand 2005", die vom 1. bis 3. März 2005 traditionell in Aachen stattfindet. Zielsetzung der vom Bundesverband der Deutschen Kies- und Sandindustrie e.V. (BKS), Duisburg, ausgerichteten Veranstaltung ist nach Informationen von BKS-Präsident Michael Schulz, "trotz schwieriger Situation in der Bauwirtschaft Chancen und Möglichkeiten des modernen Produkts in die Öffentlichkeit zu tragen und den Unternehmern Mut zu machen für die Zukunft". Die Festansprache zur Thematik "Die Zukunft des Bauens" hält Achim Großmann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen. Man darf gespannt sein, welche Visionen und praktischen Problemlösungen der Politiker für die Bauwirtschaft anbietet.
Gleich zweimal befasst sich das Forum mit Rennstrecken - zum einen für Boliden, zum anderen für Carts. Dr. Lorenz Schneider von der Tilke GmbH, planendes und ausführendes Ingenieurbüro Aachen, berichtet über den Bau der Formel 1-Strecke in Shanghai und verdeutlicht, was man vom Land der aufgehenden Sonne lernen kann. Die "Rekultivierung mit besonderer Folgenutzung" steht im Mittelpunkt des Referats von Gert Brandes, Ehrenpräsident des Cart-Clubs Kerpen. Er geht der Frage nach, ob die Republik ohne Kiesabbau auf ihren siebenfachen Weltmeister Michael Schumacher hätte verzichten müssen.
Das Fachprogramm, kompetent moderiert und referiert, umfasst die Vortragsblöcke "Kiesabbau und Grundwasser - Brücken bauen statt Konflikte schüren" sowie "Risiko erkannt - Gefahr gebannt?". Kiesgewinnung und Grundwasserschutz werden als unternehmerisches Ziel ebenso formuliert wie die Bedeutung von Umwelthaftung und Risikomanagement. Unter dem Anspruch "mehr praktische Techniknähe" werden im technikForum live Neuentwicklungen und Anlagenprozesse demonstriert. Die große Diskussionsrunde schließt den Bogen zum Tagungsthema und ruft die Unternehmer dazu auf, "die Infrastruktur selber zu schaffen". Unter Moderation von BKS-Hauptgeschäftsführer Hans-Peter Braus werden Vertreter von Politik und Mittelstand Wege und Chancen diskutieren, wie die mittelständische Bau- und Baustoff-Industrie "aktiv Markt machen" kann. Im Abschlussvortrag zeigt Prof. Dr.-Ing. Hermann Wotruba von der RWTH Aachen Grenzen und Möglichkeiten auf, Gold aus Kies und Sand zu gewinnen.
Abgerundet wird das Forum durch ein besinnliches Orgelkonzert im Hohen Dom zu Aachen und dem anschließenden traditionellen Abend in der Aula Carolina. Wie immer begleitet eine Industrieausstellung den Branchentreff. Die Exkursion am letzten Tag führt die Teilnehmer zur Baustelle der ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecke Köln-Aachen-Brüssel.
Das vollständige Programm der Tagung, die im Aachener Eurogress stattfindet, kann zusammen mit den Anmeldeunterlagen unter markus.schumacher@baustoffverbaende.de oder info@geoplanGmbH.de angefordert werden.



Kies- und Sandindustrie mit der Politik im Dialog

"Mit ehrlicher Diskussion und aufgeklärter, faktenreicher Rohstoffpolitik die Mineralgewinnung begleiten und sicherstellen" - diesen Appell richtete Michael Schulz, Vorsitzender des Wirtschaftsverbandes der Baustoffindustrie Nord-West und Präsident der Deutschen Kies- und Sandindustrie (BKS), während einer Informationsveranstaltung an Dr. Axel Horstmann, Minister für Verkehr, Energie und Landesplanung des Landes Nordrhein-Westfalen. Denn Investitionen der Kies- und Sandbranche, mit ihr verbundene Arbeitsplätze und Möglichkeiten der Landschaftsgestaltung stellten einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor für Land und Region dar, so Schulz. Der Gesprächskreis im Freizeitzentrum Xanten stand unter der Thematik "Die Kies- und Sandgewinnung als infrastrukturelle Chance der Region". Eingeladen hatten die Industrie- und Handelskammern Duisburg-Wesel-Kleve und Krefeld-Mönchengladbach-Neuss sowie der Wirtschaftsverband. Abgerundet wurde das Treffen mit einer Bereisung des Großraums Wesel zu Abgrabungsstandorten und Wiederherrichtungsprojekten, zu Hochwasserschutzmaßnahmen am Rhein sowie zu rekultivierten Bereichen einer laufenden Abgrabung per Schiff.
Minister Horstmann macht deutlich, dass im Zuge der Novellierung des Landesplanungsgesetzes die Rohstoffsicherung "in der öffentlichen Debatte wieder einen Platz hat". Das Wissen um die Endlichkeit der Vorräte an Kies und Sand habe der eigenen Rohstoffbasis einen hohen Stellenwert verschafft. Vor allem die Bauwirtschaft sei auf regionale Rohstoffversorgung angewiesen. Es liege daher in seinem Bemühen, das Interesse an der Rohstoffsicherung bei öffentlichen Planungen zu verfestigen. Gleichwohl verwies er auf den vorhandenen latenten Gewissenskonflikt. "Denn auch ein Raum steht nur in einem bestimmten Ausmaß für unterschiedliche Nutzungsansprüche zur Verfügung." Vor allem wenn es um die Nutzung für die Gewinnungsindustrie gehe, seien Konflikte vorgegeben. Gleichwohl könne das Land hier nicht allein entscheiden. Ein verstärktes Ineinandergreifen kommunaler und staatlicher Planung würde sich zum Vorteil aller Parteien auswirken. Er rief die Kies- und Sandindustrie auf, das intensive Gespräch auch mit Kommunalpolitikern und Kommunalverwaltungen zu suchen, um vor Ort zielführender diskutieren zu können.
"Wenn es gelingt, die Rohstoffgewinnung, an der wir langfristig ein Interesse haben müssen, den Naturschutz, aber auch die Chancen von Freizeit und Tourismus miteinander zum Ausgleich zu bringen, dann könnte es zu einer positiven Entwicklung kommen, die nicht in Konflikten verharrt, sondern die Zukunftsfähigkeit beinhaltet. Dass dieses möglich wird, dafür wollen wir die planerischen Instrumente bereit stellen - nicht zuletzt durch die Novellierung des Landesplanungsgesetzes, an der wir hier in Nordrhein-Westfalen arbeiten", betonte Minister Dr. Horstmann.
Mit Blick auf die von ihm erstmals besuchten Wiederherrichtungsmaßnahmen als Hochwasserschutz, Wassersportanlage und wertvolle Biotope attestierte er der Kies- und Sandindustrie, Maßstäbe gesetzt zu haben. "Die hier entstandenen ausgedehnten Freizeit- und Wasserflächen sind ohne Zweifel sowohl für den Naturschutz als auch für den Tourismus von großem Interesse. Ich hoffe sehr, dass sich die Rohstoffgewinnung auf eine kontrollierte und abgestimmte Art und Weise weiter entwickeln kann und dass es gelingt, langfristige Planungsziele zu Grunde zu legen und zu verwirklichen", so der Politiker.


Motorunterwassergreifer
Moderne Motorunterwassergreifer sind
mit einem Betriebs- und Diagnosesystem ausgestattet


Plakat zum Forum Kies und Sand 2005


Rohstoffgewinnung
Im Anschluss an die Rohstoffgewinnung folgt die
Wiederherrichtung einer "natürlichen"
Umgebung - eine Chance für die Region




Beyer Schwimmbaggeranlagen GmbH: Alles für die Nassgewinnung

Schwimmgreiferanlagen werden bei der Nassgewinnung von Kies und Sand zwischen 10 bis 100 m Mächtigkeit eingesetzt. Sie haben den Vorteil, dass harte oder zähe Schichten durchstoßen werden können. Die Anlagen können als Seil- oder Hydraulikgreifer ausgerüstet werden. Folgende vier Bauarten haben sich durchgesetzt.
1. Bei der Auslegeranlage arbeitet der Greifer immer an der gleichen Stelle in der Baggeröffnung des Pontons. Das hydraulisch bestätigte Wippauslegersystem führt den gefüllten Greifer über den Trichter, der durch seine Bevorratung den diskontinuierlichen Gewinnungsvorgang in einen kontinuierlichen Fördervorgang überleitet. Die Entwässerung des Materials erfolgt durch ein Entwässerungssieb unter dem Trichter. Auslegeranlagen werden bei einer mittleren Baggerleistung bis zu 40 m Tiefe eingesetzt.
2. Bei der Katzanlage kann der Greifer aufgrund der länglichen Baggeröffnung eine größere Fläche unter Wasser abgreifen. Die Katze fährt von der Baggeröffnung über den Trichter und kippt das Material in den Trichter ab. Wegen der Katzbewegung auf der Fahrbahnerfordern Katzanlagen größere Pontons. Sie werden eingesetzt bei hohen Bagger-Leistungen bis ca. 100 m Tiefe (Es wurden bereits Anlagen bis 120 m Baggertiefe eingesetzt).
3. Die Schutenanlage ist eine Katzanlage, bei der das Material direkt aus dem Wasser in eine Klappschute gefüllt wird. Die Entwässerungssiebmaschine und die Schwimmbänder entfallen; hinzu kommen jedoch die Investitionen für Klappschuten oder Selbstentladeschiffe sowie ein Eleviergerät am Ufer. Dieser Anlagentyp wird oftmals eingesetzt bei schmalen Abbauflächen und bei Nachbaggerungen bis 80 m Tiefe.
4. Die Drehkrananlage gewinnt das Rohmaterial rund um den Ponton. Durch die Drehbewegung bedingt erfordert auch diese Bauart große Pontons und wird bei Baggertiefen bis 60 m mit einem großen Arbeitsbereich eingesetzt.
Eimerkettenbagger sind kontinuierlich fördernde Gewinnungsgeräte und daraus ergibt sich ein einfaches Handling des Materials für die Folgeeinrichtungen, wie Entwässerung, Sandaufbereitung und Transporteinrichtungen. Das Baggergut wird durch diese Art der Gewinnung bereits einem Mischungsprozess unterworfen; es kann besser vorabgeschieden werden und die Korngrößen sind durch das Fassungsvermögen der Baggereimer begrenzt.
Folgende zwei Bauarten haben sich durchgesetzt.
1. Beim landgestützten Eimerkettenbagger wird das Baggergut im frei durchhängenden, nicht geführten Untertrum der Eimerkette über die Böschung nach oben geschleppt und zum Abwurf gebracht. Die Förderkette ist entweder eine Lachen- sprich Schakenkette, oder eine Kette aus der Traktortechnik. Es stellen sich Böschungen im Verhältnis 1:3 ein. Daraus ergeben sich realistische Baggertiefen bis 13,0 m, ohne, dass sich das Gerät die eigene Standfläche untergräbt. Größere Abbautiefen sind wirtschaftlich nicht sinnvoll.
2. Beim schwimmenden Eimerkettenbagger wird das Baggergut während des Umschlags der Eimer am unteren Umlenkturas geschöpft, im Obertrum der Förderkette aus dem Wasser transportiert und zum Abwurf gebracht. Das Untertrum ist frei durchhängend und nicht geführt (Schleppeffekt). Die Förderkette ist aus der Traktortechnik, sie ist sehr seitenstabil und langlebig. Die Standfläche des Baggerschiffes ist die Wasserfläche- bei Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Freiborde der Binnenschiffahrts-Berufsgenossenschaften. Realistische Baggertiefen, bei wirtschaftlich sinnvollen Konstruktionen der Maschinen, liegen zur Zeit bei max. 25,0 m unter dem Wasserspiegel.
Die Beyer Schwimmbaggeranlagen GmbH hat, bezogen auf vorgenannte
Darstellung, diese aufgeführten Anlagen im Angebot. Die Gewinnungsgeräte sind mit moderner Antriebstechnik incl. Speicher-Programmierbarer-Steuerung, GPS-Ortungssystemen und entsprechenden Betriebsdaten-Systemen ausgerüstet.


Schwimmgreiferanlage von Beyer
Schwimmgreiferanlage von Beyer




Messtechnik Sauerland: Einsatz von Förderbandwaagen

Gurtbandförderer sind seit langem aus den Produktionsanlagen der Steine- und Erden- Industrie nicht mehr wegzudenken. Insbesondere in der Kies und Sand-Industrie wird der Materialtransport mittels Förderband zuverlässig und effektiv abgewickelt. Es bietet sich darum an, die immer wichtiger werdenden Informationen über Mengen- und Durchsätze auf den Förderbändern mittels eines Wiegesystems exakt und kontinuierlich zu erfassen. Hierbei haben sich vor allem Einbau-Förderbandwaagen in der Praxis bewährt, die auch in vorhandene Förderer leicht nachträglich eingebaut werden können. Diese Förderbandwaagen werden in den unterschiedlichsten Ausführungen angeboten.
Mittlerweise haben sich Einrollenstuhl-Bandwaagen (nur eine der vorhandenen Tragstationen wird zu Verwiegung des Förderguts genutzt) weitestgehend durchgesetzt. Dies liegt zum einem an der einfachen, günstig zu fertigenden Konstruktion und der damit verbundenen schnellen Installation der Waagen sowie in der akzeptablen Messgenauigkeit. Zwei- und Mehrrollenstuhl-Bandwaagen sind wesentlich aufwendiger in Konstruktion und nachträglicher Installation; der Einsatz erfolgt hauptsächlich bei eichfähigen Anwendungen und überall dort, wo besonders hohe Genauigkeiten gefordert werden. Dieser Mehraufwand an Technik schlägt sich auch auf den Preis der Waagen nieder. Messfehler oder Wiegegenauigkeit einer Förderbandwaage sind immer wieder Diskussions- und Kritikpunkt vieler Anwender. Um die Funktion einer Förderbandwaage besser zu verstehen, sollte kurz ihr Aufbau betrachtet werden:
Bandwaagen bestehen in der Regel aus drei Bestandteilen. Der Messrahmen (auch Lastträger genannt) wird in die Förderbandkonstruktion eingebaut. Der kontinuierlich geförderte Materialstrom erzeugt eine Druckbelastung auf eine oder mehrere Messstationen, je nach Typ der Waage. Die daraus resultierende Gewichtsbelastung wird über die Waagenmechanik (den Messrahmen) an eine oder mehrere Wägezellen weitergeleitet und von einer nachgeschalteten, zur Waage gehörenden Elektronik normiert und ausgewertet. Gleichzeitig wird über ein auf dem Untergurt mitlaufendes Messrad als drittes wichtiges Bauteil die aktuelle Bandgeschwindigkeit aufgenommen. Alternativ kann auch ein an der Umlenktrommel des Bandes installierter Tachogenerator die Bandgeschwindigkeit erfassen. Beide kontinuierlich anstehenden Signale von Wäge- und Geschwindigkeitssensorik ergeben als Produkt die aktuelle Förderleistung des Bandes. Bandwaagen ohne Geschwindigkeitserfassung sind auch in der Praxis anzutreffen. Hierbei wird die Bandgeschwindigkeit als Konstante angenommen. Ändert sich diese jedoch schon in geringem Maße, hat dies einen größeren Messfehler zur Folge. Weiterer Nachteil dieser vereinfachten Ausführung: Bei stehendem, aber beladenem Band wird die Aufsummierung der Tonnagen nicht unterbrochen. Ein Bandstoppkontakt von der Bandsteuerung ist zusätzlich notwendig.


MTS Förderbandwaage EBW 10
MTS Förderbandwaage EBW 10


Messrad der Förderbandwaage
Messrad der Förderbandwaage




Messfehlerbetrachtung

Im Gegensatz zu einer rein statisch arbeitenden Fahrzeug- oder Behälterwaage wird bei einer Förderbandwaage der Materialstrom in einem kontinuierlich laufenden Prozess erfasst. Somit ist für den Anwender nicht der statische Messfehler der Waagenkonstruktion von Interesse, sondern die im laufenden Prozess zu erzielende Genauigkeit. Aus diesem Grund sollte man die Messfehlerangaben genau prüfen und im Zweifelsfall vom Hersteller bestätigen lassen. Eine Genauigkeitsangabe der eingesetzten Messzelle oder Wiegeelektronik nutzt wenig, nur eine Fehlerangabe (bezogen auf Nenn- oder Ist-Förderstärke des Förderers) liefert genaue Informationen. Je geringer der zumeist prozentual aufgeführte Messfehler ist, umso höher ist die Messgenauigkeit. Moderne Bandwaagenkonstruktionen sollten bei entsprechender Bandauslegung und Montage einen Messfehler von unter zwei Prozent einhalten können.



Anforderungen an Gurtförderer

Der selbsttätig erfolgende Wiegeprozess einer Bandwaage wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Neben der mechanischen Ausführungsqualität des Messrahmens und der vom Hersteller eingesetzten Wägezellen hat die jeweilige Konstruktion des Gurtförderers, der Einbauort und die Montage der Waage maßgeblichen Einfluss auf die zu erzielende Messgenauigkeit. Folgende Punkte im Bezug auf den Gurtförderer und den Einbauort sind zu berücksichtigen, um eine optimale und langzeitstabile Funktion sicherzustellen.
Das Gestell des Gurtförderers sollte stabil und solide gebaut sein, um eine Torsion oder Durchbiegung des Rahmens bei Belastung zu vermeiden.
Der Abstand der Waage zur Materialzuführung des Bandes sollte groß genug sein, dem drei- bis fünffachen der maximalen Bandgeschwindigkeit entsprechen.
Vor und hinter dem Messrahmen der Bandwaage sind mindestens zwei, besser drei fest montierte Tragstationen mit einem Muldungswinkel vorzusehen, der auch dem der Messstation entspricht.
Grundsätzlich ist darauf zu achten, dass der Fördergurt immer (also auch im leer laufenden Zustand) auf den Transportrollen der Messstation sowie auf den Rollen der benachbarten Tragstationen aufliegt, nur so wird ein genaues Wiegen gewährleistet. Besondere Sorgfalt ist bei "bananenförmigen" Bandkonstruktionen angesagt. Häufig ist hier zu beobachten, dass der Gurt im leeren Zustand von den Transportrollen abhebt. Dieser temperaturabhängige Effekt kann zu eklatanten Messfehlern führen. Die Transportrollen der Messstation sind weiterhin so auszurichten, dass sie in der Höhe und seitlich exakt mit den Rollen der benachbarten Tragstationen fluchten. Gurtförderer mit Bandsteigungen, bei denen das Fördermaterial auf dem Fördergurt zu gleiten anfängt, sind für den Betrieb von Bandwaagen grundsätzlich nicht geeignet. Anwender, die optimale Genauigkeiten fordern, sollten eine gravimetrische (gewichtsbelastete) Bandspannstation vorsehen. Diese ist für den Betrieb von eichfähigen Bandwaagen grundsätzlich vom Gesetzgeber vorgeschrieben.



Auswertesysteme

Auf die verschiedenen Möglichkeiten der Signalauswertung soll kurz eingegangen werden. Herstellerabhängig werden Auswertegeräte in vielfältigen Bauformen angeboten, die meist jedoch fast ähnliche Ausstattungsmerkmale besitzen. Direkt angezeigt werden bei vielen Geräten die aktuelle Förderleistung und die aufsummierten Tonnagen. Dies geschieht über mindestens einen Zähler, oft über mehrere separat aufrufbare und rücksetzbare Tages-, Wochen- oder Jahreszähler. Ausgangsseitig sollte das Gerät zur Signalverarbeitung über einen externen Zählkontakt und ein Ist-Wert-Signal (z.B. in Form eines analogen Stromausganges) verfügen. Immer häufiger stehen Ausgänge zusätzlich in digitaler Form zur Verfügung, die einen direkten Anschluss an eine SPS ermöglichen. Ob eine Ein- oder Mehrkanalvariante oder eine direkte SPS-Lösung gewählt wird, ist letztlich die Entscheidung des Anwenders. Berücksichtigt werden sollte, dass Mehrkanalauswertsysteme preislich oft Vorteile bieten, jedoch Einschränkungen in Bedienung und Anschluss mit sich bringen. Direkte SPS-gestützte Lösungen sind unter dem Kostenaspekt besonders bei Einsatz von mehreren Bandwaagen interessant. Es gibt jedoch zu bedenken, dass der Anwender häufig Einstellparameter nicht selber anpassen oder ändern kann ohne Eingriff in die Programmebene der SPS.
Gurtförderer und Förderbandwaagen sind für viele Betriebe ein wichtiges Arbeitsgerät geworden, ohne die ein effektiver und lohnender Betrieb einer Aufbereitungsanlage heute nicht mehr möglich wäre. Die Bandwaagen sind bestimmt hier nur ein kleines, aber wichtiges Hilfsmittel zur Steigerung der Produktivität und Senkung der Betriebskosten. Hoffentlich dient diese kurze Abhandlung dazu, Ihnen als Anwendern in Zukunft den Umgang mit Bandwaagen zu erleichtern!
Die Firma MessTechnik Sauerland GmbH, Olsberg, hat sich auf den Bau von Förderbandwaagen spezialisiert. Mit der EBW 10 bietet sie ein Gerät an, welches aus einem sehr robusten, galvanisch verzinkten Rahmen aus Winkelstahlprofil besteht. Die moderne und modulare Bauweise der Bandwaage ermöglicht Ihnen als Anwender den universellen Einsatz in fast jeder Bandkonstruktion.
Konstruktiv wurde großen Wert auf einen einfachen mechanischen Aufbau sowie auf einen hohen Schutz und Sicherheit des Messaufnehmers gelegt. Die geringe Einbautiefe lässt den Einsatz auch in Bandkonstruktionen mit geringem Abstand zwischen Ober- und Untergurt zu. Die Tragholme der Waage lassen sich einfach mittels Schraubverbindungen montieren. Durch Tausch der Holme kann die MTS-Bandwaage schnell auch auf andere Bandbreiten angepasst werden.


Die Wägeeinrichtung im Überblick
Die Wägeeinrichtung im Überblick


Auswertesystem der Förderbandwaage
Auswertesystem der Förderbandwaage




Tsurumi: Patentierter Vorsprung

Die Kiesgewinnung fördert neben Sedimenten auch die Erkenntnis zu Tage, dass zum Schmutzwassertransport eingesetzte Pumpen schnell verschleißen. Beträchtliche Korngrößen im Fördermedium sowie Schmierungsprobleme sind zumeist die Ursache. Der japanische Pumpenhersteller Tsurumi, weltweit führend im Bau elektrischer Tauchmotorpumpen, hat sich deshalb zur Entwicklung einer Pumpe entschlossen, die der Steine- und Erdenindustrie enorme Vorteile bietet.
Dank niedriger Motordrehzahl von nur 1450 U/min liegt deren Verschleiß deutlich unter dem herkömmlicher Konstruktionen. Dabei sorgt ein patentierter Ölheber mit Wellenkappselung für die unterbrechungsfreie Schmierung, egal wie die Pumpe eingesetzt wird. Das ist einzigartig. Die Technologie des seit über zwanzig Jahren in Düsseldorf ansässigen Herstellers hat bereits zahlreiche Unternehmen überzeugt. Darunter auch die Moos Kieswerk + Recycling GmbH aus Lutzensömmern bei Erfurt, ein Familienbetrieb mit 45 Mitarbeitern.



Pumpen ersetzen Bagger und Lkw

Problem dort: Der in der Kieswaschanlage anfallende Unternullkornschlamm wird in einem Brauchwasserteich gesammelt und von dort abgepumpt. Unternehmenseigner Oliver Moos geht damit einen anderen Weg als viele seiner Branchen-Kollegen. Übliche Praxis ist, ein Absetzbecken nach dem anderen anzulegen und in Kauf zu nehmen, dass die Becken mangels Trocknung kaum mehr rekultiviert und genutzt werden können. Der findige Fachmann hat es durchgerechnet: Den Schlamm zentral zu sammeln und zum Trocknen direkt auf eine Kippe zu pumpen ist preiswerter. 5000 m3 Schlamm gilt es pro Jahr zu befördern.
Wegen des schwierigen Mediums zählen solche Fälle zu den anspruchsvollsten Anwendungen für Tauchpumpen. Dem entsprechend hoch ist die technologische Herausforderung an eine Lösung, die sich auch im Dauerbetrieb bewähren soll. Problematisch ist zum einen, dass sich der Schlamm am Teichboden absetzt und vor dem Verpumpen aufgewühlt werden muss. Zum anderen, weil Schlämme Medien hoher Konzentration sind, die Pumpe und Schlauchleitungen schneller zusetzen, als allen Beteiligten lieb ist. Von besonderer Relevanz ist in diesem Zusammenhang die Konsistenz, da abrassive Stoffe Wartung und Instandhaltung in die Höhe schnellen lassen - Korngrößen von 20 mm und mehr sind keine Seltenheit und ein echtes Problem.



Produktionskosten im Griff

Die im Kieswerk eingesetzte Schmutzwasserpumpe des Typs KRS822 zählt zur schweren Baureihe in Tsurumi´s umfangreichem Produktprogramm. Nach über zwei Jahren Praxiseinsatz in Lutzensömmern galt es, Bilanz zu ziehen: Hält die 22 KW-Drehstrompumpe, was der Hersteller verspricht? Geschäftsführer Oliver Moos, seit 13 Jahren im Geschäft, verweisst auf die besondere Lösung, die sich Tsurumi zur Schlammverflüssigung einfielen liess: Eine zusätzliche Spülvorrichtung, über eine separate Hochdruckpumpe mit Frischwasser versorgt, wirbelt den abgesetzten Schlamm auf und macht das Verpumpen der Masse überhaupt erst möglich. Die dadurch erzeugte Turbulenz hält nicht nur das Medium homogen, sondern auch die Saugöffnung der Pumpe frei.
Das aufgemischte Schmutzwasser ist trotzdem von hoher Dichte und enthält feste Bestandteile, die den Pumpenverschleiß beschleunigen. Druckstutzen bzw. Förderleitung sind mit 8 Zoll zwar üppig bemessen. Dennoch leistet die Pumpe, deren maximale Förderhöhe Tsurumi mit 22 Metern angibt, Schwerstarbeit - das jedoch klaglos.



Einzigartiges Pumpenkonzept

Der mechanischen Abnutzung der Schmutzwasserpumpen begegnet Tsurumi mit einer besonders niedrigen Motordrehzahl, die jedoch immer noch für stattliche Fördermengen von 230 m3 pro Stunde gut ist. Der enorme Pumpendruck verhindert ein Unterschreiten der Mindest-Fließgeschwindigkeit des Mediums, weil sich sonst Sedimente in der Leitung absetzen und diese verstopfen können. Als unstrittiger Schlüsselfaktor gilt das innovative Schmiersystem der Pumpe, das weltweit seines Gleichen sucht: Die von Tsurumi entwickelte und patentierte Konstruktion sorgt dafür, dass die Motorwelle zu jeder Zeit vollständig von Schmieröl umspült wird und mit höchstem Wirkungsgrad läuft. Gleichzeitig hält eine Wellenschutzhülse mit Simmerring das Fördermedium von der Welle fern und verhindert damit deren mechanische Abnutzung schon im Ansatz. Die Kombination mit einer innen- statt außenliegenden Gleitringdichtung macht die Lösung von Tsurumi schließlich perfekt: So geschützt kann die Pumpe selbst im Dauerbetrieb unter Volllast ausfallsicher laufen, theoretisch über Jahre. Entsprechende Langzeitversuche im Werk und der Praxiseinsatz bei Kunden in aller Welt zeigen dies.
Kieswerkbetreiber Moos kann den störungsfreien Betrieb in seinem Fall bestätigen: Keine seiner Tsurumi-Pumpen ist bislang auch nur ein einziges Mal ausgefallen. Auch entstanden trotz hoher Beanspruchung keine Folgekosten, von geringen Wartungsnotwendigkeiten einmal abgesehen. Aber selbst dafür muss kein Techniker des Herstellers anreisen: Jede der rund 40.000 pro Jahr in Europa ausgelieferten Tsurumi-Pumpen kann dank fortschrittlicher Baukastenbauweise vom Betreiber weitgehend in Eigenregie gewartet und repariert werden.



Geländeübersicht
Geländeübersicht


Übersicht über die Kieswäsche
Übersicht über die Kieswäsche


Pumpe t504
Pumpe t504


Pumpe mit Spülring
Pumpe mit Spülring




Weltgrößte Katamaran-Schwimmgreiferanlage

Rohr Bagger GmbH, führender Hersteller von Nassgewinnungsgeräten für die Kies- und Sandindustrie aus Otterstadt bei Speyer (Deutschland), hat vor kurzem in Kooperation mit dem Partnerunternehmen Rohr France S.a.r.l. (Longeville les St. Avold bei Metz) die weltgrößte Schwimmgreiferanlage in Katamaran-Bauweise in einem Kieswerk in Baldersheim nahe dem südelsässischen Mulhouse in Betrieb.
Die Anlage ist ausgerüstet mit zwei Siebmaschinen zur Aufbereitung des Materials in der Größe 6.000 x 2.400 mm und mit einem Hydrozyklon mit 8"-Pumpe und einer weiteren, 4.000 x 1.600 mm großen Siebmaschine zur Feinsandrückgewinnung.






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