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Neue Gefahrstoffverordnung in Kraft

    Am 1.1.2005 ist die seit längerer Zeit heftig diskutierte neue Gefahrstoffverordnung in Kraft getreten. Sie bringt wichtige Neuerungen, die auch für Unternehmen der Baustoffindustrie von weitreichender Bedeutung sein werden. Die neue Gefahrstoffverordnung ist eine Verordnung zum Arbeitsschutzgesetz und ist i.V.m. diesem Gesetz sowie der Betriebssicherheitsverordnung anzuwenden. Die wichtigen Neuerungen auf einen Blick:
Zentraler Schwerpunkt der Verordnung ist die Gefährdungsbeurteilung. Treten bei Tätigkeiten mit (Gefahr-)Stoffen toxische oder physikalisch-chemische Gefährdungen für die Gesundheit und die Sicherheit von Beschäftigten auf, sind diese nach festgelegten Kriterien zu beurteilen.
Entsprechend dem Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung ist die Tätigkeit mit Gefahrstoffen einer von vier Schutzstufen zuzuordnen. Diese Schutzstufen bauen aufeinander auf und legen die jeweils zu treffenden Schutzmaßnahmen fest. Die Schutzstufen beziehen sich auf die Beurteilung der toxischen und Hautbelastungen am Arbeitsplatz.

Schutzstufe 1: Tätigkeiten mit geringer Gefährdung
Schutzstufe 2: Grundmaßnahmen zum Schutz der Beschäftigten
Schutzstufe 3: Ergänzende Schutzmaßnahmen bei Tätigkeiten mit hoher Gefährdung
Schutzstufe 4: Ergänzende Schutzmaßnahmen bei Tätigkeiten mit CMR-Stoffen, Kategorie 1 u. 2

Chemisch-physikalische Gefährdungen (z. B. Brand- und Explosionsgefahren) werden nach anderen Maßstäben beurteilt.
Anstelle der MAK- und TRK-Werte wird es zukünftig nur noch AGW (Arbeitsplatzgrenzwerte) geben.
Der Anhang III Nr. 2 gilt für partikelförmige Gefahrstoffe und ist für Tätigkeiten mit Exposition gegenüber allen alveolengängigen und einatembaren Stäuben sowie Asbeststaub anzuwenden. Erstmals werden hiermit detaillierte Schutzmaßnahmen für den Bereich der Stäube in eine Gefahrstoffverordnung aufgenommen. Die Regelungen stimmen weitgehend mit den Bestimmungen der BGR 217 "Umgang mit mineralischem Staub" überein.
Die arbeitsmedizinische Vorsorge bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen wurde erweitert. Neben den speziellen Vorsorgeuntersuchungen, die vom Arbeitgeber zu veranlassen sind und die als Voraussetzung für die Beschäftigung mit einer gefährdenden Tätigkeit gelten, muss der Arbeitgeber zu-künftig auch Vorsorgeuntersuchungen bei bestehender Gefahrstoffexposition oder bei Ausführung bestimmter Tätigkeiten anbieten (Angebotsuntersuchungen), wenn die Voraussetzungen für die Durchführung von Pflichtuntersuchungen nicht vorliegen.

Ankündigung: Informationsveranstaltungen
Steinbruchs-BG und Bergbau-BG führen vier eintägige regionale Informationsveranstaltungen zur neuen Gefahrstoffverordnung durch. Die ersten Veranstaltungstermine sind: 8. März 2005 in Göttingen, Clarion-Hotel, und 15. März in Bochum, RuhrCongress-Hotel, jeweils von 14 bis 18 Uhr.
Bei Interesse wenden Sie sich bitte an die Hauptverwaltung der StBG, Peter Schrandt, Tel: (05 11) 72 57 - 750.




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