www.steine-und-erden.net > 2005 > Ausgabe 1/05 > Muldenkipper und Dumper

[Die Industrie der Steine + Erden]






Muldenkipper und Dumper

B 50 D-Premiere: Bell-Topmodell tritt in Deutschland an
Mit der viel beachteten Premiere des B50D Ende 2002 präsentierte Bell Equipment den ersten Großserien-6x6 in der 50-Tonnen-Klasse. Bereits im Herbst 2004 konnte der südafrikanische Hersteller knapp vierzig platzierte B50D melden, darunter zwanzig europäische Maschinen, die vor allem in Großbritannien, Frankreich und Spanien im Erdbau- und Gewinnungseinsatz arbeiten.
Noch vor den ersten Vorführungen Ende November konnte auch Bell Deutschland die ersten Kunden-Optionen für den Fünfzigtonner verbuchen, der mit seinen konkurrenzlosen 6x6-Transportwerten und dank innovativer Fahrwerks- und Antriebstechnologie herausragenden Fahrleistungen neue Produktivitäts-Maßstäbe für Massenbewegungen in Erdbau und Gewinnung setzt.




Lange erwartet

"Natürlich wurde es Zeit, dass der erste B50D auch bei uns fährt", lacht Bell Deutschland-Vertriebsleiter Andreas Reinert, auf die spätherbstliche Präsentation des Spitzen-Modells angesprochen. "Tatsächlich hätten wir schon auf der Bauma die ersten Termine machen können, so groß war das Interesse aus allen Kunden-Kreisen." Aber: "Der B50D ist keine Maschine, die man sich auf den Hof stellt und dann sagt: éNun führt mal schön vor'. Bell Equipment will den Fünfzigtonner nachhaltig am europäischen Markt positionieren, da braucht es eine koordinierte Strategie in Sachen Markterforschung und Kundenansprache."
Die ersten "europäischen" Bell B50D gingen denn auch nach Großbritannien, dem stärksten Dumper-Markt Europas, wo jährlich insgesamt 600 Knicklenker in allen Bereichen der Massenbewegung neu platziert werden, und Bell Equipment als mittlerweile unangefochtener Marktführer ein besonders gutes Potenzial besitzt. Parallel dazu testete Bell Frankreich den B50D insbesondere bei den großen TGV-Schnellbahn-Projekten, wo sich der 6x6-Riese seine Meriten vor allem in Sachen Flottentauglichkeit und Zuverlässigkeit verdiente.
Mit den ersten Auslieferungen in Deutschland rechnet Andreas Reinert im ersten Quartal 2005: "Wir waren ja nicht ganz untätig im Deutschland-Vertrieb. Einige der deutschen Kunden, die wir im Ausland an den Bell B50D herangeführt haben, setzten kurzerhand Optionen. Die jetzt laufende deutsche Vorführ-Tournee wird sicherlich noch diverse Zeichnungen bringen."



Hart im Stein

Ende November machte der Bell B50D Station im Hartkalksteinbruch Kallenhardt der Westkalk Warsteiner Kalksteinindustrie GmbH. Auf einer Fläche von 16 Hektar wird in Kallenhardt Kalkstein bis zu einer Tiefe von 80 Metern abgebaut. Per Großbohrloch-Sprengung gelöst, wird das Haufwerk mit Hydraulikbaggern auf SKW verladen, und auf durchschnittlich 1000 Meter langen Umläufen auf Fahrwegen mit Maximal-Steigungen von 12 Prozent zum Vorbrecher transportiert. Auf den ersten Blick nicht unbedingt das typische Terrain für 6x6-Knickmulden -tatsächlich verrichten derzeit im Normalbetrieb zwei 40-Tonnen-Starrrahmen-Kipper die Transportdienste.
Schon beim Beladen mit dem grobstückigen, oft knäpper-versetzten Roh-Material zeigt sich, dass der Bell B50D die üblichen 6x6-Massstäbe sprengt. Serienmäßig besitzt die bell-typische Rippen-Mulde eine Verschleißstahl-Auskleidung mit 450 - 500 Brinell Härte. Der Vorderwagen wird bei den Ladespielen durch ein robustes, klappbares Gitter vor herabfallenden Steinen geschützt. Das optimierte Design der 3,81 m breiten Mulde mit einem Nennvolumen von 28,2 m³ (SAE 2:1) sorgt selbst bei grobstückigem Ladegut für hohe Transport-Tonnagen - die gegenüber Starrrahmenkippern niedrige Ladehöhe von 3,39 Metern erlaubt auch den flexiblen Einsatz von kleineren Ladegeräten.
Interessant für den innerbetrieblichen Einsatz: die variable Kippwinkeleinstellung der schnellen Kipphydraulik des B50D (Kippen: 13,5 sec; Senken: 9,5 sec.) erlaubt die freie Vorwahl jedes beliebigen Kippwinkels bis maximal 70°, was vor allem für das sichere Aufgeben an eingehausten Vorbrechern von Vorteil ist.
Die serienmäßig abgasbeheizte Mulde kann optional mit einer automatischen Heckklappe versehen werden, die das Ladevolumen weiter erhöht. Kommt der B50D nur im Erdbau zum Einsatz, lässt sich das Betriebsgewicht zudem durch eine entsprechende Muldenausführung ohne Verschleiß-Auskleidung weiter minimieren.



Genügsamer Riese

Schon bei der Präsentation des B50D war klar, dass die Optimierung des 6x6-Konzepts nicht in eine kW-Orgie mündet: zwar markieren 380 kW bei 1800 U/min und 2200 Nm bei 1200 U/min die aktuelle Leistungsspitze bei Knicklenkern, ausschlaggebend für die Wahl des Mercedes-Benz OM 502 LA waren jedoch dessen niedriges Leistungsgewicht und die durch baureihenspezifisch hohe Leistungsreserven gewährleistete Kraftstoffeffizienz und Zuverlässigkeit des V8-Turbodiesels. Das 16-Liter-Aggregat überzeugt im Bell B50D dann auch mit einer souveränen Kraftentfaltung bei einem konsequent niedrigen Verbrauch.
Umgesetzt wird die Kraft über die bewährte Allison-Sechsgang-Automatik HD4560 mit integriertem Retarder, die auch in den Bell-Baureihen B35/40D zum Einsatz kommt. Im Bell B50D arbeitet das Planetengetriebe zusätzlich in Kombination mit automatischen Zweistufen-Achsdifferenzialen. Gesteuert über die Leistungsaufnahme (Antriebsdrehmoment, Gaspedalstellung) wählt der Antrieb selbsttätig die entsprechende Fahrstufe (Low/High Range), die jeweils über alle sechs Gänge besten Vortrieb in schwerem Gelände bzw. hohe Geschwindigkeiten auf schnellen Transfers ermöglicht.
Der integrierte hydrodynamische Getriebe-Retarder arbeitet in Kombination mit der automatischen Auspuff- und Motorbremse (EVB) und entwickelt eine maximale Verzögerungsleistung von 1100 kW. Das Hilfsbrems-System ist per Joystick über sechs Vorwahlstufen programmierbar, entlastet im Normalbetrieb die Ölbad-Lamellenbremsen an allen drei Achsen spürbar und gewährleistet eine jederzeit sichere Beherrschung des beladen 81,5 Tonnen schweren Fahrzeugs.



Intelligenter Auftritt

Für aktive Fahrsicherheit in allen Ladezuständen und vor allem auf wechselndem Terrain sorgt die adaptive Fahrwerkssteuerung, die Bell Equipment erstmals im B50D einsetzt. Während die beiden Hinterachsen an Tandemschwingen mit dem bewährten, mehrfach angelenkten Tri-Link-System geführt werden, passt sich die Frontaufhängung automatisch dem Ladezustand und der Fahrcharakteristik an mehrere Sensoren am Fahrzeug erfassen kontinuierlich wichtige Fahrdaten, wie Gewicht, Knickgelenk-Position und Geschwindigkeit, und leiten diese an die zentrale Fahrwerkssteuerung SCU (Suspension Control Unit) weiter. Die SCU reguliert über einen separaten Steuerkreis der zentralen Load-Sensing-Hydraulik die Einstellung der Stossdämpfer an der Vorderachse. Je nach Belastung zugeschaltete Ausgleichsbehälter gewährleisten dabei den korrekten Druckaufbau der Öl-/Stickstoff-Dämpferelemente.
Das vollautomatische System sorgt trotz der hohen Lastunterschiede im Transportbetrieb für stets ausgewogene Fahreigenschaften, die neben der Fahrsicherheit auch die Produktivität der hochkapazitiven Maschine durch optimierte Umlaufgeschwindigkeiten steigern.



Grenzenloser Service

Der Bell B50D verfügt wie die übrigen Bell-Knicklenker der aktuellen D-Serie über umfangreiche Fehlerüberwachungs- und Diagnose-Funktion innerhalb der Maschinensteuerung, die bequem über die zentrale Cockpit-Einheit abgerufen werden können. Serienmäßige Features wie die Zentralschmierung und optimierte Intervalle in der Regelwartung der wichtigsten Aggregate und Komponenten steigern die Verfügbarkeit des Fahrzeugs weiter.
Ein ganz neues Hilfsmittel in der Wartungsorganisation einzelner Maschinen oder des Gesamtfuhrparks ist die Bell Fleetm@tic, für deren Einsatz der Bell B50D wie alle ab Mitte 2004 ausgelieferten Bell-Modelle bereits werksseitig vorbereitet ist.
Die satellitengestützte Maschinen-Fernüberwachung liefert über eine mit der zentralen Maschinensteuerung verbundene On-Board-Einheit Betriebs- und Leistungsdaten sowie Fehlermeldungen an den zentralen Fleetm@tic-Server. Neben der exakten Maschinenposition übermittelt die Einheit aus GPS-System und Sende-/Empfangs-Modul dabei alle wichtigen Fahrzeugdaten (Motordrehzahl, Geschwindigkeit, gefahrene Distanzen, Kraftstoffverbrauch, etc.), die Kippbewegungen sowie die über die serienmäßige On-board-Waage erfassten Tonnagen. Der zentrale Fleetm@tic-Server bereitet die Datensätze auf und verarbeitet sie zu Betriebsstatistiken, die über eine geschützte Internet-Verbindung jederzeit und an jedem Ort abrufbar sind.
Innerhalb seines separat abzuschließenden Fleetm@tic-Angebots bietet Bell Equipment je nach Anforderung unterschiedliche Leistungspakete. Neben Tages-, Wochen- oder Monatsberichten auf Basis von zweimal pro Tag erfassten Daten können auch stündliche Erhebungen abgerufen werden, die kontinuierliche Übermittlung aller Betriebsdaten ermöglicht sogar die "virtuelle Echtzeitüberwachung" einzelner Maschinen. Der Service, der in Zusammenarbeit mit regionalen Satelliten-Betreibern angeboten wird, soll insbesondere die Wartungsorganisation großer Fuhrparks mit wechselnden Einsatzgebieten erleichtern - etwa im schweren Erdbau oder bei Mietmaschinen. Die lückenlose Dokumentation des Maschinenbetriebs beugt dabei wiederholter Fehlbedienung oder missbräuchlicher Nutzung vor und trägt entscheidend zum Werterhalt der Maschine bei.



Wirtschaftliche Transportlösung

Mit dem B50D präsentiert Bell Equipment einen ausgereiften Knicklenker, der sich aufgrund seiner Geländefähigkeit sowohl für den 6x6-typischen Extrembetrieb im Erdbau, durch seine hohe Nutzlast und ausgewogenen Fahreigenschaften aber auch als Produktions-Allrounder im Gewinnungs-Alltag eignet.
Damit wird er einerseits zur Alternative zu den bisher verfügbaren 40-Tonnen-Knicklenkern, andererseits punktet der 45,4-Tonner trotz niedrigerer Tonnage gegenüber starren Muldenkippern der 45- bis 55-Tonnen-Klasse. Der Knicklenker ist wendiger und kann dank besserer Traktion auch auf schlecht ausgebauten, steilen Fahrwegen selbst im Ganzjahresbetrieb zuverlässig eingesetzt werden. Fallen neben Produktions-Transporten auch Aufgaben in der Abraumbewirtschaftung an, verbessert sich die Bilanz eindeutig zugunsten des 6x6-Riesen.
Über diese grundsätzlichen Anwendungsvorteile hinaus, sprechen insbesondere die niedrigen Verbrauchswerte für den Bell B50D. Vergleichstests ergaben beispielsweise gegenüber einem Bell B40D (37,0 Nutzlast) einen Mehrverbrauch von gerade 20 Prozent bei einer um 30 Prozent gesteigerten Stundenleistung. In der Betrachtung Tonne/Liter hatte der B50D die Nase um rund 10 Prozent vorne.
Noch drastischer wirkt sich der Verbrauchsvergleich gegenüber Starrahmenkippern aus: im Vergleich zu einem gängigen 55-Tonnen-4x2 verbrauchte der Bell B50D bis zu 45 Prozent weniger, allerdings mit je nach Streckenschnitt und -länge variierenden Mindertonnagen pro Stunde von -15 Prozent (Kurzstrecke) bis -20 Prozent (Langstrecke). In der Betrachtung Tonne/Liter ließ der 6x6 den 4x2 mit +55 Prozent (Kurzstrecke) bzw. +44 Prozent (Langstrecke) weit hinter sich.
Auch im Vorführbetrieb im Westkalk-Werk Kallenhardt überzeugte der Bell B50D durch hohe Produktionsleistungen bei niedrigem Verbrauch. Bei einer GesamtUmlauflänge von 1000 Metern (davon 350 m mit bis zu 12 Prozent Steigung/Gefälle) erzielte der 6x6 eine Stundenleistung von 186 Tonnen. Der durchschnittliche Verbrauch lag bei 22 l/h - unter dem Strich stehen wirtschaftliche 8,5 Tonnen/Liter.


Bell 50 D
Der neue Bell 50 D: Erst die Frontansicht mit der Bell-Standardkabine
macht die Ausmaße des 6x6-Riesen richtig deutlich


Bell 50 D
Dank adaptivem Fahrwerk verkürzt der Bell B50D Leerfahrten
schnell und sicher


Bell 50 D
Abräumer: Weit über fünfzig Tonnen Deckboden oder
Einschlussmaterial "liefert" der Bell B50D pro Umlauf direkt
zur Einbaustelle und erspart so umfangreiche Raupenarbeit


Knickwinkelsensor
Winkelmesser: der Knickwinkelsensor nimmt Lenkeinschlag und
Längsneigung auf und übermittelt die Daten zur zentralen
Fahrwerkssteuerung SCU





Starke Dumper-Familie von Volvo

Die Volvo-Dumper bieten mit dem A25D 4x4, A25D 6x6, A30D, A35D und A40D eine komplette Palette für jede Art von Einsatzbedingungen. Die Modelle, alle mit Knicklenkung, Allradantrieb, hundertprozentig schlüssigen Differentialsperren an allen Achsen und Komfortkabine, sind für Nutzlasten von 24 bis 37 Tonnen vorgesehen. Neben den Knicklenkern in serienmäßiger Ausführung wird Volvo auch Spezialversionen zeigen, die für bestimmte Einsatzbereiche wie den Untertagebetrieb oder den Leichtgut- bzw. Containertransport entwickelt wurden.
Niedrigste Kosten pro Tonne - so lautete schon immer das Motto von Volvo bei der steten Weiterentwicklung des Dumper-Konzepts. Mit den Dumpern der D-Serie, die mit beindruckenden Nutzlasten, kurzen Taktzeiten und verlängerten Wartungsabständen aufwarten, setzt Volvo - ganz wie es sich für den Marktführer gehört - die Meßlatte in puncto Tonnenleistung noch ein bisschen höher.



Neues Antriebsaggregat

Die Modelle A25D und A30D sind jetzt mit dem Volvo-D9-Dieselmotor ausgestattet, der den Spritverbrauch weiter senkt. Der D9 basiert auf derselben Motortechnik wie der D12, der in den Dumpern A35D und A40D zum Einsatz kommt. Die turbogeladenen Niederemissionsmotoren nutzen den Kraftstoff besonders effizient, dank elektronisch gesteuerter Einspritzung und Ladeluftkühler. Ihr besonderes Merkmal ist das hohe Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen, ein Plus für die Geländegängigkeit der Dumper.
Ein Bordrechner steuert die Getriebeautomatik, damit jederzeit eine exakte Anpassung an die Fahrbedingungen erfolgt. Auch das Kühlsystem der Dumper passt sich an die Gegebenheiten an: der elektronisch geregelte Hydrostatlüfter arbeitet bedarfsabhängig.
Alle Maschinen haben Allradantrieb und schlüssige, zuschaltbare Differentialsperren. Der Fahrer hat damit die Möglichkeit, in wechselnden Einsatzsituationen jeweils genau die richtige Antriebskombination zu wählen. Arbeitet er beispielsweise bei guten Bodenverhältnissen mit dem 6x4-Antrieb, verringert sich der Dieselverbrauch und auch der Reifenverschleiß.
Um den Fahreralltag noch komfortabler zu gestalten - und die Kraftübertragung noch effizienter - stellt Volvo nun auch das Automatic Traction Control-System als Option vor. Das ATC-System erkennt zuverlässig das Durchdrehen einzelner oder mehrerer Räder und rückt die Differentialsperren bei Bedarf (und nur dann) ein. Dies ist eine außerordentliche Bedienerleichterung, die zudem stets erstklassige Traktion sicherstellt.



Achsaufhängung

Die achsweise Dreipunktpunktaufhängung der wartungsfreien Tandemachse gestattet eine unabhängige Bewegung der Radpaare, was - neben Vorteilen wie der stets "in der Schwebe" gehaltenen Mulde -, auch zu hervorragender Kraftableitung und äußerst geringer Beanspruchung des Rahmens führt. Möchte man den Fahrkomfort noch steigern und die Transportstrecken schonen, bietet sich die neue Comfort Ride-Aufhängung mit zusätzlicher Federung an, die das Aufschaukeln der Ladeeinheit bei Leerfahrt beschränkt und somit auch eine höhere Fahrgeschwindigkeit zulässt.



Lenkung

Alle Volvo-Dumper sind mit einer selbstausgleichenden hydromechanischen Lenkung ausgerüstet, die auch bei hohen Geschwindigkeiten aufgrund der mechanischen Rückführung stets ein stabiles Fahrverhalten aufweist. Auch härteste Geländeeinsätze können diesem praktisch unverwüstlichen System nichts anhaben.



Vereinfachtes Abkippen

Die praktische - und von Volvo patentierte - Be- und Entladebremse der Dumper verdient besondere Erwähnung: Angekommen an der Kippe, drückt der Fahrer ganz einfach eine Taste, um die Bremsen der Ladeeinheit anzusetzen und gleichzeitig das Getriebe in Neutralstellung zu bringen. Nach dem Abkippen wird beim Einlegen eines Gangs die Bremse ohne weiteres Zutun des Fahrers automatisch gelöst. Das System steigert die Sicherheit und mindert den Reifenverschleiß und die Beanspruchung der Komponenten im Antriebsstrang.



Effiziente Betriebsbremsen und Dauerbremsen

Die Modelle A25D bis A35D haben ein Zweikreis-Sicherheitssystem mit trockenen Scheibenbremsen auf allen Rädern, während der A40D mit ölgekühlten Lamellenbremsen ausgestattet ist. Für alle Modelle gilt, dass die Feststellbremse beim Abstellen des Motors automatisch angesetzt wird.
Die Dauerbremsen - ein hydraulischer Retarder bei allen Modellen sowie die Abgasbremse beim A25D und A30D bzw. die Volvo-Motorbremse (VEB) für A35D und A40D - sind in die Kraftübertragung der Dumper integriert. Schnelle Reaktion und gute Bremsleistung ermöglichen es dem Fahrer, auch bei hoher Durchschnittsgeschwindigkeit die Betriebsbremsen nur selten bzw. gar nicht einzusetzen zu müssen. Dies zahlt sich langfristig aus, nicht nur in Form höherer Produktivität, sondern auch durch geringeren Verschleiß der Betriebsbremsen und insgesamt niedrigere Betriebskosten.



Lange Wartungsabstände - mehr produktive Zeit

Ein tägliches oder wöchentliches Abschmieren ist bei den Dumpern der D-Serie von Volvo nicht mehr erforderlich. Wird der Frontgrill heruntergelassen, gelangt man über die integrierten Trittstufen leicht an die Filterkonsole heran, die vor dem Motor sitzt. Beim heruntergelassenem Frontgrill gelangt man auch an den Ablaßschlauch, mit dessen Hilfe nach dem Anschluß mit Schnellkupplungen sowohl Motor- als auch Getriebeöl abgelassen werden können. Die große Motorhaube kann um 90° geöffnet werden und gestattet dann Zugang zum gesamten Motorraum.



Komfortable Kabine

Das Fahrerumfeld in den knickgelenkten Volvo-Dumpern basiert auf neuesten ergonomischen Erkenntnissen. Großzügige Verglasung, schmale A-Säulen und große Rückspiegel sichern hervorragende Rundumsicht im Einsatz. Niedriger Innenschallpegel und großer Freiraum für den Fahrer sind Vorzüge, die sich insbesondere bei langen Arbeitsschichten angenehm bemerkbar machen.
Die Kabine ist weiterhin mit zahlreichen Details ausgestattet, die alle dem Komfort des Fahrers dienen: einem verstellbaren Lenkrad, dem Ausbildersitz, der sich leicht in einen Tisch verwandeln lässt, oder dem 24-V-Anschluß sowie dem großzügig bemessenen Stauraum für Essensbehälter oder Kühlbox.
Weitere Aufbewahrungsmöglichkeiten sorgen dafür, dass nichts auf dem Kabinenboden abgelegt werden muss. Die Kontrolle der Flüssigkeitsstände kann der Fahrer einfach über ein Display in der Kabine erledigen. Die Zentralwarnanlage macht den Fahrer auf die eventuell noch angehobene Mulde aufmerksam oder darauf, dass er seinen Sicherheitsgurt nicht angelegt bzw. die Tür nicht ganz geschlossen hat.
Der Fahrersicherheit dienen rutschfeste Trittstufen und Serviceflächen sowie sinnvoll angeordnete Handläufe.
In der Kabine ist auch bestens dafür gesorgt, dass der Fahrer stets alles im Blick und im Griff hat: von den sinnvoll angeordneten Anzeigen, Schaltern und Hebeln bis zum elektronischen Überwachungssystem mit gut ablesbarem Display und stets aktuellen und zu Servicemaßnahmen abrufbaren Betriebsdaten.
Zur Kabinenausstattung gehört auch eine Klimaautomatik, während eine Rückfahr-Warnanlage als Option angeboten wird.
Für Spezialeinsätze bietet Volvo eine ganze Reihe von Sonderausführungen an:
Low Profile Cab: Niedrige Kabinenausführung (-270 mm). Ideal für den Untertagebetrieb und Tunnelbau.
Light Material: Mit Anbausatz - bestehend aus Muldenerhöhung und Muldenverlängerungen - für den effizienten Transport von Material mit geringem Schüttgewicht (0,9 t/m3).


Volvo-Dumper A 30 D
Volvo-Dumper A 30 D





Schwerfahrzeuge von Terex: Muldenkipper TA27 und TA30 der Generation 7

Die von einem elektronisch gesteuerten Cummins-Direkteinspritzer-Motor mit 330 PS (TA27) und 350 PS (TA30) angetriebenen knickgelenkten Muldenkipper der neuen Terex-Generation haben ein neues Tiptronic-Getriebe mit RPC-Übertragung und sechs Vorwärts- und drei Rückwärtsgängen, das eine Höchstgeschwindigkeit von 51 km/h ermöglicht. RPC steht für Rotation Pressure Compensation, d. h. den Drehdruckausgleich am Kupplungskolben. Dies garantiert einen besonders schnellen und weichen Gangwechsel, bei dem der Fahrzeugführer zwischen Automatik und manuellem Getriebe hin- und herschalten kann. Die leicht beladbaren Muldenkipper TA27 und TA30 haben eine Muldenkapazität von 15,5m³ bzw. 17,5m³. Die Mulden werden aus hochfestem Feinkornstahl Hardox 400 gefertigt, sie haben 14 mm dicke Bodenplatten mit optimierter Neigung der Muldenwände für einen verbesserten Materialauswurf und eine optionale scherenartige mechanische Heckklappe.
Zahlreiche Änderungen und Verbesserungen wurden in erster Linie vorgenommen, um dem Kunden ein verbessertes Preis-/Leistungsverhältnis zu bieten.
Mit den neuen farbigen Temperaturanzeigen lässt sich die Betriebstemperatur besser ablesen. Die Lüftergeräusche werden durch den Einbau eines drehzahlgeregeltenen Getriebelüfters vermindert. Die Modelle TA27 und TA30 erhalten zusätzlich ein neues Kühlmittel, das erheblich längere Wechselintervalle erlaubt und die Wartungskosten erheblich senkt. Außerdem lässt sich der Kraftstofftank jetzt mittels des neu installierten Einfüllstutzens bequemer und sauberer vom Boden aus füllen. Die Flexi-Stufe zur Fahrerkabine wurde neu konstruiert, um den Einstieg in die Kabine zu erleichtern. Auf Wunsch unserer Kunden gehören schließlich die rückwärtigen Schmutzfänger an der Mulde zur Standardausrüstung.


TA 30 - knickgelenkter Muldenkipper von Terex
TA 30 - knickgelenkter Muldenkipper von Terex





TR70 Muldenkipper

Der Schwerlastkraftwagen (Slkw) / Muldenkipper mit einer 70 t Nutzlast wird von einem 760 PS Detroit-Dieselmotor angetrieben, der entsprechend europäischer (Tier 2) und amerikanischer Standards und Normen (US Step 2) zertifiziert ist. Das vollautomatische und elektronisch gesteuerte Getriebe hat sechs Vorwärts- und zwei Rückwärtsgänge mit einer Höchstgeschwindigkeit von 57 km/h oder von 67 km/h mit dem optionalen niedrigeren Übersetzungsverhältnis.
Der TR70 ist mit einem neuen Managementsystem für die Kraftübertragung ausgestattet. Es dämpft stoßartige Belastungen und reduziert die Beanspruchung der für die Kraftübertragung eingesetzten Bauteile, was ihre Lebensdauer verlängert. Die Übertragungs- und Motorprogramme wurden verbessert. Sobald das Getriebe schaltbereit ist, signalisiert die Getriebe- und Systemsteuerung (TCU) dem Motor, das Drehmoment vor dem Schaltvorgang zu drosseln, um es anschließend wieder ansteigen zu lassen.
Um die Leistung des Fahrzeugs mit dem neuen Managementsystem für die Kraftübertragung zu steigern, wurden die Motorkenndaten verbessert und das Drehmoment von 3118 Nm auf 3308 Nm erhöht.
Der TR70 ist serienmäßig mit einer hydraulischen und in das Getriebe integrierten leistungsstarken, drehzahlgeregelten und verschleißarmen Wirbelstrombremse sowie ölgekühlten Mehrscheibenbremsen an der Hinterachse ausgestattet, was eine hohe Effektivität und niedrige Wartungskosten gewährleistet.
Der Komfort des Fahrzeugführers wird bei Terex groß geschrieben. Deshalb hat der TR70 Stickstoff-Federungen an Vorder- und Hinterachse, die den Ladeaufprall dämpfen und für eine reibungslose Fahrt sorgen. Die Mulde (Kapazität: 45,5 m³) ist aus 20 mm dicken Bodenplatten aus hochfestem Hardox-450-Stahl gefertigt und besitzt optionale Terex-"On-Board"-Waagen.


Der Skw TA 70 hat eine Nutzlast von 70 Tonnen
Der Skw TA 70 hat eine Nutzlast von 70 Tonnen





Großhydraulikbagger und Muldenkipper: Liebherr-Programm für die Mining-Industrie

Liebherr-Miningbagger stehen für höchste Leistung und beste Verfügbarkeit auch unter härtesten Einsatzbedingungen. Ein breites gut abgestuftes Typenprogramm bietet für jeden Einsatz die richtige Maschine. Die Palette reicht derzeit von 120 t bis zu 655 t Betriebsgewicht und wird laufend erweitert.
Bei dem nächst größeren Modell, dem R 995 Litronic, wird die enorme Leistungsfähigkeit vom Markt honoriert. Mit 439 t bis 448 t Einsatzgewicht und einer Motorleistung von 1.600 kW / 2.140 PS kann er mit einer Felsschaufel bzw. einem Felslöffel mit einem Fassungsvermögen von 26,5 m3 eingesetzt werden.
Das zweite Standbein von Liebherr im Miningbereich ist die Baureihe der diesel-elektrisch angetriebenen Muldenkipper, die für Nutzlasten zwischen 181 t und 370 t ausgelegt sind. Auch diese Großmaschinen beweisen eine hohe Leistungsfähigkeit bei Einsätzen in den entlegensten Minen-Standorten. Das Interesse im Markt ist laut Hersteller beträchtlich.


Liebherr-Miningmaschinen R 995 Litronic und T252
Liebherr-Miningmaschinen R 995 Litronic und
T252 in einer Kohlemine in Kentucky (USA)





Aktuelle Auslieferungen an weltweite Kunden

Seit April 2003 arbeiten drei R 995 Litronic für Newcrest Mining Limited, Melbourne, in der Telfer Gold/Copper Mine, 350 km östlich von Marble Bar, Western Australia. Zeitgleich wurden für diesen Kunden auch ein R 994 Litronic sowie ein R 996 Litronic ausgeliefert. Ein weiterer R 995 Litronic wurde Anfang 2004 zusammen mit vier Liebherr-Muldenkippern T 252 von der Diamond May Coal Company, in Hazard, Kentucky USA, in Betrieb genommen.
Drei Ponton-Versionen des R 995 Litronic hat Liebherr im Laufe des Jahres 2003 zudem an mehrere Unternehmen der Wasserwirtschaft ausgeliefert.
Vom größten Mining-Bagger, dem R 996 Litronic wurden in den letzten zwei Jahren fünf Maschinen ausgeliefert. Zwei davon gingen mit umfassenden Schallschutzpaketen ausgerüstet zusammen mit acht Liebherr-Muldenkippern des Typs T 282 (340 t Nutzlast) an die BHP Billiton Limited, Melbourne, zum Einsatz in der australischen Mount Arthur Kohlemine, in Musswellbrook, Hunter Valley, New South Wales. Diese Mine wird im laufenden Jahr seinen Liebherr-Gerätepark weiter ausbauen und zehn Muldenkipper T 282 B sowie jeweils einen Miningbagger R 994 B Litronic und R 996 Litronic zusätzlich in Betrieb nehmen. Alle Geräte sind mit umfassenden Schallschutzpaketen ausgestattet.
Ein R 996 Litronic und drei T 282 wurden im September 2003 an das südafrikanische Unternehmen Hitricon CC aus Postmasburg für den Einsatz in der Sishen Iron Ore Mine in Kathu, Northern Cape Province ausgeliefert.
Die argentinische Minengesellschaft Barrik Veladero, Minera Argentina Gold S.A. aus San Juan erhält in der ersten Jahreshälfte 2004 drei R 996 Litronic, die jeweils mit 36 M3 fassenden Tieflöffeln ausgerüstet sind. Sie werden in den Anden in der 4.600 m hoch gelegenen Goldmine Veladero nahe der chilenischen Grenze eingesetzt. Mit diesem Kunden hat Liebherr zudem einen Servicevertrag über fünf Jahre abgeschlossen. An diesem entlegenen Standort stellen 40 qualifizierte Servicemitarbeiter die maximale Verfügbarkeit unter schwierigen Einsatzbedingungen sicher.
Ein mit Elektroantrieb ausgestatteter R 994 B wird in der zweiten Jahreshälfte 2004 an die Kupfermine Erdenet Mining Corporation nach Erdenet in die Mongolei ausgeliefert. Um dort den Einsatz auch bei arktischen Außentemperaturen bis zu - 400 °C sicher zu stellen, ist diese Maschine mit einem speziellen Kälte-Kit ausgerüstet. Dazu gehören Vorwärmeinrichtungen für Batterien, Motor, Dieselkraftstoff, Motoröl und Kühlwasser. Bei Dichtungen und Schmierstoffen werden kältebeständige Spezialmaterialien verwendet. Darüber hinaus sind bestimmte Baugruppen und Komponenten besonders kälteisoliert.
Insgesamt plante Liebherr für das Jahr 2004 die Produktion von rund 70 Miningbaggern der Größenklasse über 120 t Einsatzgewicht, davon mindestens sieben Exemplare des 655 t schweren R 996 Litronic. Das Auftragsbuch für das Flaggschiff der Liebherr-Muldenkipper, den T 282 B, sah für 2004 insgesamt 27 Auslieferungen vor.



Extreme Erdbewegung mit Cat Mietmaschinenflotte

Was 40 Jahre geteilt war, rückt nun noch ein Stück näher zusammen: Das "Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nummer 16" soll alte und neue Bundesländer, Bayern, Hessen und Thüringen besser verbinden. Damit werden die stark befahrenen Bundesstraßen und zahlreichen Ortsdurchfahrten entlastet, da sie auf Dauer dem verstärkten Verkehrsaufkommen nicht gewachsen wären.



Vekehrsbehinderung eindämmen

Vom thüringischen Suhl kommend, schließt die A73 die Lücke zwischen der Landesgrenze und dem bayerischen Lichtenfels mit 37 Kilometer neuer Autobahn und der bereits bestehenden A73 in Richtung Bamberg und Nürnberg. Obwohl Investitionen in die Infrastruktur hierzulande nur schleppend vorangehen oder verschoben werden, ist der Neubau der A73 den Sparflammen des Bundes bislang noch nicht zum Opfer gefallen.
Das Baulos der Leonhard Weiss GmbH & Co. KG über 2,5 Kilometer ist gekennzeichnet durch große Höhenunterschiede im Lichtenfelser Forst. Sie zeichnet zwei Extreme aus: starke Geländeeinschnitte und bis zu 20 Meter hohe Dammschüttungen auf der einen Seite, geringe Belastungen der Umwelt auf der anderen Seite. Damit aber die Baufahrzeuge die Fahrbahn nicht so stark verschmutzen und zu Stau oder Verkehrsbehinderungen führen, wird das Material zur späteren Autobahntrasse transportiert. Summa summarum sind bei dem Massenausgleich Erdbewegungsarbeiten von 500 000 Kubikmeter nötig.



Auf Verfügbarkeit der Maschinen angewiesen

Darunter befindet sich Lehm, Geschiebemergel, tonige Böden, Kalkstein bis zu Fels - also bis zur Bodenklasse sieben ist alles dabei, was den Abbau und den Einbau erschwert. Wären da nicht die Baumaschinen, wie vier Cat Kettenbagger, ein 385BL ME, ein 375L ME, ein 345BL ME und ein 330B LN, die teils den Abbau, teils das Laden übernehmen. Ihnen können selbst noch so harte Gesteinsbrocken nichts anhaben. Neben diversen Lkw bringen zwölf Cat Dumper das Material zu den Einbaustellen. Das Cat Raupenduo D9 und D6 sorgt für die Geländeprofilierung und den Einbau von einer Lage bis zu 0,5 Meter. Alle Geräte stammen aus dem Mietpool von Zeppelin und der Niederlassung Böblingen sowie von der Mietstation MVS Heilbronn. Damit eine Verfügbarkeit der Maschinen rund um die Uhr sichergestellt ist, greift Leonhard Weiss auf den Service der Böblinger und Bayreuther Niederlassung zurück. Dabei kommt dem Bauunternehmen aus Bad Mergentheim das dichte Standortnetz der Vertriebs- und Serviceorganisation zu gute. Ein Unternehmen, wie dieses, das in ganz Deutschland auf Baustellen zu Hause ist, kann auf Erreichbarkeit und Zuverlässigkeit nicht verzichten. Vor allem dann, wenn der Zeitplan so eng gesteckt ist, wie bei dem Baulos der Trassierung.


Die Cat-Flotte von MVS
Die Cat-Flotte von MVS


Die Cat-Dumper sorgen für den Transport zur Einbaustelle
Die Cat-Dumper sorgen für den Transport zur Einbaustelle






Inhaltsverzeichnis Ausgabe 1/05 | Zurück zu unserer Homepage