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[Die Industrie der Steine + Erden]






Betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung seit 1. Januar 2005 neu geregelt:

Neue Chancen - mehr Freiraum

In Ausgabe 5/2004 der "Industrie der Steine + Erden" wurde unter dem Titel "Der neue BG-Standard bei der betriebsärztlichen und sicherheitstechnischen Betreuung kleiner Betriebe" ausführlich über die Neukonzeption der Unfallverhütungsvorschrift für den Einsatz von Betriebsärzten und Fachkräften für Arbeitssicherheit berichtet. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit hat inzwischen die Unfallverhütungsvorschrift "Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit" (BGV A2) der StBG genehmigt. Die neue Vorschrift ist als Nachfolgeregelung der Unfallverhütungsvorschriften "Fachkräfte für Arbeitssicherheit" (BGV A6) und "Betriebsärzte" (BGV A7) seit dem 1. Januar 2005 in Kraft. Die nun aktuell gewordenen Neuerungen werden im folgenden kurz beschrieben.

Neu geregelt
  • Alternative Betreuung (Unternehmermodell) jetzt für Betriebe mit bis zu durchschnittlich 50 Beschäftigten möglich.
  • Flexiblere Regelungen für Kleinbetriebe
  • Reduzierung der Mindesteinsatzzeiten für Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit
Regelbetreuung
Wie bisher gibt es generell die sogenannte Regelbetreuung.
Für Unternehmen mit bis zu durchschnittlich 10 Beschäftigten sieht die neue BGV A2 dabei eine passgenaue Lösung vor, die sich an der realen Gefährdung im Betrieb orientiert - und nicht mehr wie bisher an Mindesteinsatzzeiten.
Im Rahmen der Grundbetreuung führen Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit systematisch die Gefährdungsbeurteilung durch; damit werden die individuellen Gefährdungen im Betrieb als Basis für gezielte Prävention ermittelt.
Diese Betreuung wird mindestens einmal jährlich wiederholt, um praxisgerechte und aktuelle Ergebnisse zu gewährleisten.
Die neue Unfallverhütungsvorschrift regelt zudem die Durchführung anlassbezogener Betreuungen, welche zum Beispiel auf neue Gefährdungen bei Einführung neuer Anlagen oder Arbeitsverfahren eingehen.
Der Zeitbedarf für die Betreuung durch Betriebsarzt sowie Fachkraft für Arbeitssicherheit hängt damit allein von den individuellen betrieblichen Gegebenheiten ab.
In Betrieben mit mehr als 10 Beschäftigten, die regelbetreut werden, wird wie bisher eine Mindesteinsatzzeit für den Betriebsarzt und die Fachkraft für Arbeitssicherheit ermittelt, die sich an der Zahl der Beschäftigten und dem branchentypischen Gefährdungspotential orientiert.
Neu ist, dass sich die Einsatzzeiten für Beschäftigte im kaufmännischen bzw. Verwaltungsteil nach festen Zeiten für jeden Mitarbeiter richten: jährlich 0,2 Stunden je Beschäftigten für die betriebsärztliche Betreuung bzw. 0,3 Stunden für die sicherheitstechnischen Betreuung für alle Industriezweige einheitlich.
Die Mindesteinsatzzeiten für gewerbliche Mitarbeiter werden wie bisher auf Basis einer Sockeleinsatzzeit und der Einsatzzeit je Beschäftigtem sowie dem branchenspezifischen Risiko ermittelt. Die Faktoren, die das Risiko der einzelnen Branchen widerspiegeln, werden gegenüber den bis 2004 gültigen Vorschriften leicht verringert, da das Unfall- und Berufskrankheitengeschehen seit vielen Jahren rückläufig ist.

Die Alternative für Betriebsgröße 50
Ebenso wie bisher sieht auch die neue BGV A 2 mit dem Unternehmermodell eine alternative Betreuung vor. Diese Möglichkeit der aktiven Einbeziehung des Unternehmers in Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz bei gleichzeitiger bedarfsgerechter Beratung und Betreuung durch die Sicherheitsingenieure und Betriebsärzte der StBG steht nun Unternehmen mit bis zu durchschnittlich 50 Beschäftigten offen (bisher 30). Mitgliedsunternehmen mit 30 bis 50 Beschäftigten erhalten im Frühjahr - nach Vorliegen der aktuellen Mitarbeiterzahlen der Betriebe - ein entsprechendes Angebot von der StBG. Sofern Sie nicht mehr als durchschnittlich 50 Arbeitnehmer beschäftigen, können Sie sich jedoch auch jetzt schon an den Geschäftsbereich Prävention der StBG wenden!
Die aktuelle Fassung der Unfallverhütungsvorschrift "Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit" liegt diesem Heft bei. Weitere Exemplare können beim Geschäftsbereich Prävention der StBG unter Fax 0511/7257-790 bzw. Mail an medien@stbg.de angefordert werden. Sie finden den Text auch unter www.stbg.de unter Medien/Unfallverhütungsvorschriften.
Peter Schrandt, StBG

Haben Sie Interesse?
Wenden Sie sich gleich an Ihre zuständige Sektion oder Geschäftsstelle. Dort erhalten Sie Antworten auf Ihre Fragen und können sich gleichzeitig für die Teilnahme am Unternehmermodell anmelden.
Fragen beantworten auch der Leitende Sicherheitsingenieur der StBG, Dipl.-Ing. Christof Göbel, Tel. (0171) 3 36 90 10, sowie der Leitende Arbeitsmediziner, Klaus Schlingplässer, unter Tel. (0170) 7 80 50 72.

Neue Bezeichnungen
Die bisherigen BG-Vorschriften "Fachkräfte für Arbeitssicherheit" (BGV A6) und Betriebsärzte (BGV A7) wurden am 1. Januar 2005 durch die neue UVV "Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit" abgelöst. Die neue Vorschrift erhält die Nummer A2. Die bisherige UVV A2 - Elektrische Anlagen und Betriebsmittel - wird gleichzeitig auf "A3" umgestellt.




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