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Gefährliche Bahnübergänge: Geduld rettet Leben!

Eine Situation, die jeder kennt: Gerade wenn man sich dem Bahnübergang nähert, fängt die Lichtanlage an zu blinken, und die Halbschranke schließt sich. Warten erfordert oft Geduld. Doch wer jetzt meint, noch schnell durchflitzen zu können, riskiert sein Leben und gefährdet andere.
Schranken schließen sich nicht ohne Grund. Züge haben nicht willkürlich Vorrang gegenüber dem Straßenverkehr. Die hohen Geschwindigkeiten, mit denen sie unterwegs sind, werden oft unterschätzt.
Und ein Zug kann weder ausweichen noch rechtzeitig bremsen: Aus voller Fahrt braucht ein Zug bis zu 1.000 Meter zum Anhalten.
Im Durchschnitt wird bei jedem vierten Unfall auf Bahnübergängen ein Mensch getötet. In den meisten Fällen spielten Unachtsamkeit oder Leichtsinn der Kraftfahrer, Radfahrer oder Fußgänger eine wichtige Rolle. Einem Bahnübergang sollte man sich als Verkehrsteilnehmer deshalb stets aufmerksam, bremsbereit und nur mit mäßiger Geschwindigkeit nähern (max. 50 km/h). An Bahnübergängen niemals überholen! Vor dem Überqueren sollte man die Bahnstrecke nach beiden Seiten überblicken und auf akustische Signale achten. Gegebenfalls sollte man vor dem Bahnübergang das Radio leise stellen.
Ob Blinklicht oder Dauerlicht: An Bahnübergängen muss bei Rot angehalten werden.
Gelbes Licht bedeutet ebenfalls "Halt!" für alle Verkehrsteilnehmer vor dem Bahnübergang und "Räumen!" für diejenigen, die ihn gerade noch passieren. Auch wenn die Schranken noch oben sind, muss bei Rot angehalten werden. Öffnen sich die Schranken wieder, darf erst weitergefahren werden, wenn das Lichtzeichen erloschen ist. Auch an Bahnübergängen ohne Andreaskreuz, z. B. an Fuß-, Feld-, Wald- oder Radwegen, hat der Schienenverkehr Vorrang.
Wenn der Bahnübergang wegen eines Rückstaus nicht zügig überquert werden kann, muss vor dem Andreaskreuz angehalten werden. Auf dem Bahnübergang besteht uneingeschränktes Halteverbot, ebenso bis 10 m davor, wenn dadurch die Sicht auf das Andreaskreuz verdeckt wird.
Ansonsten gilt in geschlossenen Ortschaften 5 m vor Bahnübergängen und außerhalb geschlossener Ortschaften 50 m davor das eingeschränkte Halteverbot. Wenn der Wagen ausgerechnet auf dem Bahnübergang streikt, sollte kühler Kopf bewahrt werden: Wenn sich kein Zug nähert, alleine oder mit Hilfe von Passanten das Fahrzeug von den Gleisen bewegen. Nähert sich bereits ein Zug, gibt es nur eins: Aussteigen und in Sicherheit bringen!
Übrigens: Es lohnt sich, beim Warten am Bahnübergang den Motor auszuschalten. Ab 20 Sekunden Standzeit spart es Kraftstoff und schont die Umwelt.


Grafik: Beteiligte an Unfällen bei Bahnübergängen
Durch Unachtsamkeit und Leichsinn sterben an Bahnübergängen viele Menschen





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