www.steine-und-erden.net > 2004 > Ausgabe 1/04 > Kleemann + Reiner: Auch in Stationär-Anlagen stark

[Die Industrie der Steine + Erden]






Kleemann + Reiner: Auch in Stationär-Anlagen stark

Die Qualität, der Preis, die Flexibilität sowie die ökologische Ausbringung eines Produktes entscheiden heute über den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens.
Unter diesen Prämissen wurde dem Anlagenbauer Kleemann + Reiner die Planung und Durchführung eines vollautomatischen Schotterwerks übertragen. Die Integration modernster Aufbereitungstechniken vom Brechvorgang über die Klassifizierung bis zur Vermischung der Produkte führte nach nur 16monatiger Bauzeit zur Inbetriebnahme des "modernsten vollautomatischen Schotterwerkes Deutschlands": NSN / Werk Magstadt.
Beim Vorbruch und der Vorabsiebung wurde der raupenmobile Brecher direkt am gesprengten Haufwerk eingesetzt. Ein großer Radlader beschickt direkt vom Haufwerk den raupenmobilen Vorbrecher mit Bruchgestein aus Muschelkalk. Das gesamte Kalksteinmaterial wird mit einem Vorbrecher zerkleinert, der eine Durchsatzleistung von bis zu 800 t/h hat.
Der Vorbruch von 0 - 300 mm ist über einen fahr- und schwenkbaren Bandförderer direkt auf eine Ringhalde oder über ein versetzbares Bandfördersystem der stationären Aufbereitungsanlage zuzuführen. Mittels fahrbarem Bandaufgabetrichter kann der Aufgabepunkt vom Radlader auf der Bruchsohle verfahrbar platziert werden.
Das 100 m lange Bandfördersystem ist mit einem Radlader in kürzester Zeit und ohne Demontage in die gewünschte Position zu bringen, auch zwischen zwei Sohlen und auf schrägen Rampen. Dieser Einsatz ermöglicht die Einsparung von zwei Muldenkippern und eine direkte Reduzierung der Beschickungskosten durch die Einsparung von mehreren tausend Liter Dieselkraftstoff pro Jahr.
Die klar getrennte Struktur der Aufbereitung ist kompakt über drei Siloreihen mit insgesamt 24 Silos angeordnet und im Kreislauf miteinander verbunden.
Die Struktur ist in drei Stufen unterteilt: In der ersten Stufe - Vorabsiebung mit einer Leistung von 1000t/h - erfolgt die Trennung der Körnung 80 mm und 32 mm auf einem Schwerstück Bananensieb, 16 mm und 5 mm auf einem Spannmattensieb. Hiermit wird ermöglicht, das feuchte, bindige Materialien problemlos abzusieben und den Silokammern zuzuführen sind.
Die zweite Stufe - Mineralbetonanlage mit einer Leistung von 500 t/h - ermöglicht den Vorbruch 80 mm - x und Überschusskörnungen über ein von Kleemann + Reiner speziell entwickelten Prallbrecher SNH 14 mit Mahlbahn zu brechen.
Bei der dritten Stufe - Edelsplittanlage mit einer Leistung von 300 t/h - werden ausschließlich Materialien aus dem zweiten Nachbruch in einem Frequenz gesteuerten Prallbrecher zu Edelsplitt mit einer kubischen Kornform von über 90 Prozent nachgebrochen.
Die Absiebung der dritten Brechstufe erfolgt in allen Edelsplittkörnungen bis zu 32 mm. Damit der Brechsand weitestgehend zu verwenden ist, wurde eine Trennung bis 0,5 mm mit nachfolgender Windsichtung vorgesehen.
In der Verladung können alle produzierten Körnungen einzeln oder über drei fahrbare Abzugsbandförderer und auf zwei Verladestrassen mit einer Gesamtleistung von 2400 t/h, d. h. zweimal 1200 t/h, vermischt und verladen werden. Alle Bandübergaben sind nach dem Mischen mittels Faltenbalk komplett entstaubt und somit ist eine staubfreie Beladung gewährleistet.
Für eine saubere Umwelt mit einem Reststaubgehalt kleiner 10 mg/m³ Luft sind die eingesetzten Entstaubungen mit einer Leistung von über 100.000 m³/h verantwortlich. Nicht die billigste, sondern die günstigste Entstaubung wurde bei dem von K+R geplanten Konzept verwirklicht.
Die Steuerung des Werkes erfolgt über mehrere abgeschlossene Einzelanlagen, die jeweils einen eigenen Schaltschrank und eine speicherprogrammierte Steuerung (SPS) besitzen.
Die Bedienung erfolgt über drei Bildschirmarbeitsplätze für die Produktionssteuerung sowie über zwei PC-Arbeitsplätze für die Verwiegung und Verladung.
Durch die von Kleemann + Reiner selbst gestellte Forderung der größtmöglichen Verfügbarkeit der Anlage wurden vom Kunden geringfügig höhere Anschaffungskosten akzeptiert.
Dies konnte in der Dimensionierung und Zugänglichkeit von Förderbändern, Siebmaschinen, Brechern und Stahlbauten berücksichtigt werden, was zu einer 99,9-prozentigen Verfügbarkeit führt. Bei der Auslegung wurde weiterhin darauf geachtet, das die Reparatur- und Wartungskosten sich auf einem geringen Niveau halten. Dies konnte durch den Einsatz von einem hohen Anteil bei Gleichteilen für Förderbänder, Siebmaschinen, Antriebe, Lager, etc erreicht werden.


Das vollautomatische Schotterwerk Magstadt
Das vollautomatische>
Schotterwerk Magstadt




Inhaltsverzeichnis Ausgabe 1/04 | Zurück zu unserer Homepage