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Das Jahr fängt gut an!

Willi Lange Zum Jahresanfang wird in der Republik Bilanz gezogen und der Handlungsrahmen für die kommenden 12 Monate gesteckt. Gute Nachrichten sind dabei in unseren Tagen eher selten - aber es gibt sie noch! Lassen Sie mich zum Beginn des neuen Jahres für die Berufsgenossenschaft einen positiven Blick in die Zukunft wagen:

Die Strukturreformen innerhalb der BG'en haben deutlich an Fahrt gewonnen! Seit Ende des Jahres ist die Fusion der sieben Bau-Berufsgenossenschaften und der Tiefbau-Berufsgenossenschaft zu nur noch einer Berufsgenossenschaft für die Bauwirtschaft ab dem Jahr 2005 perfekt. Auch wir bei der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft sind mit Hochdruck dabei, die bereits im Jahr 2002 begründete Gemeinschaft mit der Bergbau-Berufsgenossenschaft weiter auszubauen und voranzubringen. Ich bin davon überzeugt, das bisher Erreichte ist auf der Grundlage dieser ersten Erfolge unumkehrbar und wird zu einer neuen strafferen Struktur der gesetzlichen Unfallversicherung führen - zum Nutzen aller Mitglieder.

Ein zweiter Aspekt betrifft die Unfallbilanz des vergangenen Jahres. Vergessen wir eines nicht: Im Kern der gesetzlichen Unfallversicherung geht es noch immer darum, die Anzahl der Schadensfälle, also der Arbeitsunfälle, Wegeunfälle und Berufskrankheiten, mit allen geeigneten Mitteln zu reduzieren. Denn: Jeder Unfall ist nicht nur mit hohen Kosten, sondern auch mit menschlichem Leid verbunden. Deswegen gilt nach meiner festen Überzeugung ein Grundsatz für die gesetzliche Unfallversicherung gestern wie heute: Ein sozialer Staat in vernünftigen Grenzen ist eine unschätzbare Errungenschaft - zum Wohle der Menschen und der Wirtschaft. Umso hoffnungsvoller stimmt mich die Unfallbilanz für das Jahr 2003: Erneut sind die angezeigten Schadensfälle um mehr als 11 % zurückgegangen. Auch die neuen, kostenintensiven Rentenfälle sind erneut gesunken, und zwar um 8 %. Vergleicht man die aktuelle Jahresbilanz mit den Zahlen von 1995, so ist festzustellen, dass die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle in diesen 8 Jahren um 60 (!) % zurückgegangen ist. Bei den Arbeitsunfallrenten hatten wir 1995 noch 525 neue Fälle zu entschädigen - 2003 waren es nur noch 251 Fälle: Dies entspricht einem Rückgang um mehr als 52 %. Insofern darf festgestellt werden: Unsere Investitionen in Prävention wirken - sie sind auch für die Zukunft unverzichtbar!

Als dritten Punkt möchte ich die zukunftsweisenden Beschlüsse in der letzten Sitzung der Vertreterversammlung im Dezember ansprechen. Deutschland stöhnt unter zu vielen gesetzlichen Regelungen und Vorschriften - auch im Arbeitsschutz! Die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft hat sich nicht nur mit konstruktiven Vorschlägen an der Reformdebatte beteiligt - wir haben jetzt gehandelt! Auf einen Schlag wurden 28 der für die Mitgliedsunternehmen der StBG erlassenen 43 Unfallverhütungsvorschriften außer Kraft gesetzt. Galten bisher als BG-Recht für die Mitgliedsbetriebe 1.493 Paragraphen, so sind es ab dem 01. Januar 2004 nur noch 532 Regelungen. Damit beschränken sich unsere Unfallverhütungsvorschriften zukünftig auf die unverzichtbaren, unfallträchtigen Kernbereiche. In allen anderen Segmenten wurden Doppelregelungen abgeschafft, Spielraum zum eigenverantwortlichen Handeln geschaffen und damit ein unübersehbares Signal zum Bürokratieabbau gegeben. Immerhin bedeutet dies einen Abbau von zwei Drittel unserer bisherigen Vorschriften und ein neues, überschaubares und schlankes Regelwerk!

Gleichzeitig gab die Vertreterversammlung den Startschuss dafür, im Laufe dieses Jahres ein leicht verständliches, praxisgerechtes Branchenhandbuch zu entwickeln und neue Vorschläge zur Einführung eines Prämiensystems zu erarbeiten. Mit diesen richtungsweisenden Beschlüssen wollen wir auch weiterhin unsere Bemühungen in der Prävention Ihren Bedürfnissen anpassen und immer wieder zeitgemäße Impulse geben. In dieser Hinsicht dürfen wir gemeinsam also getrost in die Zukunft schauen. Ihnen, als Mitglied unserer Gemeinschaft, und allen Ihren Beschäftigten wünsche ich deshalb an dieser Stelle ein erfolgreiches, unfallfreies und gesundes 2004!



Ihr
Willi Lange




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