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[Die Industrie der Steine + Erden]






Viel Schotter im Schwäbischen:

Teufel vertraut auf Komatsu

Rund zehn Jahre währt schon die Geschäftsbeziehung zwischen der Firmengruppe Teufel in Strassberg, 90 km südlich von Stuttgart, und Kiesel-Baumaschinen in Geisingen. Im September 2002 wurde eine mehrtägige Hausausstellung im Straßberger Schotterwerk von Teufel veranstaltet, zu der 10.000 Besucher kamen. Anlässlich dieser Veranstaltung konnten sich Kunden, Freunde, Interessenten und Nachbarn ein Bild über die Leistungsfähigkeit der Firmengruppe verschaffen. Selbstverständlich wurden auch die zahlreichen modernen Bau- und Gewinnungsmaschinen der Öffentlichkeit präsentiert.
Teufel ist ein alteingesessenes Unternehmen, das 1927 von Schmiedemeister Heinrich Teufel gegründet wurde. Er beschaffte seinerzeit einen 12 PS starken Lanz-Bulldog-Traktor mit einer fahrbaren Steinbrechanlage. Fuhrbetrieb, Lohnsägerei und -drescherei, Landwirtschaft und die Durchführung von Straßenbaumaßnahmen gaben schon bald 30 Beschäftigten Lohn und Brot. 1934 begann man mit der Schotterproduktion. 1948 übernahm der Sohn des Firmengründers, Josef Teufel, zusammen mit seinem Bruder Heinrich die Firmenleitung. Die Phase der Expansion begann. 1960 übernahm man das Schotterwerk Wilhelm Gut (heutiger Hauptsitz der Schotterproduktion) und 1978 das Terrazzowerk Thiergarten, in dem heute das überregional bekannte "Thiergarter Elfenbeinweiß" erzeugt wird.
1988 folgte eine Sandaufbereitungsanlage und 1991 eine Edelsplittanlage. 1994 wurde eine mobile Recyclinganlage, ein Jahr darauf das Transportbetonwerk in Betrieb genommen. Heute werden in Strassberg jährlich rund 500.000 Tausend Tonnen Schotter gefertigt. Hauptabnehmer ist der Straßenbau im Umkreis von rund 30 km.
Zum aktuellen Baumaschinenbestand gehören ein Komatsu-Muldenkipper HD 605, ein 4,5-m3-Radlader WA470-3 für die Rückverladung, vier Kettenbagger der Größen P C300, P C360-5 und P C380-6 zwischen 30 und 40 t Einsatzgewicht sowie vier Mobilbagger mit Drehstiel - einer Ausrüstungsbesonderheit, die nur Komatsu bietet. Der HD 605-5 bietet 60 Tonnen Nutzlast und ein Ladevolumen von 40 Kubikmetern. Komatsu verfolgt bei der Konzeption seiner Gewinnungsgeräte die Strategie, Motor, Getriebe und Achsen aus einer Hand anzubieten. Dieser Antriebsstrang "aus einem Guss" ist Garant für wirtschaftlichen Betrieb und perfekte Abstimmung aller Komponenten. An dem 533 kW starken Turbodieselmotor mit Ladeluftkühler ist ein dreistufiger Wandler angeflanscht, ihm nachgeschaltet ist ein Siebengang-Automatikgetriebe K-Atomics, das seine Kraft an die Außenplaneten-Hinterachse weiterleitet.
Selbstverständlich ist der HD 605-5 mit einem hydropneumatischen Federungssystem mit drei Federhärten ausgestattet. Für den Tiefbaubereich beschaffte Teufel vier Mobilbagger PW150/PW170 mit Drehstiel. So universell ein Mobilbagger mit endlos drehbaren Oberwagen und Verstellausleger ist, so sind auch seiner Bewegungsfähigkeit manchmal Grenzen gesetzt. Mit dem endlos drehbaren Stiel bietet Komatsu in dieser Form als weltweit einziger Bagger-Hersteller eine Arbeitsausrüstung an, die das Einsatzspektrum der Mobilbagger ganz entscheidend erweitert.
Siegfried Hildebrand, Vertriebsleiter des Komatau-Händlers Kiesel Baumaschinen in Geisingen, hat bereits 30 Maschinen mit dieser hochinteressanten Ausführung verkauft. Gerade im Kanalbau, wo oft bei Ausschachtungsarbeiten um in der Baugrube befindliche Schächte, Einläufe oder Schieberführungen "herumgebaggert" werden muss, bewährt sich der endlos drehbare Stiel. Per Tastendruck am rechten Joystick kann der Fahrer den Stiel und das Arbeitswerkzeug in jede beliebige Position bringen. Im Straßenbau bewährt sich der Drehstiel beispielsweise beim Anlegen von Gehwegen. Hier lassen sich mit quer zur Fahrtrichtung geschwenktem Drehstiel Magerbeton, Sand, Splitte sowie Tragschichten oder Frostschutzmaterial äußerst feinfühlig verteilen. Der Oberwagen muss nicht geschwenkt werden und behindert deswegen nicht den laufenden Verkehr.
"Sämtliche Maschinen", so Firmenchef Gerhard Teufel, "werden gekauft und bleiben rund sechs bis acht Jahre in unserem Unternehmen". Danach werden sie meist an den zuständigen Händler Kiesel, der 70 km weit entfernt ist, zurückgegeben und gegen neue getauscht. Kiesel ist für Wartungs- und Servicearbeiten zuständig, wobei die firmeneigenen Werkstatt die Maschinen permanent durchsieht und funktionsfähig erhält. Auch die Schulung der Fahrer und Monteure wird von Siegfried Hildebrand, dem zuständigen Niederlassungsleiter von Kiesel, und seinen Kollegen übernommen. Und dafür, dass die Geschäftsbeziehung noch lange dauern wird, sorgen vor allem die noch einige Jahrzehnte reichenden Vorkommen in und um Strassberg, die Teufel noch ausbeuten wird.

Anfang September 2002 veranstaltete Teufel eine mehrtägige Hausausstellung, zu der rund 10.000 Besucher kamen
Anfang September 2002 veranstaltete Teufel
eine mehrtägige Hausausstellung, zu der
rund 10.000 Besucher kamen






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