www.steine-und-erden.net > 2003 > Ausgabe 1/03 > Rekultivierungspreis für Heidelberger Baustoffwerk Zirkow

[Die Industrie der Steine + Erden]






Rekultivierungspreis für Heidelberger Baustoffwerk Zirkow

Engagiert für naturnahe Rohstoffgewinnung und vorbildliche Rekultivierung


Zum dritten Mal wurde am 5. September 2002 in Schwerin der alle zwei Jahre ausgelobte Rekultivierungspreis des Wirtschaftsministeriums Mecklenburg-Vorpommern für hervorragende Nachfolgenutzungen von ehemaligen oberflächennahen Rohstoffgewinnungsobjekten sowie das Gütesiegel durch den stellvertretenden Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Thilo Schelling, überreicht.
Mit dem Rekultivierungspreis werden Unternehmen ausgezeichnet, die in besonderem Maße die Belange des Umwelt- und Naturschutzes bei der bergrechtlich vorgeschriebenen Wiedernutzbarmachung ehemals bergbaulich genutzter Tagebaue berücksichtigen. Darüber hinaus muss die Nachhaltigkeit der durchgeführten Rekultivierungs bzw. Renaturierungsmaßnahmen deutlich erkennbar nachgewiesen werden. Mit der Verleihung des Gütesiegels wird die vorbildliche naturnahe Kies- und Sandgewinnung als unabdingbare Vorraussetzung für künftig erfolgreiche Rekultivierungsmaßnahmen ausgezeichnet. Beide Preise wurden erstmals 1998 durch den Fachverband Kies und Sand, Splitt, Mörtel und Transportbeton Nord-Ost e.V. (FANO), Berlin, initiiert.
In diesem Jahr fiel die Auswahl besonders schwer, weil mehrere Bewerber sehr konkrete, schlüssige und fast gleichwertige Wiedernutzbarmachungen auf hohem Niveau nachgewiesen und die gestellten Anforderungen in hervorragender Weise umgesetzt haben. Immer mehr Rohstoffgewinnungsunternehmen in Mecklenburg-Vorpommern können auf vorbildliche Weise unter Beweis stellen, dass die notwendigen Gewinnungen mineralischer Rohstoffe nur zeitlich begrenzte Eingriffe in den Naturhaushalt darstellen und nichts mit Landschaftszerstörung zu tun haben. Bemerkenswert ist, dass der Abbau in einigen der ausgezeichneten ehemaligen aktiven Tagebaue früher im Spannungsfeld von Kommunen und Bevölkerung erfolgte; dagegen stößt die Rekultivierung heute auf einhelligen Beifall.
Der Rekultivierungspreis Mecklenburg-Vorpommern des Jahres 2002 wurde in mehreren Kategorien vergeben.
Einer der Gewinner der beiden ersten Preise ist der Tagebau Zirkow auf der Insel Rügen, der zur Heidelberger Baustoffwerke GmbH gehört. Der Flächen-umfang der Rekultivierung beträgt 24,19 ha und beinhaltet eine 20 Jahre bergbaulich genutzte Lagerstätte. Insgesamt wurden hier etwa 2,2 Millionen t Kiessand gewonnen. Geschaffen wurde ein Gewässer von 6,7 ha mit Flachwasserbereichen und reliefbetonten Ausbuchtungen, ein Biotopverbund mit bestehenden Waldflächen und die Aufforstung von 2,3 ha Wald sowie Feldgehölzen. Die Vielseitigkeit der Lebensräume beruht auf dem Wechsel von Seefläche mit flachen Uferbereichen mit Schilfgürtel sowie nährstoffarmen Trockenstandorten mit Waldbereichen.
Besonders hervorhebenswert ist nach Ansicht der Jury die bereits umgesetzte integrierende Landschaftseinpassung des ehemaligen Tagebaus, in dem die aktive Förderung noch bis März 2002 erfolgte. Kupiertes Gelände und landschaftsbestimmende Elemente wurden miteinander verbunden und stellen ein beachtliches Potenzial für Landschafts- und Naturentwicklung in vielfältiger Form dar. Die verbindenden Waldanpflanzungen, die gegen Wildverbiss geschützt sind, befinden sich in einem guten Zustand. Der Betreiber hat hier mit großer Sorgfalt die Wiedernutzbarmachung gemäß zugelassener und mit den Fachbehörden abgestimmter Planung umgesetzt und ein hervorragendes Rekultivierungsobjekt geschaffen.
Anlässlich der Preisverleihung betonte Dr. Jürgen Kranz, Geschäftsführer FANO, dass die diesjährigen Preisträger neue Maßstäbe für vorbildliche Rekultivierungs- und Renaturierungsmaßnahmen gesetzt hätten. Die Preise seien ein Ansporn für die gesamte Rohstoff gewinnende Industrie. Gleichzeitig sprach Dr. Kranz der Kies- und Sandindustrie besonderen Dank für ihre umfangreichen Leistungen und Unterstützungen bei der Hochwasserhilfe und beim Schutz der Deiche aus. Die tatkräftige Hilfe aller sei nicht hoch genug zu würdigen, doch sollte diese hohe Einsatzbereitschaft und umfangreichen Hilfsmaßnahmen durch engagierte Unternehmen auch in der Öffentlichkeit zumindest erwähnt werden.

Verleihung des Rekultivierungspreises (v.l.): Ulrich Knöfler, Leiter des Bergamtes Stralsund; Jürgen Haase, Leiter Rohstoffsicherung Heidelberger Baustoffwerke GmbH, Neukloster; Dr. Jürgen Kranz, Geschäftsführer FANO, und Thilo Schelling, stellvertr. Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern Der Rekultivierungspreis
Verleihung des Rekultivierungspreises (v.l.):
Ulrich Knöfler, Leiter des Bergamtes Stralsund;
Jürgen Haase, Leiter Rohstoffsicherung
Heidelberger Baustoffwerke GmbH, Neukloster;
Dr. Jürgen Kranz, Geschäftsführer
FANO, und Thilo Schelling, stellvertr.
Staatssekretär im Wirtschaftsministerium
Mecklenburg-Vorpommern
Der Rekultivierungspreis


Der Tagebau Zirkow / Rügen erhielt den Rekultivierungspreis 2002 für vorbildliche naturnahe Rekultivierung
Der Tagebau Zirkow / Rügen erhielt den
Rekultivierungspreis 2002 für vorbildliche
naturnahe Rekultivierung






Inhaltsverzeichnis Ausgabe 1/03 | Zurück zu unserer Homepage