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[Die Industrie der Steine + Erden]






MFL-Brechanlage mit geringerem Verschleiß

Die Maschinenfabrik Liezen und Giesserei Ges.m.b.H., kurz MFL, stellte auf der Steinexpo 2002 aus der Reihe der grün-gelben Klassiker eine raupenmobile Einschwingen-Backenbrecheranlage STE 100-60/T aus.
Die Anlage weist gegenüber ihren Vorgängern zwei wesentliche Verbesserungen auf. Einmal ist es durch den Perkins-Dieselmotor 1306 E-87 TA, der eine Leistung von 198 kW bei 1500 Upm sicherstellt, gelungen, die Emissionen bei noch niedrigerem Dieselverbrauch deutlich zu senken, zweitens verfügt die Anlage über eine doppelte Vorabsiebung, durch die Verstopfungen und Verschleiß minimiert werden können. Einstufige Vorabsiebungen, die durch möglichst geringe Spaltweiten in den Rosten verhindern sollen, dass zuviel Nutzkorn verschenkt wird, wirken bei der Aufgabe von feuchtem oder klebrigen Gut häufig nachteilig. Zu leicht setzen sich die Spalte zu und die gewünschte Entlastung des Brechraumes ist genauso dahin wie die Siebleistung. Die zweistufige Vorabsiebung der STE 100-60/T entschärft diese Situation durch eine großzügigere Dimensionierung der Roste im Oberdeck deutlich.
Wird das Aufgabematerial aus dem sechs Kubikmeter fassenden Trichter kontinuierlich durch die Vibrationsförderrinne in den Vorsiebbereich bewegt, trennt eine 2-Stufen-Rostsektion im Oberdeck von je 750 mm Länge und einer Spaltweite von 80 mm das Aufgabematerial für den Brecher vom kleineren Siebdurchlauf ab. Letzterer passiert in einem zweiten Schritt im Unterdeck ein ebenfalls zweistufiges Fingersieb mit einer Spaltweite von etwa 30 mm. In zwei Trennschnitten entstehen so bereits vor dem Brechprozess Fraktionen von 0/52 mm und 0/22 mm. Neben der Tatsache, dass sich die Roste im Oberdeck auf Grund der größeren Spaltweite auch bei Feuchtigkeit kaum noch zusetzen, gelingt es auf diese Weise auch, das Feinstkorn ohne weitere Siebschritte aus dem Aufbereitungsprozess zu entfernen und über ein Reversierband seitlich auszutragen. Die Körnung 0/52 dagegen wird unterhalb des Brechers dem Hauptaustragsband aufgegeben und ergänzt das Gesamtaufkommen an Nutzkorn.
Nur wirkliches Brechgut, Naturstein oder mineralischer Bauschutt > 80 mm, gelangt nach der effizienten Vorabsiebung schließlich in den Brech-raum, der auf diese Weise bereits präventiv vor übermäßigen Verschleiß durch schmirgelndes Feinkorn geschützt werden kann. Der Einschwingen-Backenbrecher mit einer Aufgabeöffnung von 1000 mm x 600 mm verfügt über eine hydraulische Brechspaltverstellung und liefert bereits in der einstufigen Zerkleinerung ein überzeugend kubisches Produkt zwischen 0/70 bis 0/200 mm.
Der durchschnittliche Stundendurchsatz der Anlage beträgt etwa 200 t in Abhängigkeit von Aufgabematerial und Spaltweite. Das gebrochene Mineralgut und die Fraktion 0/52 mm aus der Vorabsiebung werden vom großzügig dimensionierten Hauptaustragsband 1000 mm x 9800 mm aufgehaldet oder bedarfsweise einer nachgeschalteten mobilen Siebanlage übergeben. Sollte sich - was wahrscheinlich nur in der Natursteinaufbereitung zum Tragen kommt - der Fall einstellen, dass mehr Feinstkorn gebraucht wird, lässt sich der Siebdurchlauf beider Vorsiebe durch eine Wechselschurre auf das Hauptaustragsband leiten.
Serienmäßig verfügt die raupenmobile STE 100-60/T über eine SPS-Steuerungseinheit und eine 7-Kanal Funkfernsteuerung. Optional wird eine Bandwaage angeboten. Für Einsätze im Baustoffrecycling empfehlen sich als Zusatzausrüstung natürlich ein Überbandmagnetabscheider sowie eine Biegezone für den störungsfreien Austrag von Moniereisen.

Von allen Seiten ansehnlich und mit einigen neuen Raffinessen ausgestattet - der Einschwingen-Backenbrecher STE 100-60/T auf Raupenfahrwerk
Von allen Seiten ansehnlich und mit einigen
neuen Raffinessen ausgestattet - der Einschwingen-
Backenbrecher STE 100-60/T auf Raupenfahrwerk




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