www.steine-und-erden.net > 2003 > Ausgabe 1/03 > Kalksteingewinnung mit neuer Technik

[Die Industrie der Steine + Erden]






Kalksteingewinnung mit neuer Technik

"Auf zu neuen Ufern" hat sich die Schencking Kalk- und Kalksandsteinwerke GmbH & Co. KG mit ihren 67 Mitarbeitern gemacht. Seit ein paar Wochen setzt das Unternehmen bei seinem Standort in Lienen ein neues Verfahren bei der Gewinnung von Kalkstein ein. Bisher wurde das Material gesprengt, nun erfolgt der Abbau mit einem Caterpillar Hydraulikbagger 5110 mit Reißzahn. Das Kalkwerk in Lienen hat sich für das neue Gerät aus der Produktpalette der Zeppelin Baumaschinen GmbH, Garching bei München, entschieden, "weil wir damit den hochwertigen Rohstoff Kalkstein noch wirtschaftlicher gewinnen können," berichtet der Geschäftsführer Felix Hebler. Auf eine höhere Tonnenleistung verwertbaren Kalkstein pro Tag kommt es an, nicht zuletzt weil seit der BSE-Krise und dem Verbot, Tiermehl zu verfüttern, die Nachfrage nach Futterkalk exponential gestiegen ist.
Zunächst stand nur der Wechsel des Gerätes an. Die Wahl fiel auf den Cat 5110 mit Reißzahn und 125 Tonnen Einsatzgewicht, nachdem in Zusammenarbeit mit den Zeppelin Mitarbeitern der Projekt- und Einsatztechnik nach einigen Tests die Gerätegröße festgelegt und das Abbauverfahren überprüft wurde. "Nach intensiver Prüfung haben wir festgestellt, dass das Reißen von Gestein zu weitaus weniger Feinmaterial im Abbruch, sprich weniger Abfallprodukt führt, als das Sprengen", erklärt der Geschäftsführer, "denn zum Brennen von Kalk können nur stückige Kalksteine eingesetzt werden." Zudem treten weniger Rissbildungen auf, da das Reißen auf eine einzelne Schicht bezogen ist, während das Sprengen einen ganzen Block erfasst. Letztendlich kann so durch das Reißen auch ein besseres Endprodukt, wie Branntkalk, Weißkalk, ungebrannter Kalk und Kohlensaurerkalk entstehen. Die Steinkörnungen von ca. 18 mm aufwärts werden zu Kohlesaurem- und Futterkalk verarbeitet. Sie sind weniger verschmutzt, da das Material nach dem Reißen direkt verladen und gesiebt wird. Die Umstellung im Abbauverfahren bringt auch Herausforderungen für das Personal mit sich, denn die drei sich im Einsatz abwechselnden Fahrer müssen mit der neuen Gewinnungstechnik vertraut werden. "Das Gefühl dafür muss neu gefunden werden", so Hebler, "denn der Baggerfahrer trifft nun die Entscheidung, welche die beste Stelle ist, um den Reißzahn anzusetzen."
Warum entschied sich die Schencking Kalk- und Kalksandsteinwerke GmbH & CO. KG mit einem Gerät von Zeppelin zu arbeiten? "Zeppelin hat bei der Beratung überzeugt", antwortet Felix Hebler. Und Fred Cordes, Leiter der betreuenden Zeppelin Niederlassung in Osnabrück erklärt: "Wir haben mit der Firma Schencking zunächst eine Wirtschaftlichkeitsberechnung durchgeführt, die deutlich gezeigt hat, dass es Sinn macht, auf das neue Verfahren umzustellen." In Summe war das Angebot von Zeppelin das überzeugendste, "nicht zuletzt unter Berücksichtigung des hohen Wiederverkaufswertes, den man bei Cat-Maschinen hat," erläutert Hebler. Das Gerätekonzept des Hydraulikbaggers lasse auch wegen der Zugänglichkeit der Komponenten wie Motor und Hydraulik, die sehr übersichtlich gestaltet seien, keine Wünsche mehr offen.
Dabei kommt dem Kalkwerk Lienen die räumliche Nähe zur Niederlassung Osnabrück zugute. Das Leistungspaket von Zeppelin wird voll ausgeschöpft, denn von dem Gerät wird höchste Verfügbarkeit erwartet. "Ausfallzeiten länger als 24 Stunden können wir nicht in Kauf nehmen", äußert Hebler. "Bei so einem Schlüsselgerät müssen wir alle Register ziehen", versichert Niederlassungsleiter, Fred Cordes, "dessen sind wir uns bewusst." Aber schon alleine die 98-prozentige Quote bei der Auslieferung von Ersatzteilen innerhalb eines Tages sowie die Verfügbarkeit des Zeppelin-Services rund um die Uhr sprechen dafür, dass der Marktführer auch dieser Herausforderung gewachsen ist.


Abteilungsleiter Projekt- und Einsatztechnik der Zeppelin Baumaschinen GmbH, Hans-Joachim Schinkel, prüft vor Ort, welcher Gerätetyp für die Anforderungen der richtige ist
Abteilungsleiter Projekt- und Einsatztechnik
der Zeppelin Baumaschinen GmbH, Hans-Joachim Schinkel,
prüft vor Ort, welcher Gerätetyp für die Anforderungen
der richtige ist




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