www.steine-und-erden.net > 2003 > Ausgabe 1/03 > HeidelbergCement und Pisa

[Die Industrie der Steine + Erden]






HeidelbergCement und Pisa:

Wie der Baustoffkonzern mit seinem Konzept KIS "Schule macht"

Seit der Pisa-Studie (Program for International Student Assessment) wurde in Deutschland der nationale Bildungsnotstand ausgerufen. HeidelbergCement hat dagegen bereits 2001 einen Bildungspakt geschlossen, um die Beziehungen zwischen Schule und Wirtschaft zu verbessern.
Das Projekt KIS (Kooperation Industrie und Schule) fordert das ein, was laut "PISA" das deutsche Bildungswesen nicht leistet: eigenständig denkende und arbeitende Schüler. Das Konzept der Wissensvermittlung von KIS ist vielfältig und von daher nur unzureichend mit einem kognitiven Ansatz vergleichbar und beschreibbar. Schlagwortartig kann der Ansatz mit dem Begriff "learning by doing" umrissen werden.
Der Erfolg und die durchweg positive Resonanz auf KIS zeigt, dass Schülern und Lehrern die Chance zu mehr Initiative und neuen Lernformen gegeben werden muss. Dazu wurden zum Beispiel Werksbesichtigungen und Betriebspraktika durchgeführt.
Initiatoren von KIS waren der damalige Marketingleiter Franz Raab, der ehemalige Leiter des Zementwerks Leimen, Günter Schneider, sowie der Schulleiter des Gymnasiums Walldorf, Horst Henni.
Diese Zusammenarbeit ist auf eine langjährige Entwicklung der gemeinsamen Aktivitäten ausgerichtet. Es geht dabei vor allem darum, eine deutlich engere Verzahnung zwischen Unterricht und Praxisbezug zu erreichen.
"Schulische Bildung, die unsere Kinder auf die Arbeitswelt und den globalen Wettbewerb vorbereitet, können wir nur erreichen, wenn diejenigen, die heute in der Praxis stehen, ihren Erfahrungsschatz aktiv einbringen", sagt Marketingleiter Georg Kühling. Das Lernen findet nicht mehr nur im Klassenraum statt, sondern an verschiedenen Lernorten und in unterschiedlichen Gruppen, die sich projektbezogen zusammenfinden. Ob Biologie, Erdkunde, Politik oder Geschichte - HeidelbergCement hat auch 2002/2003 ein besonderes Angebot für den Schulunterricht. Die Lehrer übernehmen dieses Angebot, wenn der Lehrplan im Unterrichtsstoff Gemeinsamkeiten zeigt.
Im Rahmen des KIS-Projektes entsteht auch eine Schülerzeitung, die von der Redaktion "wir Heidelberger" (Mitarbeiterzeitung des Unternehmens für die Region Zentraleuropa West) begleitet wird. Dabei sollen die Schüler selbstständig Informationen recherchieren und analysieren.
Ab Januar 2003 können sich Lerngruppen für die erste Projektphase anmelden bzw. Beiträge einsenden. Bei dieser Form des selbstgesteuerten Lernens wandelt sich auch die Rolle des Lehrers, der Lernhelfer und -anreger wird.
Die Initiative KIS zeigt, dass die benötigten Fähigkeiten zwar außerhalb des Unterrichts, aber zusammen mit der Schule vermittelt werden können.




Inhaltsverzeichnis Ausgabe 1/03 | Zurück zu unserer Homepage