www.steine-und-erden.net > 2003 > Ausgabe 1/03 > Änderung der Gefahrstoffverordnung

[Die Industrie der Steine + Erden]






Änderung der Gefahrstoffverordnung

Die Änderung der Umgangsvorschriften in der Gefahrstoffverordnung hat einen formalen und mehrere inhaltliche Gründe. Der wesentliche inhaltliche Grund ist die Tatsache, dass die Gefahrstoffverordnung neben der Arbeitsstättenverordnung die letzte "große" Arbeitsschutzvorschrift ist, in der noch nicht die Gefährdungsbeurteilung im Mittelpunkt der Schutzmaßnahmenkonzepte steht. So werden die Schutzmaßnahmen in der Gefahrstoffverordnung sich zukünftig nicht mehr allein nach den intrinsischen (den Stoffen innewohnenden) Eigenschaften von Gefahrstoffen richten, sondern das jeweilige Arbeitsverfahren und die damit verbundene Exposition wird eine mindestens ebenso große Rolle spielen. Der Unternehmer wird zukünftig also nicht nur Informationen über die Stoffe beschaffen, sondern auch seine Betriebseinrichtungen, die Arbeitsverfahren und die Wirksamkeit der getroffenen Schutzmaßnahmen umfassend beurteilen und dokumentieren müssen.
Außerdem ist das System von Grenzwerten in der Luft am Arbeitsplatz in den letzten Jahrzehnten immer komplizierter geworden, so dass es inzwischen selbst für Fachleute nur noch schwer durchschaubar ist. Aus diesem Grunde wird die neue Gefahrstoffverordnung auch ein völlig neues Grenzwertkonzept enthalten, das als sog. "Ampelmodell" diskutiert wird und für die Anwender klarere und übersichtlichere Kriterien für die Auswahl von Schutzmaßnahmen bieten soll.

Dr. Hansmartin Reimann, StBG
Kurt Kolmsee, StBG




Inhaltsverzeichnis Ausgabe 1/03 | Zurück zu unserer Homepage