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[Die Industrie der Steine + Erden]






Flexible Anlagentechnik für Wasserbausteine

Die Produktion von Wasserbausteinen stellt besondere Ansprüche an die maschinelle Ausstattung. Meist ist die vorhandene stationäre Anlage für die Herstellung von Mineralbeton oder Edelsplitt geeignet, die spezifische technische Ausrüstung für die Produktion von Wasserbausteinen ist jedoch nicht verfügbar. In vielen Werken gibt es hierfür besondere separate stationäre oder mobile Installationen. Für die Größenklassen 0/3 haben sich heute mobile Installationen bewährt. Entsprechend dem Anwendungszweck entwickelte und optimierte Anlagen im Mobilbereich haben den Vorteil, dass sie innerhalb des Steinbruches an separaten Abbaustellen eingesetzt werden können und damit die Fahrwege für Radlader oder Bagger zum Haufwerk minimiert sind.
Kleemann + Reiner, Göppingen, hat für die Firma Stricker, Dortmund, mehrere mobile Züge geliefert. Die Anlagen bestehen aus einer kettenmobilen Vorbrechanlage mit einer separaten kettenmobilen Siebanlage und sind ausgelegt für die Herstellung von Wasserbausteinen der Klasse 1 und 2, können aber auch zur Herstellung von Mineralbeton oder im Recycling eingesetzt werden.
Die Abbildung zeigt einen speziellen Einsatz, bei dem drei Endkörnungen hergestellt werden: ein 0/32 mm, 32/100 mm und 100/300 mm. Das 0/32 Produkt wird direkt vermarktet, das 32/100 wird der Nachversplittung über Kreiselbrecher zugeführt, und 100/300 mm sind Wasserbausteine der Klasse 2 nach TLW. Die Gesamtaufgabeleistung bei diesem Einsatz beträgt 300 - 350 t/h.
Das gesprengte Haufwerk wird mit einem Bagger in die Vorbrechanlage gegeben. Ein entsprechend groß ausgelegter Vorratstrichter sorgt für die kontinuierliche Beschickung der Anlage. Auf der Vorbrechanlage ist ein langes Vorsieb installiert, das insbesondere bei Vorkommen mit großer Verunreinigung absolute Voraussetzung ist für ein sauberes Endprodukt. Obwohl es sich um eine mobile Anlage handelt, bietet das Vorsieb die gleichen Möglichkeiten wie im stationären Anlagenbau. Als Doppeldeckersieb besteht die Möglichkeit, das vorabgesiebte Material nochmals zu trennen. Je nach Verschmutzungsgrad wird also im Oberdeck bei 100 mm abgesiebt. Auf dem Unterdeck kann nochmals eine Trennung z. B. bei 30 mm erfolgen, so dass nur ein 0/30 mm oder kleiner, je nach Siebbespannung, als verunreinigtes Vorsiebmaterial ausgetragen werden muss. Die Körnung 30/100 mm wird dem gebrochenen Material zugeführt.
Der installierte Backenbrecher, Typ SSTR 1200 x 800 mm, zählt zur neuen Generation der Hochleistungsbrecher von Kleemann + Reiner. Diese neue Brechergeneration wurde in den letzten drei Jahren entwickelt und kontinuierlich verbessert. Über Infinite-Elementeberechnung erfolgte eine Optimierung hinsichtlich Gewicht und Stabilität. Die konstruktive Auslegung des Brechers wurde so optimiert, dass eine einfache Handhabung und schneller Werkzeugwechsel möglich ist. Das spezielle Druckplattensystem mit hydraulischer Einstellung ermöglicht Spalteinstellungen zwischen 50 und 200 mm.
Die Brechanlage verfügt über ein Abführband der Breite 1400 mm und kann damit große Leistungen grober Körnung unproblematisch zur Siebmaschine oder zur Aufhaldung abtransportieren. Die komplette Brechanlage ist, trotz dieser hohen Brechleistung und seiner massiven Bauweise, ohne Demontagearbeiten auch auf der Straße transportierbar. Für die Herstellung von Wasserbausteinen der Klasse 3 sind deutlich größere Anlagen aus dem Maschinenprogramm nötig, die zum Transport in Einzelteile demontiert werden. Darüber hinausgehende Wasserbausteinklassen werden durch Sprengen und Sieben hergestellt.
Die dargestellte Siebanlage trennt Wasserbausteine bis Klasse 2. Im Unterdeck wird bei 32 mm getrennt, im Oberdeck bei 100. Das 32/100 wird weiterverarbeitet über die im Hintergrund abgebildete Kreiselbrecheranlage. Die Wasserbausteine der Größe 100 - 300 mm werden nach vorne ausgetragen. Für eine derartige Absiebung ist natürlich eine massive und schwere Siebmaschine nötig. Im vorliegenden Fall kann auf die Siebmaschine Körnung bis zur Größe 500 mm Kantenlänge aufgegeben werden. Ein schwerer Aufgeber mit entsprechendem Trichtervolumen übergibt auf die Siebmaschine. Das hohe Trichtervolumen gibt die Möglichkeit, die Anlage auch separat mit Bagger oder Radlader zu beschicken oder direkt über die Brechanlage, so dass Schwankungen in der Aufgabe brecherseits im Trichter gepuffert werden. Das Sieb, in Schwerstückausführung, hat eine Fläche von 1,80 x 5,00 m. Das Überkorn wird direkt auf ein 1400 mm breites Austragsband, ebenfalls in schwerer Ausführung, übergeben, damit das entsprechende Überkorn im vorliegenden Fall 100/300 mm auf Halde ausgetragen wird. Die beiden übrigen Körnungen 0/32 und 32/100 mm werden über seitlich hydraulisch schwenkbare Bänder aufgehaldet.


Vorbrechanlage. Die Gesamtaufgabeleistung beträgt 300 bis 350 t/h.
Vorbrechanlage. Die Gesamtaufgabeleistung
beträgt 300 bis 350 t/h.






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