www.steine-und-erden.net > 2002 > Ausgabe 1/02 > Rohstoffabbau mit Sicherheit

[Die Industrie der Steine + Erden]






Rohstoffabbau mit Sicherheit

StBG auf dem Rohstofftag NRW in Viersen

Die Gewinnung von Bodenschätzen steht im Konflikt mit zahlreichen anderen Nutzungsansprüchen, es gilt einen Ausgleich zwischen Ökonomie und Ökologie zu finden - so das zentrale Thema des Rohstofftags Nordrhein-Westfalen 2001.
Zum ersten Mal seit 30 Jahren, eröffnete Franz Bernd Köster, Gesamtverbandsvorsitzender des Wirtschaftsverbandes Naturstein-Industrie, den Rohstofftag NRW.
Eingeladen vom Arbeitskreis Steine und Erden NRW unter der Schirmherrschaft von Ernst Schwanhold, Minister für Wirtschaft, Energie und Verkehr des Landes NRW, diskutierten Wirtschaft und Politik, Verwaltung und Umweltschutzorganisationen über eine nachhaltige Rohstoffgewinnung.
Gerade für Nordrhein-Westfalen ist die Rohstoffgewinnung ein brisantes Thema. Auf der einen Seite ist die Wirtschaft auf Kies, Sand, Kalk, Ton und Zement angewiesen. Kaum ein Baustoff vom Beton über den Ziegelstein bis hin zur Bodenfliese kommt ohne diese Rohstoffe aus. Aber auch andere Industrien hängen davon ab, wie beispielsweise die Glas- und Pharmahersteller. Für die bundesweite Bedarfsdeckung sind die nordrhein-westfälischen Vorkommen essentiell, wie Hans Dieter Hilden vom Geologischen Dienst schilderte. Denn NRW ist das rohstoffreichste Land der Bundesrepublik.
Andererseits sind Steine und Erden Rohstoffe, die nicht nachwachsen. Nachhaltige Planung ist deshalb unabdingbar. „Beim Abbau von Ressourcen müssen wir uns immer fragen: Wie viel lassen wir den kommenden Generationen übrig?", stellte Klaus Brunsmeier, Landesvorsitzender des BUND NRW, beim Rohstofftag fest.
Dass Investitionen, Rohstoffgewinnung und Naturschutz keine Gegensätze darstellen, erläuterte Michael Basten vom Bundesverband der Deutschen Zementindustrie. Denn der Abbau ist immer nur eine Raumnutzung auf Zeit. In der Folgenutzung entstehen heute überwiegend wertvolle Naturschutzgebiete - eine langfristige Verbesserung der Natur, denn in NRW wurden die entsprechenden Flächen vor dem Abbau meist sehr intensiv landwirtschaftlich genutzt.
Mit einer Exkursion zum Kies- und Betonwerk Vorst konnten die Thesen vor Ort beurteilt werden. Herr Dr. Schübel, Vorstandsvorsitzender der Readymix AG, erläuterte, dass in seinem Werk die Rohstoffgewinnung und Renaturierung Hand in Hand geht. Während am einen Seeufer noch abgebaut wird, entsteht an anderen Stellen bereits neuer Lebensraum.
Beim Abbau von Rohstoffen sollte jedoch nicht nur an die Umwelt gedacht werden, sondern natürlich auch an die Sicherheit der Mitarbeiter in den vielen Steinbrüchen, Kiesgruben und Zementwerken. Deshalb beteiligte sich auch die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft mit einem Informationsstand an der Veranstaltung. Hier konnten sich die Teilnehmer über das vielfältige Dienstleistungsangebot der StBG informieren.
Alles aus einer Hand - von der Prävention über die Heilbehandlung bis hin zur Rehabilitation. Das alles bietet die Steinbruchs-BG ihren Mitgliedsbetrieben. Vielen Gästen war dieses Angebot bisher nicht bekannt. So nutzten sie diese Veranstaltung auch um spezielle betriebliche Probleme aus dem Arbeits- und Gesundheitsschutz mit den Mitarbeitern der StBG zu diskutieren.
Trotz widersprüchlicher Haltungen setzte der Rohstofftag auf Annäherung durch Dialog. Alle Beteiligten waren sich einig, dass Sicherheit, Umweltschutz, Arbeitsplätze und Bedarfsdeckung als gleichermaßen wichtige Bestandteile einer nachhaltigen Entwicklung nur gemeinsam erreicht werden können.

Dipl.-Ing. (FH) Christof Göbel, StBG
Dipl.-Med. Christine Wustrau, StBG


Der Informationsstand der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft auf dem Rohstofftag war ständig umlagert Die Mitarbeiter der Steinbruchs-BG informierten über ihre Angebote an die Mitgliedsbetriebe
Der Informationsstand der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft
auf dem Rohstofftag war ständig umlagert
Die Mitarbeiter der Steinbruchs-BG informierten über
ihre Angebote an die Mitgliedsbetriebe




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