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[Die Industrie der Steine + Erden]






Readymix präsentiert vorbildliche Rekultivierung

Umweltpreis für Transportbeton-Anlage


Mehr als 70 Kies- und Splittwerke bilden in Deutschland die Rohstoffbasis der Readymix Baustoffgruppe. Mit einem Absatz von rund 30 Millionen Tonnen mineralischer Rohstoffe aus Produktion und Handelsaktivitäten konnte sich das Unternehmen im vergangenen Jahr im deutschen Markt gut behaupten. Langfristig verfügt der zur englischen RMC Group p.I.c. gehörende Baustoffproduzent über Rohstoffvorräte für mehr als 20 Jahre.
Bereits seit Anfang der 70er Jahre gewinnt Readymix am Niederrhein mineralische Rohstoffe. Das Werk Vorst, bei Krefeld am Niederrhein gelegen, zählt zu den modernsten Readymix-Kieswerken. Es wurde 1999 mit einem Kostenaufwand von zehn Millionen DM neu errichtet, das Abbaugebiet beträgt 45 Hektar und wird begleitend als Sekundärbiotop im Sinne des Arten- und Biotopenschutzes entwickelt.
Ebenfalls 1999 errichtete die Readymix AG auf dem Betriebsgelände Vorst eine neue Transportbeton-Anlage und sicherte sich damit in dem wichtigen Marktraum langfristig ihre Zukunftsperspektiven. Auf dem diesjährigen Kongress des Europäischen Transportbetonverbandes (Ermco) in Berlin wurde diese TB-Anlage wegen ihres geringen Energieverbrauchs, der niedrigen Lärmbelästigung, ihrer guten verkehrstechnischen Anbindung sowie des hohen Sicherheitsstandards mit dem Ermco-Umweltpreis ausgezeichnet.
Die Kies-Lagerstätten in Vorst weisen ein für diese Region typische Zusammensetzung auf: ein Kies zu Sand-Verhältnis von 35 zu 65 Prozent. Die Mächtigkeit der Kiesschichten beträgt 17 bis 26 Meter.



1999 wurde das Readymix Kieswerk Vorst mit einem Kostenaufwand von 10 Millionen DM neu errichtet. Das Abbaugebiet umfasst 45 Hektar, das Kies-Sand-Verhältnis liegt bei 35 zu 65 Prozent, die Vorräte betragen etwa 6.5 Mio. t und reichen bis zum Jahr 2016.
1999 wurde das Readymix Kieswerk Vorst mit einem
Kostenaufwand von 10 Millionen DM neu errichtet.
Das Abbaugebiet umfasst 45 Hektar, das Kies-Sand-
Verhältnis liegt bei 35 zu 65 Prozent, die Vorräte
betragen etwa 6.5 Mio. t und reichen bis zum Jahr 2016.




Stundenleistung 250 t Rohkies

Gewinnung und Aufbereitung erfolgen unabhängig voneinander durch eine zwischengeschaltete Rohkieshalde. Der eingesetzte Eimerkettenbagger mit frequenzgeregeltem Antrieb fördert bis zu 350 t/h Rohkies. Über die 1000 m lange Bandstrasse wird der Rohkies 0-120 mm zum Anlagenstandort gefördert, wo auf einer Fläche von 120 X 130 in die komplette Produktion aufbereitet und gelagert wird. Die Aussiebung des Überkorns > 32 mm geschieht unmittelbar vor der Rohkieshalde. Ein Abzugstunnel gewährleistet die kontinuierliche Beschickung der Aufbereitungsanlage mit einer Stundenleistung von 250 t Rohkies.
Die Fertigprodukte 2/4,2/8,6/16 und 16/32 sowie die Sande 0-1 und 0-2 mm werden über Unterflurabzüge der Verladung zugeführt. Nach dem Passieren der Bandwaage wird entsprechend einer vorwählbaren Vorrangschaltung alternativ die Lkw-Beladung oder das Zuführband zum Betonturm beschickt.
In vier Verfahrensschritten erfolgt die Aufbereitung des Rohkieses: Vier Kreisschwingsiebe zur Klassierung der Produkte; zwei Linearschwingsiebe bzw. ein Schöpfrad als Entwässerungsaggregat; eine Schwertwäsche zur Auflösung bindiger Bestandteile. Des weiteren erfüllt die in Vorst installierte Setzmaschinentechnik ideal die verfahrenstechnische und lagerstättenspezifische Aufgabenstellung. Dazu gehören die Reinigung der gesamten Kornspanne
0 -32 mm von organischen Verunreinigungen und der Entzug überschüssiger Feinstsande aus dem Rohmaterial. Die Setzmaschine ist der Klassieranlage vorgeschaltet, die Materialaufgabe erfolgt mittels Dosiereinheiten aus der Rohkieshalde. Eine wirbelschichtähnliche Auflockerung der Feinsande im Setzbett unterstützt den Sortiereffekt der Setzmaschine. Holz, Kohle, poröses Gestein und Feinstsande ordnen sich oberhalb der gereinigten Materialschicht an und werden am Überlaufwehr ausgetragen.
Der gereinigte Kies und Sand 0-32 mm wird aus der automatisch geregelten Vorratsschicht über Zellenradschleusen abgezogen und den nachgeschalteten Klassier- und Entwässerungseinrichtungen zugeführt. Aus dem Setzmaschinenüberlauf werden zunächst grobe Verunreinigungen > 1 mm ausgesiebt. Um die hochwertigen 0/1-Produkte zu gewinnen, wird der Gemischstrom in einem Gefällezyklon eingedickt und anschließend auf Sortierspiralen von störenden Leichtstoffen getrennt. Das Anlagenbeispiel Vorst verdeutlicht, dass neben einem hohen Automatisierungsgrad eine auf den Rohstoff abgestimmte Verfahrenstechnik maßgeblich die Wirtschaftlichkeit beeinflussen kann.



Parallel zur Kiesförderung laufen die Rekultivierungsmaßnahmen in Vorst und werden Stieleichen-Hainbuchenwälder, Perlgras und z. B. dicht wachsende Hecken angepflanzt.
Parallel zur Kiesförderung laufen die
Rekultivierungsmaßnahmen in Vorst und
werden Stieleichen-Hainbuchenwälder,
Perlgras und z. B. dicht wachsende Hecken angepflanzt.




Rekultivierungspläne im Dialog entwickelt

Dr. Manfred Sichting, Leiter der Readymix-Abteilung Lagerstätten, Genehmigungen und Umweltschutz: "Die Vorräte in Vorst betragen etwa 6,5 Millionen t und reichen bei den geplanten jährlichen Abbaumengen von 500.000 t etwa bis zum Jahr 2016."
In enger Zusammenarbeit mit allen gesellschaftlichen Gruppen zeigte sich Readymix bei der Gestaltung der Rekultivierungspläne auch hier flexibel und erarbeitete im Dialog mit den Verantwortlichen die beste Lösung. Zur Zeit wird auf einem Drittel der 1995 genehmigten Erweiterungsfläche Kies gefördert. Parallel laufen die Rekultivierungsmaßnahmen, werden Stieleichen-Hainbuchenwälder, Perlgras, Buchenwälder und dicht wachsende Hecken angepflanzt. In den Biotopen gedeihen heimische Pflanzen und es siedeln sich rasch Tier- und Insektenarten an, die auf die Nähe nährstoffarmer Gewässer angewiesen sind. Schon nach wenigen Jahren entsteht so ein Bild unberührter Natur.




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