www.steine-und-erden.net > 2002 > Ausgabe 1/02 > Brech- und Fördersystem von Nordberg in Sachsen

[Die Industrie der Steine + Erden]






Brech- und Fördersystem von Nordberg in Sachsen

Anders als die meisten Steinbrüche in der ostsächsischen Region entstand der Diabas-Bruch der zur BHS Bau- und Handelsgruppe Sachsen gehörenden Firma ProStein, ehemals Steinsplitt Pirna Land, bei Friedrichswalde, völlig neu auf einem zunächst 14 Hektar großen Areal auf der grünen Wiese. Nach einem neuerlichen Genehmigungsverfahren wurde der Steinbruch auf 52 Hektar erweitert; die Betriebssicherheit liegt bei 40 bis 50 Jahren. Die Jahresproduktion beträgt zwischen 600.000 bis 700.000 Tonnen, die sich aufteilen in Mineralgemische, Frostschutzmaterial, Gleisschotter, unzertifizierte Wasserbausteine, Brech- und Edelbrechsande, Splitte, Edel- und Betonsplitte für Asphalt- und Betonmischanlagen.
Die vom Ingenieurbüro für Steine und Erden Werner Heuer aus Dinkelscherben in ihrer Basisstruktur geplante Anlage besteht im wesentlichen aus der Vorbrechanlage, drei Kegelbrechern, einem Vertikal-Prallbrecher, insgesamt acht Siebmaschinen in Ein- und Zweideckversionen für die Klassierung der Produkte, insgesamt 16 Puffer- und Vorratssilos mit einem Gesamtvolumen von fast 5.000 m3 - größtenteils mit Dosierkombinationen ausgestattet.
Beim Vorbrechen am Haufwerk setzte das Unternehmen von Beginn an auf raupenmobile Brechtechnik; die Förderung des Haufwerks von der Bruchwand zum Vorbrecher übernahmen zunächst Radlader im Load-and-Carry-Betrieb. Mit dem Aufschluss der zweiten Sohle wurde 1998 auf eine raupenmobile Vorbrechanlage Nordberg LT140 umgestellt. Mitte 1999 wurde die Anlage mit zwei radmobilen Lokolink-Transportbändem gekoppelt, die das gebrochene Material über einen verfahrbaren Zwischenbunker auf das Landband fördern.
Die Kombination wandert mit dem Abbaufortschritt und wird bei Sprengungen in kürzester Zeit - etwa eine halbe Stunde pro Vorgang - versetzt.
Das Lokotrack-Lokolink-System wie auch das stationäre Landband arbeiten mannlos und werden über Funkfernsteuerung vom Baggerfahrer aus der Kabine gesteuert.

"Der vorhandene Vorbrecher zeigte beim ab der zweiten Sohle anstehenden sehr festen und zähen Diabas mit durchschnittlicher Festigkeit von 250 N/mm², in der Spitze sogar 420 N/mm2, seine Leistungsgrenzen. Durch die Umstellung auf die Brech- und Förderkombination hatten wir uns eine Produktivitätssteigerung ausgerechnet, die nach einer Jahresbilanz mit mehr als 30 Prozent unsere Erwartungen übertroffen hat. Mit der Hartgestein-Anlage von Nordberg wollen wir uns von Sohle 2 an nach unten arbeiten. Wir haben fünf Sohlen mit Wandhöhen von jeweils 18 Metern geplant", so Wolfram Streller, Niederlassungsleiter bei ProStein.
Der auf eigenem Raupenfahrwerk verfahrbare 112-t-Gigant ist die drittgrößte Maschine innerhalb der LT-Serie von Nordberg. Der Vorbrecher ist bei einer Aufgabekörnung von 0 bis 1.000 mm und einem Endprodukt von 0 bis 300 mm in diesem Gestein für eine durchschnittliche Dauerleistung von 500 t/h ausgelegt.
Zur Anlage gehören ein 18-m3-Aufgabetrichter, ein 1.600 x 5.000 mm großer Vibrationsaufgeber mit zwei Roststufen, ein Einschwingen-Backenbrecher Typ C 140 B mit einer Einfüllöffnung von 1.400 x 1.070 mm und einer kleinsten einstellbaren Spaltweite von 170 mm sowie ein Bandförderer zum Austragen des gebrochenen Materials.

Zum Lokolink-Förderband-System gehören mobile Förderbänder mit 36 m Länge, 1,2 m Breite und Förderleistungen von maximal 1.200 t/h in Fraktionen von 0 bis 400 mm. In der Horizontalen können die Bänder gegeneinander bis zu einem Winkel von maximal 300° verfahren werden; der Vertikalwinkel zwischen den Einheiten darf bis zu 5° betragen.
Jedes Band besteht aus einem Fachwerkträger und einer luftbereiften Fahrachse mit automatischer Steuerung; die erste Fördereinheit ist mit dem LT140 gekoppelt.


Mit 112 t Betriebsgewicht ist die Vorbrechanlage Nordberg LT140 die drittgrößte Maschine innerhalb der LT-Serie
Mit 112 t Betriebsgewicht ist die Vorbrechanlage
Nordberg LT140 die drittgrößte Maschine
innerhalb der LT-Serie


Die raupenmobile Vorbrechanlage Nordberg LT140 ist mit zwei radmobilen, 36 m langen Lokolink-Förderbändern gekoppelt
Die raupenmobile Vorbrechanlage Nordberg LT140
ist mit zwei radmobilen, 36 m langen Lokolink-
Förderbändern gekoppelt






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