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[Die Industrie der Steine + Erden]






Sicherer Übergang Schiff/Land

Kontakt: Gebr. Grieshaber GmbH, D-67061 Ludwigshafen
Eugen Mengesdorf, Tel. 0621/5 90 06 24




Problem
In einem Unternehmen der Kies- und Sandindustrie wird das gewonnene Material mit eigenen Schiffen von der Gewinnungsstelle zur Aufbereitungsanlage transportiert. Nach dem Festmachen des Schiffes am Anlegeplatz des Kieswerkes muss eine Landstromverbindung für das im Schiffsinneren befindliche Transportband hergestellt werden. Dazu wird eine Leiter vom Schiff zum Ponton ausgelegt. Über diese verlässt der Matrose das Schiff und verbindet auf dem Schwimmponton die elektrischen Kupplungen. Dieser Arbeitsvorgang wiederholt sich arbeitstäglich drei Mal.
Kein ganz ungefährlicher Vorgang, beträgt doch die Höhendifferenz zwischen Schiff und Ponton bis zu drei Meter. Da das Gütermotorschiff je nach Ladungszustand unterschiedliche Eintauchtiefen hat, verändert sich auch die Lage der Leiter von flachliegend bis steilstehend. Berücksichtigt man, dass das Übersteigen auch bei Dunkelheit und unter widrigen Witterungsverhältnissen durchgeführt werden muss, war für das Unternehmen ein klassischer Leiterunfall vorprogrammiert.



Praxislösung
Um es so weit nicht kommen zu lassen, wurden im Unternehmen verschiedene Übersteigemöglichkeiten diskutiert, die schließlich in einer Projektskizze ihren konkreten Niederschlag fanden. Kernelement des sicheren Überganges Schiff/Land ist ein Schwimmponton mit Treppenaufgang und absenkbarem Laufsteg. Über einen Landsteg mit beidseitigem Geländer kann der Schwimmponton sicher erreicht werden. Ein Treppenaufgang führt zu einem Podest, an dessen einer Seite ein absenkbarer Laufsteg installiert ist. Mittels eines elektrischen Schalters wird der Hubmotor einer Seiltrommel betätigt und der Laufsteg kann so zum Schiff herabgelassen werden. Das Bedienen des Laufsteges vom Schiff aus wird über einen Handsender und einen Funkempfänger - der den Hubmotor ansteuert - realisiert. Am Ende des Laufsteges ist ein Stromanschluss vorhanden. Damit ist eine Herstellung der "Landstromverbindung" völlig gefahrlos möglich.

Am Ende des Laufsteges ist ein Gelenk angebracht; daran befindet sich eine senkrechte Leiter mit Rollen. Diese Konstruktion ermöglicht, dass der Laufsteg im Zuge des Entladevorganges - wenn das Schiff immer weiter aus dem Wasser kommt - zu jeder Zeit vollständig auf dem Schiffsdeck aufliegt. Damit kann das Schiff zu jedem Zeitpunkt sicher erreicht oder verlassen werden. Nach Ende des Ladevorganges wird die Landstromverbindung unterbrochen und über Funksteuerung der Laufsteg in die Ruhestellung verfahren.
Skizze des Übergangs unter Nutzung eines Schwimmpontons



Erfahrung
Da die hier beschriebene Konstruktion zur Zeit gerade gebaut wird, können Praxiserfahrungen noch nicht vorgestellt werden. Allerdings liegen die Vorteile dieses sicheren Überganges Schiff/Land auf der Hand: So wird verhindert, dass elektrische Leitungen unbeabsichtigt Kontakt mit dem Wasser bekommen. Aufgrund der in die Konstruktion eingebundenen Stromleitungen kann eine Stolpergefahr ausgeschlossen werden.

Darüber hinaus verhindert eine gute Ausleuchtung der Verkehrswege das Auftreten von Stolper- und Sturzunfällen. Bei Reparatur- und Wartungsarbeiten auf dem Schiff ist das Herantragen von Werkzeug und Materialien schnell und sicher möglich, und schließlich ist die weit verbreitete Unfallursache "Absturz von einer Leiter", die immer mit schwerwiegenden Verletzungsfolgen verbunden ist, wirkungsvoll beseitigt.






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