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[Die Industrie der Steine + Erden]






Kampagne erreicht alle Versicherten

Stolper- und Sturzunfälle nehmen seit Jahren den traurigen Platz Eins in der "Hitliste" der Arbeitsunfälle ein. Im Jahr 2000 war jeder 4. Arbeitsunfall und jeder 3. Wegeunfall ein Stolper- oder Sturzunfall. Alleine die StBG zahlt aufgrund dieser Unfälle jährlich fast 6 Millionen Euro als Renten.
Die StBG ging daher einen neuen Weg: mit der Präventionskampagne BAUZ kommen die Veranstaltungen in große Unternehmen und mit der BAUZ-Zeitung, die an alle Mitgliedsunternehmen versandt wurde, konnten erstmals alle Versicherten erreicht werden.


Stolpern oder Stürzen? "Ich bin doch nicht blöd!" - nach diesem bekannten Werbeslogan wird das Thema häufig bagatellisiert; die Gefahren werden nicht erkannt, das eigene Verhalten falsch beurteilt und dann ist es passiert: Die Ursachen, um Opfer eines Stolper-, Rutsch- oder Sturzunfalls zu werden, sind lose Kabel, fehlende Handläufe und Geländer oder einfach der Sprung über drei Treppenstufen, der meistens folgenlos bleibt, aber dann eines Tages zu einem komplizierten Knochenbruch führt.



Gefahrstellen "hautnah" erleben

BAUZ-Logo Bereits in der Vergangenheit befasste sich die Präventionsarbeit der StBG mit diesem Unfallschwerpunkt. Auf Messen und Unternehmensveranstaltungen wird der Stolper-Parcours eingesetzt, um Versicherte für Gefahrstellen zu sensibilisieren. Auch die Erlebniswelt "Gehen, Laufen, Stolpern" macht das Thema auf interessante Weise erlebbar. Zur Information dient die StBG-Broschüre "FallStudie", in welcher die Ursachen solcher Unfälle analysiert werden und praktische Beispiele in der Betriebsorganisation gezeigt werden, um Stolperfallen zu vermeiden.
Mit diesen Mitteln wird das Bewusstsein für Gefahrstellen geschärft, doch die Mehrheit unserer Versicherten konnte mit damit noch nicht erreicht werden. Stolperunfälle ereignen sich jedoch in jedem Arbeitsbereich und jedem Industriezweig, von der Produktion bis zur Verwaltung. Es galt einen Weg zu finden, der die wichtigsten Informationen auf spannende und interessante Weise vermittelt und gleichzeitig jeden unserer Versicherten erreicht.
Die StBG ging mit der Präventionskampagne BAUZ in große Unternehmen, und mit der BAUZ-Zeitung, die an alle Mitgliedsunternehmen versandt wurde, konnten erstmals alle Versicherten erreicht werden.
Jede Präventionskampagne führt zu einer Reihe von Rückmeldungen. Die Reaktion auf BAUZ ließ die Zahl der Anrufe, Briefe, Fax-Nachrichten und E-Mails jedoch in einem bisher noch nicht dagewesenen Maß in die Höhe schnellen.
Die bei weitem größte Zahl der Rückmeldungen war zu unserer großen Freude sehr positiv: Insbesondere die BAUZ-Zeitung und die Aufkleber wurden in hohen Stückzahlen nachbestellt.

BAUZ-Aufkleber BAUZ-Aufkleber BAUZ-Aufkleber

Durch die weite Verbreitung der BAUZ-Zeitung wurde dieses Medium auch an Angehörige, Freunde und Bekannte weitergegeben. So sprach uns eine ganze Reihe von Unternehmen an - darunter auch namhafte Großunternehmen der deutschen Industrie, die nicht bei der StBG versichert sind - die in der Aufmachung der Zeitung eine Chance sehen, ihre Mitarbeiter direkt anzusprechen und eine nachhaltige Sensibilisierung für Gefahrenstellen zu bewirken.
Und genau hier liegt die Herausforderung für moderne Prävention: die immer noch viel zu hohe Zahl von verhaltensbedingten Unfällen senken und die Kosten reduzieren.



Überwältigender Erfolg

Ein Weg, wie er mit Bauz beschritten wurde, war den Unternehmen neu; gleichwohl wird darin die Möglichkeit gesehen, Sturzunfälle, aber auch unternehmensspezifische Gefahrenschwerpunkte auf attraktive Art zu thematisieren und so nachhaltig zu einer Verhaltensänderung zu führen. Es war für die Mitarbeiter des Geschäftsbereiches Prävention immer wieder erfrischend, den Dialog mit den Unternehmern und Versicherten zu führen, zu denen es bei Nachbestellung von Medien kam - oft wurde auch angerufen, um einfach nur ein Lob für die Kampagne auszusprechen. Hierfür möchten wir uns auch an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanken.
Der Erfolg der BAUZ-Kampagne lässt sich auch an den Bewertungskarten ablesen, die von dem Teilnehmern am "Stolper-Parcours" abgegeben wurden. Genau zwei Drittel der Befragten halten die Aufmachung der Kampagne für gelungen. Mehr als 60 Prozent finden die BAUZ-Zeitung sehr gut und über 98 Prozent wünschen sich auch zu anderen Themen eine BAUZ-Zeitung!

BAUZ-Event BAUZ-Event

Bei einer solchen Vielzahl von Rückmeldungen blieb natürlich auch die Kritik nicht aus. Dieses war für die StBG eine willkommene Gelegenheit, in einen offenen Dialog über die Prävention zu treten.




"Keine Unfälle" spart Kosten

Einige Inhaber kleiner und mittelständischer Unternehmen sprachen die Kosten der Kampagne an. Hier konnte im Gespräch verdeutlicht werden, dass BAUZ genau auf diesen Punkt zielt - denn es geht um die Verminderung von Arbeitsunfällen, Behandlungskosten und oft sogar Rentenzahlungen.

Und gerade kleinere Unternehmen trifft ein Stolperunfall, bei dem ein Leistungsträger umknickt und darauf hin für viele Wochen ausfällt, besonders hart, denn der fehlende Mitarbeiter kann meist nicht ohne weiteres von seinen Kollegen ersetzt werden. Einen ausreichend qualifizierten Ersatz für einen zeitlich befristeten Zeitraum zu finden gestaltet sich oftmals schwer oder scheitert gänzlich. Die Folgen sind bekannt: es kommt zu Lieferverzögerungen und Qualitätsproblemen und damit zur Kundenunzufriedenheit. Die Kollegen versuchen, den Mangel auszugleichen und werden demotiviert, wenn die Anforderungen auch bei höchstmöglichem Arbeitseinsatz nicht zu bewältigen sind.
Als Beispiel mag der Anruf eines kritischen Unternehmers dienen, der auf die Kosten der Kampagne vor dem Hintergrund der allgemein schwachen wirtschaftlichen Lage in der Baustoffindustrie hinwies: Der Anrufer beschäftigt 19 Arbeitnehmer, die in den letzten drei Jahren acht Arbeitsunfälle erlitten. Allein die hierin enthaltenen Stolper- und Sturzunfälle im Jahr 1999 verursachten Kosten in Höhe von 15.571 DM, die durch die StBG zu leisten waren. Kann durch BAUZ auch nur ein einziger Unfall dieser Art vermieden werden, spart dies der Solidargemeinschaft bereits mehr als das 400-fache des Anteils dieses Mitgliedsunternehmens zur Finanzierung der Kampagne! Auch hier lässt sich klar erkennen: BAUZ führt nicht zu höheren Beiträgen zur StBG, sondern ist ein Mittel zur nachhaltigen Senkung!
In einzelnen Fällen wurde auch die Aufmachung der Zeitung kritisiert, sie entsprechen nicht der Seriösität einer Berufsgenossenschaft. Die Gestaltung der BAUZ-Zeitung erinnert jedoch gewollt an ein Boulevard-Medium und zieht somit das Interesse der Versicherten auf sich. Die Mittel zur Aufmerksamkeitsgewinnung werden oberflächlich wahrgenommen, die realen Schicksale hinter den Unfällen jedoch verinnerlicht. So führt BAUZ genau zum gewünschten Ziel: die Versicherten werden nachhaltig für Gefahrstellen sensibilisiert und zu deren Beseitigung motiviert. Dies führt zu einem Erfolg für alle Beteiligten - menschliches Leid wird vermieden und Kosten werden eingespart. Übrigens: mehr als 95 Prozent der Teilnehmer am "Stolper-Parcours" geben an, durch BAUZ etwas gelernt zu haben.



SUPER-BAUZ Gewinnspiel

Am 21. Dezember 2001 war es soweit: Melanie Anschütz, Moderatorin der BAUZ-Events in Mitgliedsunternehmen der StBG, zog die zwanzig Gewinner des Preisrätsels SUPER-BAUZ.
Fast jeder der über 4.000 Einsender hatte sich gründlich mit der BAUZ-Zeitung beschäftigt und das Lösungswort "Trittsicher" ermittelt.

Mehr als 4.000 Einsender beteiligten sich am SUPER BAUZ-Gewinnspiel   Die Hauptgewinner sind:

1. Preis
Kay Schildmann aus Lügde-Rischenau gewann eine Flugreise zwei Wochen Mallorca für zwei Personen

2. Preis
Kurt Braune aus Ingelheim erlebt ein Wochenende in London für zwei Personen

3. Preis
Hannelore Weitbrecht aus Regensburg fährt für ein Wochenende nach Berlin, für zwei Personen


Die Gewinner der übrigen Preise werden von uns benachrichtigt.
An dieser Stelle einen herzlichen Glückwunsch und vielen Dank für das Mitspielen an alle Teilnehmer!

Peter Schrandt, StBG



Glücksfee Melanie Anschütz zieht die Gewinner
Glücksfee Melanie Anschütz
zieht die Gewinner
  Stimmen zur BAUZ-Kampagne

"Die illustrierte Aufmachung ist erfreulich locker, Inhalte sind praxisorientiert"
Betriebsleiter, per Brief

"Ich hoffe, die Zeitschrift BAUZ erscheint nicht nur einmal sondern regelmässig. In ihrer Aufmachung sehr informativ und unterhaltsam."
Sicherheitsfachkraft, per E-Mail

"Die Aufmachung der Zeitung ist bei den Mitarbeitern in der Abteilung sehr gut angekommen. Die visuelle Darstellung über Unfälle in Form von Bildern ist eine gelungene abschreckende Form, um Unfälle zu vermeiden. Die Präsentation der Zeitung, wie Ausgaben für jeden Mitarbeiter, Klebebildern (lustig aber dennoch nachdenklich), Gewinnspielen etc. war sehr gut. Wir sind der Meinung, dass wir diese Zeitung einführen sollten,"
(Anmerkung: dieses Unternehmen ist nicht bei der StBG versichert und hat Zeitungen auf Anforderung zum Selbstkostenpreis erhalten)
Werksleiter, per Brief

"Wird es noch einmal so eine tolle Aktion geben?"
Sicherheitsbeauftragter, per Telefon

"Die Aufkleber finden reißenden Absatz!"
Sicherheitsfachkraft, per Telefon

"Der Moderations-Leitfaden ist sehr gelungen, wir benötigen ein Exemplar für jeden Teamleiter"
Sicherheitsfachkraft, per Telefon

"Eine sehr gute Kampagne, um den Sicherheitsgedanken nach Hause zu transportieren. Trifft den Unfallschwerpunkt in der Erdöl-Industrie."
Safety Coordinator Drilling, per Telefon

"Als SiFa in einem aluminium-verarbeitenden Betrieb mit mehreren Vorfällen im Zusammenhang mit Gehen/Laufen/Treppensteigen in diesem Jahr, bin ich begeistert von BAUZ!"
Sicherheitsfachkraft per E-Mail. Das Unternehmen ist nicht bei der StBG versichert.




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