www.steine-und-erden.net > 2001 > Ausgabe 1/01 > Förderbänder, Stetigförderer und Zubehör

[Die Industrie der Steine + Erden]






Förderbänder, Stetigförderer und Zubehör

Förderbänder – ohne sie geht fast nichts in der Steine und Erden-Industrie. Bei der Herstellung von Baustoffen laufen die Transportprozesse zwischen den einzelnen Aufbereitungsstationen in der Regel kontinuierlich ab, hier sind Förderbänder unverzichtbare Hilfsmittel. Dementsprechend hoch ist der Verbreitungsgrad in der Baustoffindustrie. Mehrere 10.000 Förderbänder sind im Einsatz.


Dieses neue Fördersystem mit seinen fast 17 Kilometern Länge und einem Höhenunterschied von 480 Metern ist weltweit der längste Förderer seiner Art. Er wird den Minenbetrieb der Henderson Mine in Colorado/USA flexibilisieren. (Foto: Conti-Tech)
Dieses neue Fördersystem mit seinen fast 17 Kilometern
Länge und einem Höhenunterschied von 480 Metern ist
weltweit der längste Förderer seiner Art. Er wird den
Minenbetrieb der Henderson Mine in Colorado/USA flexibilisieren.
(Foto: Conti-Tech)



Beim Transport von Schüttgütern weisen Förderbänder folgende Vorteile auf:
  • Große Massendurchsätze bei geringer Fördereigenmasse
  • Geringer Raumbedarf
  • Realisierung von großen Förderlängen
  • Geringer Bedienungsaufwand bei hoher Betriebssicherheit
  • Geringer spezifischer Energiebedarf in Folge günstigen Nutzlast-Totlastverhältnisses und Fahren der Anlage im Dauerbetrieb

Was gibt es Neues bei Förderbändern und deren Zubehör? Darüber möchte dieses Schwerpunktthema informieren.



Ökonomische Transporteinrichtungen

In einem österreichischen Unternehmen der Naturstein-Industrie waren die Abbaumöglichkeiten in einem Streinbruch erschöpft. Eine Ausweitung des bisherigen Areals war nicht möglich, doch fand sich in nur vier Kilometern Entfernung ein interessanter Ersatz.
Das Problem, vor das man sich in der Folge gestellt sah, lag in der Überwindung des Transportweges vom Gesteinsabbau bis zur stationären Aufbereitungsanlage, die man auf ihrem angestammten Platz belassen wollte. Zur Diskussion standen zwei Varianten:
  1. Der Transport mit Lastkraftwagen, wobei dieser großteils über öffentliche Straßen hätte geführt werden müssen.
  2. Ein Materialtransport mit Hilfe einer Gurtförderanlage.

Eine Schweizer Untersuchung, die 1994 im Auftrag der Umweltkommission des schweizerischen Fachverbandes für Sand und Kies (FSK) für einen konkreten Fall in der Schweiz erstellt worden war, gibt Aufschluss über die Umweltrelevanz verschiedener Transportsysteme. In ihr waren die Auswirkungen unterschiedlicher Beförderungsmodalitäten anhand von Umweltbelastungspunkten ermittelt worden. Demnach tritt, gemessen an Umweltbelastungspunkten/m3 (UBP/m3), bereits bei einer Förderlänge von 2.500 m und der Benutzung von Dumpern eine Umweltbelastung von ca. 850 UBP/m3 auf. Im Vergleich dazu schlägt ein Einsatz von Förderbändern nur mit 90 UBP/m3 zu Buche. Mit steigender Transportlänge, so die Schlussfolgerung der Studie, würde sich dieses Verhältnis noch mehr zugunsten der Förderbänder bewegen. Vom ökologischen Gesichtspunkt also eine eindeutige Sachlage. Dessen ungeachtet muss natürlich jedes Unternehmen auch auf wirtschaftliche Belange Rücksicht nehmen, will es im harten Wettbewerb bestehen. Ins Kalkül gezogen wurde deshalb auch Anschaffungswert bzw. Abschreibung und Nutzung beider Transportmöglichkeiten. Und selbst in diesem Bereich gab es einen eindeutigen Favoriten: Die Bandanlage war unter Berücksichtigung der üblichen Abschreibungsdauer letztlich eindeutig günstiger.



Um Natur und Wald zu schonen, verläuft die Bandstraße zum Teil unterirdisch. (Foto: SBM Wageneder)   Um Natur und Wald zu schonen, verläuft die Bandstraße zum Teil unterirdisch.
(Foto: SBM Wageneder)


So erhielt die SBM Wageneder GmbH im österreichischen Laakirchen den Auftrag, eine entsprechende Bandanlage zu konzipieren und zu bauen. Im vorliegenden Fall erfolgt die Gewinnung des Rohstoffes im neuen Abbaugebiet mit Radladern. In einer mobilen Vorsiebanlage wird das Material > 250 mm aus dem Materialstrom abgetrennt. Hierauf gelangen Sand und Kies auf die von SBM gelieferte Förderanlage. Das Leistungskonzept der Anlage sieht dabei einen Transport von durchschnittlich 500 t/h Material 0/250 mm vor. Im ersten Abschnitt besteht die Förderstraße aus zehn Bändern, die eine Gesamtlänge von ca. 2.250 m aufweisen. Die Anzahl der Bänder wurde exakt nach den Geländegegebenheiten ausgewählt, wobei man darauf achtete, nur in äußerst geringem Ausmaß in die Natur einzugreifen. Aus diesem Grund wurde die Bandanlage auch zum Teil in Tunnel verlegt. Am Ende des ersten Transportabschnittes wurde eine Halde zur Zwischendeponierung eingeplant, sie verfügt über ein Fassungsvermögen von 100.000 t und einen automatischen Tunnelabzug. Mit Hilfe von Förderrinnen wird das Material in der Folge auf den zweiten Abschnitt der Förderanlage verbracht. Dieser hat eine Länge von 1.450 m und besteht aus fünf Förderbändern. Am Ende dieses Weges steht dann die Beschickung der Aufbereitungsanlage. Alle eingesetzten Förderbänder haben eine Bandbreite von 800 mm und können in Geschwindigkeiten von 1,6 bis 3,1 m/sek gesteuert werden. Die Abdeckung besteht aus Wellblechen, die gesamte installierte Leistung beträgt 615 kW.
Mit dieser Anlage, die sich im Sommer und im Winter bewährt hat, ist es dem Betreiber und Anlagenhersteller gelungen, sowohl ökonomische als auch ökologische Aspekte unter einen Hut zu bringen.



Kurvengängige Förderanlage im Harz

Ökologische Aspekte standen auch bei diesem Projekt im Vordergrund. Der Naturpark Harz – eine Landschaft zum Durchatmen: Grüne Bäume, saubere Luft, Ruhe. Kaum jemand ahnt, dass auch in dieser Landschaft Bodenschätze abgebaut werden. Bis zu 400 t Kalkstein müssen jede Stunde vom Steinbruch Katlenburg in das Kalkwerk der Felswerke GmbH transportiert werden. Um die knapp zwei Kilometer lange Strecke zu überbrücken, hat die Conti-Tech, Hannover, eine kurvengängige Förderanlage, die zum Teil durch Tunnel führt, geplant und gebaut.


Die neue Kurvenbandanlage der Conti-Tech Transportbandsysteme bietet im Naturpark Harz einen umweltfreundlichen Transport von Kalkstein. (Foto: Conti-Tech)
Die neue Kurvenbandanlage der Conti-Tech
Transportbandsysteme bietet im Naturpark Harz
einen umweltfreundlichen Transport von Kalkstein.
(Foto: Conti-Tech)


Auch in diesem Fall war der Einsatz von Schwerlastkraftwagen für die Felswerke keine wirkliche Alternative. Die hätten die Umwelt durch Abgase und Motorenlärm belastet. Da die Förderstrecke durch ein Naturschutzgebiet verläuft, war eine umweltverträgliche Lösung gefragt. Damit bot sich der Einsatz einer Gurtförderanlage an. Diese beansprucht wenig Platz, fügt sich harmonisch in die Landschaft ein und verursacht nur geringe Betriebsgeräusche. In den Waldbereichen ist die Anlage abgedeckt, damit sich Tiere nicht im laufenden Gurt oder in drehenden Teilen verfangen können.
In herkömmlichen Förderanlagen braucht man für jede Richtungsänderung ein weiteres Transportband. An den Übergabestellen fällt dann das Schüttgut aus bis zu drei Metern Höhe von einem Gurt auf den anderen. Dieser Vorgang verursacht Staub und erzeugt Lärm. Die Kurvengängigkeit des Transportbandes ermöglicht der flexible Fördergurt von Conti-Tech Transportbandsysteme. Um die optimale Gurtausführung zu ermitteln, setzen die Anwendungstechniker modernste Berechnungssoftware ein. Damit bestimmen sie die Zugkräfte innerhalb des Gurtes, die sich an den verschiedenen Teilstrecken ergeben, und können so im entsprechenden Kurvenradius die Gurtlage für den leeren und den beladenen Gurt vorausberechnen. Diese Angaben werden benötigt, um den 3.800 m langen Gewebegurt auszulegen und in zehn Teilstücken anzufertigen. Ein neues Herstellungsverfahren ermöglicht eine kontinuierliche Vulkanisierung, die Toleranzen der Gurtdicke betragen weniger als ein Millimeter. Was die Berechnungsergebnisse weiterhin zeigten: Die Tragrollen einschließlich des Aufnahmegestelles müssen in jeder Kurve mit einer entsprechenden Neigung montiert werden. Nur so ist eine sichere Führung des Gurtes gewährleistet. Durch das „ContiTronic SAFE Sytem“ wird der Förderbandgurt überwacht. Alle 50 bis 100 m sind Leiterschleifen mit Transponder in den Gurt einvulkanisiert. Damit lassen sich Schäden im Gurt – die gefürchteten Längsschlitze – frühzeitig erkennen. Wird eine Schleife etwa durch einen scharfen Stein durchtrennt, schaltet eine elektronische Überwachung die Anlage ab. Dadurch können schwere Gurtschäden sowie teure Ausfallzeiten vermieden werden.



Hohe Verfügbarkeit von Deponiekapazität durch Gurtförderer

Wer mit Schüttgütern arbeitet, muss sich mit der Frage optimaler Gestaltung der Lagerkapazität auseinandersetzen. Klassische Haldenbänder oder Bandabsetzer sind hinreichend bekannt, doch oft sind diese Geräte für die erforderlichen Haldenvolumina oder für die vorhandenen räumlichen Verhältnisse nicht geeignet. Insbesondere im Bereich des Bauschutt-Recyclings steht eine nur begrenzte Grundfläche zur Verfügung, da die Anlagen meist in Stadtnähe auf teurem Grund und Boden erstellt werden. Darüber hinaus ist es im Bauschutt-Recycling erforderlich, verschiedenste Körnungen und Qualitäten nach dem Aufbereitungsprozess einzulagern, z. B. Asphaltkörnungen, reine Betonkörnungen, Gemischkörnungen, in jeweils unterschiedlicher Größe.


Diese Förderanlage mit Bandschleifenwagen sorgt für verbesserte Lagerdisposition (Foto: Kleemann + Reiner GmbH)
Diese Förderanlage mit Bandschleifenwagen
sorgt für verbesserte Lagerdisposition
(Foto: Kleemann + Reiner GmbH)


Für diese besondere Aufgabenstellung in der Schüttgut-Lagertechnik hat der Göppinger Anlagenbauer Kleemann + Reiner für eine verbesserte Lagerdisposition eine Förderbandanlage mit Bandschleifen bzw. Abwurfwagen entwickelt. Durch den Einsatz dieser Förderanlage können die anfallenden Körnungen kontinuierlich an jeder Stelle links und rechts der Förderstrecke eingelagert werden. Der Materialabwurf kann über Rutsche, Reversierband oder über Bandaustrag erfolgen. Durch eventuell daruntergebaute Boxen können gezielt einzelne Körnungen eingelagert werden. Die wesentlichen Vorteile der Förderanlage mit Bandschleifenwagen sind die optimale Ausnutzung der Lagerfläche, eine beliebig verlängerbare und damit sozusagen fast unbegrenzte Deponiefläche, beidseitige Haldenbeschickung durch den Einsatz des Reversierbandes und Entnahme der eingelagerten Körnungen sowohl mit Bagger, Radlader als auch durch Tunnelabzug.
Die abgebildete Anlage hat eine Förderleistung von 700 t/h. Förderleistungen bis zu 2.000 t/h sind bei einer Bandbreite von 1.400 mm ebenfalls möglich. Die hier vorgestellte Anlage hat eine Förderlänge von 150 m und eine Deponiehöhe von zehn Metern. Damit wird eine Deponiekapazität von ca. 50.000 m3 erreicht. Eine Anpassung an andere Längen und Höhen ist möglich.



Pylon-Förderband



Neues Pylon Förderband ermöglicht die Aufschüttung von nierenförmigen Halden (Foto: Josef Horstmann GmbH)
Neues Pylon Förderband ermöglicht die
Aufschüttung von nierenförmigen Halden (Foto: Josef Horstmann GmbH)


Das von der Firma Josef Horstmann Förder- und Palettiertechnik GmbH, Hörstel, entwickelte Pylon-Förderband ermöglicht die Aufschüttung von nierenförmigen Halden. Das Förderband passt sich dabei, gesteuert über eine elektronische Abfrage, fortlaufend der Haldenhöhe an, so dass eine Staubentwicklung bei großen Fallhöhen vermieden wird.
Der Aufgabepunkt des Bandes ist auf einen Kugeldrehkranz verlagert. Mit Hilfe einer Unterkonstruktion und mittig angeordneter Räder ist es möglich, das Förderband motorisch angetrieben seitlich zu schwenken. Um unterschiedliche Höhen anfahren zu können, wird auf der Unterkonstruktion eine Pylon-Stütze aufgesetzt, die durch Drahtseilabspannungen gehalten wird. In die Pylon-Stütze wird das Förderband mittels Drahtseilen eingehängt, und durch eine Seilwinde kann die Neigung und damit die Abwurfhöhe des Bandes angepasst werden.

Diese Technik bietet gegenüber anderen Haldenband-Ausführungen folgende Vorteile: Die Achse des Fahrgestelles kann auf halber Länge des Bandes angeordnet werden, d. h. es entsteht ein sehr großer Überstand bzw. Freiraum zur Halde.
Dadurch kann die Halde bei gleichbleibender Förderbandlänge entsprechend größer dimensioniert werden. Die Räder des Fahrgestells stehen nicht im Material.
Das Förderband kann nahezu bis zum Boden abgesenkt werden, so dass Wartungs- und Reparaturarbeiten ebenerdig erfolgen können. Wartungsstege sind damit nicht erforderlich.
Der Wartungsaufwand ist nach Angaben des Herstellers durch den Einsatz von wartungsfreien Seilwinden sehr viel geringer als bei Konstruktionen, die Hydraulik-Zylinder verwenden.
Das abgebildete Pylon-Förderband hat eine Gesamtlänge von 36 m, kann auf eine Abwurfhöhe von 12,5 m gefahren werden und ermöglicht das Aufschütten einer Nierenhalde von ca. 19.500 m3 bei einem Schwenkwinkel von 180°.



Zwischen Eisen- und Autobahn

Der Anlagenbauer Ammann im schweizerischen Langenthal erhielt von einem Unternehmen, welches Asphaltmischgut für den Straßenbau herstellt, den Auftrag, die Aufbereitungs- und Umschlagskapazität der Zuschlagstoffe deutlich zu steigern. Vorgabe war, durch Erweiterung der bestehenden Einrichtung die geforderte Kapazität zu erreichen. Konkret bedeutete dies eine Steigerung des Lagervolumens um 9.000 m3 und die Bereitstellung der entsprechenden Infrastrukturen.


Der Anlagenbauer Ammann konzipierte eine neue Förderbandanlage für die Moag in Moerschwil in der Schweiz (Foto: Ammann/MAK)
Der Anlagenbauer Ammann konzipierte eine neue
Förderbandanlage für die Moag in
Moerschwil in der Schweiz (Foto: Ammann/MAK)


Im vorliegenden Fall werden die Zuschlagstoffe per Bahn angeliefert, die Wagen werden in Bunker entleert und das Material wird mittels Förderbändern den Siloboxen zugeführt. Die Befüllung dieser Boxen erfolgt über auf Rädern verschiebbare Förderbänder. Diese Silos sind innerhalb eines Gebäudes angeordnet. Für die Erhöhung der Umschlagskapazität kam eine Erweiterung dieses Anlagenbereiches nicht in Betracht, da sie zu aufwendig und mit dem temporären Charakter der Installation nicht zu vereinbaren war. Man entschied sich für eine Variante mit neun offenen Siloboxen für die verschiedenen Komponenten. Sieben Boxen sind unter freiem Himmel angeordnet, zwei Boxen wurden abgedeckt. Die Beschickung erfolgt über eine Bandbrücke von 130 m Länge, deren Anfangspunkt der Übergang zum bestehenden Anlagenteil ist. Dieses Zuführband beschickt eine über den Boxen fahrbare Bandkonstruktion von rund 50 m Länge, welche auf einer Höhe von acht Metern zu den entsprechenden Abwurfpositionen fährt. Auf der Steuerungsseite stellte die Anpassung der SPS keine besonderen Ansprüche. Der Schaltschrank ist innerhalb des Gebäudes angeordnet und die Erweiterung konnte ohne weiteres ausgeführt werden. Für den Lastteil hingegen wurde eine unkonventionelle Lösung gewählt. Die Anordnung des Schaltschrankes ist auf dem fahrbaren Teil des Bandes. Grund dafür war die Möglichkeit zur Reduzierung der Anzahl Leitungen über der Kabelschlepp-Vorrichtung, die eine Bewegung über 50 m zulassen muss. Für die endgültige Ausführung wurden die für die Leistung erforderlichen Querschnitte und ein Minimum von Steuersignalen wie Notstop, Entschlafe usw. als Kupferleitungen ausgeführt. Die Verbindung zur SPS hingegen wurde als Lichtwellenleiter realisiert. Nebeneffekt dieser Variante ist eine Verkleinerung des Aufwandes für die Verdrahtung zwischen Lastschrank und Verbrauchern.
Nach Angaben des Betreibers hat sich die von Ammann konstruierte und erstellte Installation im Betrieb bewährt. Damit bildet die Förderanlage – wie erwartet – eine Verbindung zwischen Eisen- und Autobahn.



Optimierte Silobeschickung mit Wellkantenförderern



Systemvergleich: Auf Becherwerken basierende Silobeschickungssysteme bestehen meist aus mehreren Einzelförderern. Das Flexowellsystem wird von einer einzigen Maschineneinheit gebildet. (Skizze: Svedala)
Systemvergleich: Auf Becherwerken basierende Silobeschickungssysteme
bestehen meist aus mehreren Einzelförderern. Das Flexowellsystem
wird von einer einzigen Maschineneinheit gebildet. (Skizze: Svedala)


In vielen stationären Betonmischanlagen werden die Zuschlagstoffe in Silos gelagert. Das Befüllen der Zuschlagstoff-Silos verlangt den Vertikaltransport der Körnungen auf Austraghöhen von bis zu 30 Metern. Mit dem Aufkommen der stationären Mischwerke bot sich für diesen Vorgang als typisches Senkrechtfördermittel das Becherwerk an, das hier meistens in der Ausführungsform des Gurtbecherwerkes installiert wurde. In der Steine und Erden-Industrie überlieferte alte Vorbehalte gegen diesen Fördertyp fanden allerdings bald neue Nahrung, insbesondere aus dem Verschleißverhalten der Anlage und daraus erwachsenden hohen Betriebskosten und langen Störzeiten. In vielen Fällen wurde daher die Silobeschickung mittels Gurtförderern vorgezogen, die für den Vertikaltransport als geneigte Bänder angeordnet werden müssen. Da Glattgurte einen Steigungswinkel von nicht mehr als 18° zulassen, ergibt sich bei der Beschickung eines Silos von
30 m Höhe eine horizontale Förderweite von knapp 100 m. Dem Problem des entsprechenden Grundflächenbedarfs versuchte man u. a. durch die Verwendung von Stollengurten zu begegnen, die bei den im Allgemeinen eingesetzten Kieskörnungen bis 32 mm einen Steigungswinkel von max. 30° zulassen. Das bedeutet für die genannte Beschickhöhe immer noch 56 m horizontale Ausladung.
Als eine andere Aushilfslösung fand die sog. Bandschere Anwendung, eine Konstruktion, bei der man die benötigte Hubhöhe auf zwei Bänder verteilt. Das erste führt ansteigend vom Silo weg, das zweite überwindet zum Silo zurückführend die Resthöhe. Diese Lösung verdeutlicht aber ein weiteres Problem der Silobeschickung mit Gurtförderern: Unter Einschluss des horizontalen Verteilerbandes auf der Silodecke und eines Aufgabebandes unter dem Trichterauslauf in der Kellergrube besteht eine solche Beschickeinrichtung aus vier Gurtförderern – mit vier Antrieben und drei Fördergutübergaben. Hoher baulicher Aufwand, hoher Energiebedarf und die auch bei sorgfältiger Gestaltung der Übergabestellen kaum völlig vermeidbaren Verschmutzungsprobleme ließen den Wunsch nach der optimalen Lösung unerfüllt weiterbestehen.
Einen anderen Weg ging die Berger-Beton GmbH, die erstmals 1994 in ihrem neuen Werk in Brandenburg-Ritz für den Vertikaltransport der Zuschlagstoffe in die Mischwerksilos ein Flexolift-Senkrechtfördersystem einsetzte.
Der Flexolift-Förderer arbeitet mit einem Wellenkantengurt, der von der Svedala-Flexowell Fördersysteme GmbH, Moers, durch Aufvulkanisieren von zwei mäanderförmig profilierten Gummistreifen auf einen Glattfördergurt hergestellt wird. Mit den aufrecht auf dem Gurt stehenden, je nach Typ bis 630 mm hohen Wellenkanten bildet der Gurt einen trogförmigen Rechteckquerschnitt aus, der in dieser Form für die horizontale und ansteigende Förderung von Schüttgütern eingesetzt wird. Beim üblichen Umlauf des Gurtes um Gurttrommeln strecken sich die Wellenkanten entsprechend dem Umfangmaß. Die entgegengesetzte gekrümmte Führung des Gurtes zur Überleitung aus der waagerechten in eine ansteigende Förderstrecke wird durch Umlenkscheiben erzwungen, die auf den Randzonen des Gurtes laufen. Die Wellenkanten sind um die entsprechende Breite zur Gurtmitte hin versetzt. Bei großen Umlenkradien verwendet man statt der Scheiben auch mit kurzen Tragrollen bestückte Stützbögen.
Für steile Steigungswinkel und die Senkrechtförderung werden die Gurte mit Querstollen ergänzt, die gleichzeitig unter hohem Druck aufvulkanisiert und bei größeren Kantenhöhen mit den Wellenkanten verschraubt werden. Die Stollen sind leicht in Förderrichtung geneigt und bilden zusammen mit den Wellenkanten Fächer, die auf der waagerechten oder schwach geneigten Aufgabestrecke soweit befüllt werden, dass das Fördergut auch im senkrechten Trum sicher darin lagert. Mit seiner Eignung sowohl für die horizontale Förderung als auch für die unter beliebigem Winkel ansteigende und für die vertikale Förderung – auch innerhalb einer Anlage beliebig wechselnd – hat dieses Fördersystem viele Anwendungsmöglichkeiten.
Das Flexolift-System, bei dem mit Gurtlebensdauern von zehn und mehr Jahren gerechnet wird, zeigte sich den Erwartungen seines neuen Betreibers gewachsen. Durch Bauart und Wirkungsweise gingen die Anlagenverschmutzungen auf nahezu Null zurück. Die dosierte Befüllung der hochabriebfesten Gurtkammern mit dem freifallenden Fördergut, ohne die beim Becherwerk unvermeidliche Schöpfbeanspruchung der Becher, ließ schnell die erheblich höhere Lebensdauer des Gurtes erkennen. Der laufende Wartungsbedarf reduzierte sich auf die vom Hersteller vorgegebenen Inspektionen in größeren Zeitabständen.
Berger stellte danach alle Anlagen und Neubauten auf Flexolift-Beschickung um: Zwischen 1995 und 1999 weitere neun Werke.
Bei allen zehn Werken praktisch baugleich, hat der auf einen Förderstrom von 250 t/h ausgelegte Flexolift einen Achsabstand des vertikalen Trums von 31,5 m. Der unter 15° ansteigende Aufgabestrang in der Kellergrube weist einen Achsabstand von 4,5 m auf, der gleichfalls mit 15° geneigte Austragstrang einen Achsabstand von 6,5 m. Mit einer Gurtgeschwindigkeit von 2,1 m/sek laufend hat der Förderer eine installierte Antriebsleistung von 37 kW.



Tragbare Aluminiumförderer

Seit 1931 liefert die Bertram GmbH, Hannover, Förderanlagen. Zur Leistungssparte Materialförderer zählen insbesondere mobile und stationäre Schüttgut- und Stückgut-Förderbänder sowie Förderbänder im stabilen Baukastensystem und Zubehör sowie Ersatzteile für Förderanlagen. Seit kurzer Zeit werden unter dem Motto „leicht–schmal–flexibel“ neuartige Aluminiumförderer angeboten, welche speziell dort eingesetzt werden können, wo es auf besonders geringe Gewichte und Außenmaße ankommt. Das tragbare Förderband, mit praktischen Tragegriffen und Laufrollen versehen, kann mühelos von zwei Personen getragen oder von einer Person auf den Laufrollen geschoben werden. Ein weiterer entscheidender Vorteil liegt darin, dass auch durch kleine Öffnungen Fördergut ausgebracht werden kann. Die Einsatzmöglichkeiten insbesondere im Bau sind nahezu unbegrenzt. Betram liefert diese tragbaren Aluminiumförderer in 300 mm und 400 mm Gurtbreite für Achsabstände von 3 – 15 m.



Federgirlandensystem von Gerix



Federgirlandensystem von Gerix (Foto: Gerix)
Federgirlandensystem von Gerix
(Foto: Gerix)


Von der Firma Gerix, Viersen, wurde jetzt ein neues Federgirlandensystem auf den Markt gebracht, welches über einen Federmechanismus den Muldungswinkel kontinuierlich dem jeweiligen Förderstrom anpasst. Bei unbelastetem Transportband beträgt der Muldungswinkel ca. 27°, so dass der Fördergurt durch die größere Auflage an den Außenrollen eine optimale Führung – auch ohne Last – erhält. Die Gurtzentrierung erfolgt über die beiden Außenrollen, die durch eine spezielle Halterung einen Sturz von ca. 2° – 3° erhalten.
Dieser Sturz wird auch beim Ansteigen des Muldungswinkels bis auf 35° unter Belastung beibehalten. Die Gerüstkonstruktion zeichnet sich durch ein leicht zu montierendes Baukastensystem aus. Die auftretenden Zugkräfte können nicht von der Konstruktion aufgenommen werden und müssen am Antrieb und an der Umlenkstation in entsprechende Fundamente eingeleitet werden. In der Standardausführung wird das Federgirlandensystem mit einer Stützweite von 3,05 m und einer Gerüsthöhe von 1,00 m angeboten. Die maximale Förderleistung liegt bei 550 t/h. Bei Rollendurchmessern von 102 mm bzw. 127 mm unter Verwendung einer 25-mm-Achse stellt sich das Federgirlandensystem auch härteren Einsatzmöglichkeiten. Die Abdichtung der Rillenkugellager kann den verschiedenen Einsatzanforderungen individuell angepasst werden. Die Auswahl erstreckt sich von der Mehrfach-Lippendichtung über eine Mehrfach-Laby-rinthabdichtung bis hin zu explosionsgeschützten Abdichtungen für den Einsatz unter Tage. Das Federgirlandensystem ist in Fördergurtbreiten von 650 mm, 800 mm, 1.000 mm und 1.200 mm lieferbar.



Belastungsdaten am laufenden Band

Nach dem erfolgreichen Einsatz des „ContiTronic Systems“ präsentiert Conti-Tech eine weitere Innovation, die eine neue Ära der Transportbandtechnologie einläuten soll: den Smart-Transponder zur Ermittlung von analogen Belastungen im Fördergurt. Zusammen mit der Firma DES GmbH, Moers, entwickelte Conti-Tech ein sogenanntes ASIC (Application Specified Integrated Circuit), das die spezifischen Belastungsspektren in laufenden Förderbändern mit Hilfe von integrierten Sensoren erfasst. Die ermittelten Messgrößen werden berührungslos online über eine Erfassungsantenne und einen Auswerte-Controller an eine nachgeschaltete „ContiTronic-Einheit“ geschickt und während der Förderung permanent ausgewertet. Es erfolgt eine automatisierte Unterscheidung zwischen verschiedenen analogen Größen.
Die bereits vom derzeitigen „ContiTronic System“ festgelegten Parameter – Bandgeschwindigkeiten bis acht Meter pro Sekunde und Erfassungsabstände von rund 30 Millimeter – liegen auch dem Design des neuen Smart-Chips zugrunde.


Transponder zum Messen, Abfragen, Steuern und Regeln von Transportleistungen (Foto: Conti-Tech)
Transponder zum Messen, Abfragen, Steuern und Regeln
von Transportleistungen (Foto: Conti-Tech)






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