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Kontrollierter Abbruch: Drei Brücken verschwinden in der Nacht

„...Vollsperrung auf der A 3 zwischen Neuwied und Abfahrt Siebengebirge...“ – der Autofahrer wundert sich – nein, ein Unfall ist es nicht, aber durchkommen ist dennoch nicht. Was war der Grund für lange Umleitungen auf der Autobahn A 3 in beiden Richtungen? Zwei marode Brücken und eine nicht mehr benötigte Unterführung ließ das Autobahnamt Köln auf der A 3 abbrechen.
Dipl.-Ing. Rainer Hütz, Projektleiter der Projektbaugruppe ICE im Rheinländischen Autobahnamt Köln, hat dem Auftraggeber, der Deutschen Bahn AG, den Vorschlag zum Abbruch und nicht zur Sprengung gemacht. „Ein kontrolliertes Verfahren, bei dem wir bei diesen großen Bauwerken mit Spannweiten bis zu 55 m keinerlei statisch unsichere Situationen bekommen“, begründet er den Schritt.

Der Abbruchspezialist
P&Z setzte für diese Maßnahmen rund 40 Abbruchspezialisten und 28 Maschinen ein. Größte Geräte waren zwei Komatsu-Hydaulikbagger PC750SE, bestückt mit etwa acht Tonnen schweren Krupp-Hydraulikhämmern der Serie HM 4000 – dem leistungsstärksten Gerät dieses Anbieters. Weitere Komatsu-Hydraulikbagger PC 240/340 für die Verladung des abgebrochenen Materials oder zum Aussortieren von Armierungen waren ebenso im Dauereinsatz wie die großen Komatsu WA470 Radlader von P&Z. Deren Aufgabe war es, die Kies- und Sandbetten für die Raupenbagger vorzubereiten, denn diese durften keinen direkten Kontakt zur Schwarzdecke haben, denn die Autobahn sollte und musste ja am Sonntag- abend wieder in verkehrssicherem Zustand übergeben werden.
Abbruch ist die wohl härteste Beanspruchung für Tiefbaumaschinen, schließlich sind schwerster Einsatz, starke Staubentwicklung, permanente Vibrationen durch den Hydraulikhammer, große und oft überschwere Lasten für die Schaufeln der Bagger und Radlader sowie oft steile Rampen zum Abtransport des Materials an der Tagesordnung. Rund 5000 t „allerfeinsten“ Betons, durchsetzt mit unzähligen Armierungen hatte P&Z abzubrechen, fachgerecht zu trennen und dann in einem weiteren Schritt aufzubereiten.
Der Hydraulikbagger PC750 hat sich mit seinen rund 80 t Gewicht als ideales Trägergerät für große Hydraulikhämmer erwiesen. Der Raupenbagger erreicht mit 8,20-m-Monoblock rund 12 m Arbeitshöhe. Angetrieben wird er von einem 331 kW (450 PS) starken Komatsu-Dieselmotor mit Turbolader und Ladeluftkühlung. Im Tiefbaueinsatz bewährt er sich mit bis zu sechs Kubikmetern fassenden Löffeln, im Abbruch ist er das optimale Trägergerät für Zangen, Zerkleinerer, Hämmer, Sortiergreifer, Reißhaken und andere Attachments.
Das Hydrauliksystem „HydrauMind“ mit vier unterschiedlichen Betriebsarten sorgt für eine optimale Ausnutzug der Antriebsenergie. Bedarfsgerechte Ölversorgung aller Verbraucher nach dem Loadsensing-Verfahren gehört ebenso zum Standard-Lieferumfang wie spezielle Filter für lange Standzeiten der Öle.
Die kleineren Bagger mit 34 (PC340) und 44 t (PC450) werden bei Prangenberg & Zaum für Abbruch- und Ladearbeiten eingesetzt. Angetrieben werden diese Abbruchspezialisten, die ebenso wie ihre größeren Brüder mit Rops/Fops-Kabinen und Zusatz-Steinschlaggitter bestückt sind, von 173 bzw. 298 kW starken Komatsu-Motoren.



Konzentrierter Einsatz auf der A 3: Vier Komatsu-Bagger und zwei Radlader „räumen“ eine komplette Autobahnbrücke plus Widerlager in weniger als 24 Stunden ab. (Foto: Komatsu Hanomag AG)
Konzentrierter Einsatz auf der A 3: Vier Komatsu-Bagger
und zwei Radlader „räumen“ eine komplette Autobahnbrücke
plus Widerlager in weniger als 24 Stunden ab.
(Foto: Komatsu Hanomag AG)






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