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Lkw zerstört Bürocontainer

In einem Recyclingunternehmen befindet sich zur besseren Ein- und Ausgangskontrolle des Ladegutes der Fahrzeuge vier Meter über der Zu- bzw. Ausfahrt ein Bürocontainer mit zwei Arbeitsplätzen. Die Durchfahrtshöhe ist durch Hinweisschilder beidseitig am Container angezeigt. Die Höchstgeschwindigkeit wurde vom Unternehmen durch entsprechende Beschilderung im gesamten Betriebsgelände auf 5 Kilometer pro Stunde festgelegt.Nachdem ein Spediteur Recyclingmaterial im Werk abgekippt hatte, wendete der Fahrer den Lkw und wollte das Firmengelände leer wieder verlassen. Mit einer Geschwindigkeit von circa 25 km/h und nicht abgesenkter Mulde fuhr er etwa 400 Meter auf der geradlinig verlaufenden Werksstraße, bevor der hochgestellte Fahrzeugaufbau auf den Container aufprallte. Durch die Wucht des Aufpralls wurde die Containerwand massiv eingedrückt, der gesamte Container etwa 0,3 bis 0,4 Meter auf den Stahlträgern verschoben und die Lkw-Mulde aus der Verankerung der Hydraulikzylinder gerissen. Der hinter der Aufprallstelle des Containers befindliche Schreibtisch, an dem noch Sekunden zuvor ein Arbeitnehmer saß, wurde nahezu völlig zerstört. Der eingetretene Sachschaden am Container, der Stützenkonstruktion und der Büroausstattung, beträgt nach Schätzungen eines Gutachters voraussichtlich rund 120.000 DM. Am Lkw entstand ein Schaden von circa 20.000 DM. Nur ein glücklicher Umstand verhinderte Schlimmeres: Einer der beiden im Container Beschäftigten schaute zufällig durch ein Fenster hinaus, bemerkte die sich nähernde Gefahr, und dadurch konnten beide Personen den Container noch rechtzeitig verlassen.Die Untersuchung des Unfallhergangs ergab, dass in der Lkw-Kabine eine funktionstüchtige optische Kontrolllampe zur Anzeige bei nicht vollständig abgesenkter Mulde vorhanden war. Nach den polizeilichen Ermittlungen gab der Fahrer an, er habe trotz vorhandener Anzeige einfach vergessen, die Kippmulde nach der Entleerung wieder abzusenken und dies auch während der über rund 400 Meter langen Fahrt nicht bemerkt.Immer wieder ereignen sich schwere Unfälle, weil mit hochgestellten Mulden oder anderen Fahrzeugaufbauten Durchfahrtshöhen nicht beachtet werden. Auch im vorliegenden Fall bestätigte das Unternehmen, dass bereits im Vorfeld dieses Unfalles mehrere andere Fahrzeuge - ohne größeren Schaden zu verursachen - an den Container gestoßen sind. Dieser Umstand und der geschilderte Unfall bewogen das Unternehmen schließlich auch dazu, den Container zukünftig seitlich neben der Fahrstraße neu zu errichten.
Obwohl in Kippfahrzeugen heute Einrichtungen vorhanden sind, die die Stellung nicht völlig abgesenkter Aufbauten anzeigen, ist es unabhängig davon immer Aufgabe des Fahrers, vor dem Passieren von Unterführungen zu kontrollieren, ob eine sichere Durchfahrt möglich ist. Genau dieser Sorgfaltspflicht kam der Fahrer des Lkw in leichtfertiger Weise nicht nach.


Lkw Innenraum

Bürocontainer

Dipl.-Ing. Jürgen Pester, StBG, Sektion VI Dresden,
Tel. 03 51/2 54 72-0, Fax /2 54 72-92





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