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[Die Industrie der Steine + Erden]






Besserer Versicherungsschutz bei Auslandstätigkeiten

Willi Lange

Die ersten Wochen des neuen Jahrhunderts sind bereits vergangen und auch bei der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft ist - da keine Computer-Crashs oder sonstige millenniumsbedingte Störungen aufgetreten sind - die Normalität des Tagesgeschäfts längst wieder eingekehrt. Die Überschrift dieses Leitartikels dürfte indessen Ihr Interesse geweckt haben, und ich freue mich, Ihnen heute eine außergewöhnliche Mitteilung machen zu können. Pünktlich zum Millennium ist bei der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft eine wichtige Änderung eingetreten: Seit dem 1. Januar 2000 besteht auch bei unserer Berufsgenossenschaft eine Auslandsunfallversicherung. Diese Versicherung ist durch Beschluss der Vertreterversammlung eingerichtet und von der Aufsichtsbehörde genehmigt worden. Sie ermöglicht Versicherungsschutz bei Unfällen, die Arbeitnehmer eines deutschen Unternehmens während einer Tätigkeit im Ausland erleiden. Entsprechender Versicherungsschutz besteht auch bei Berufskrankheiten. Allerdings erfasst diese Auslandsunfallversicherung nur Fälle, in denen nicht bereits ein Versicherungsschutz nach anderen Vorschriften greift."Besteht denn für Auslandstätigkeiten nicht immer Versicherungsschutz?", werden Sie jetzt vielleicht einwenden oder aber fragen, welche Personen eine solche Auslandsunfallversicherung denn überhaupt brauchen und was diese kostet. Die Antworten und viele weitere nützliche Informationen zur Auslandsunfallversicherung finden Sie in unserem Artikel Unfallversichert bei der Arbeit im Ausland in dieser Ausgabe. Für diejenigen Beschäftigten unserer Mitgliedsunternehmen, die im Ausland tätig sind, hat die neue Versicherung in Bezug auf ihre soziale Sicherung große Bedeutung. Durch die zunehmende internationale Verflechtung vieler Unternehmen, insbesondere auch deren Exportabhängigkeit, arbeiten immer mehr Beschäftigte im Ausland, wobei die Dauer des Aufenthalts nicht immer von vornherein absehbar ist; auch die vertraglichen Rahmenbedingungen können in arbeits- und sozialrechtlicher Hinsicht im Einzelfall sehr unterschiedlich sein. Eine derartige Auslandstätigkeit stand - auch wenn dies in den Unternehmen nicht immer richtig erkannt wurde - bisher nicht in allen Fällen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.Warum eine solche Versicherung denn nicht schon längst eingerichtet worden sei, werden Sie mir jetzt vorhalten, vielleicht sogar verbunden mit dem Hinweis, ob es denn dazu erst eines Jahrhundertwechsels bedurfte. Lassen Sie mich an dieser Stelle nur sagen, dass die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft eine bisher bestehende Lücke im Versicherungsschutz nunmehr geschlossen hat und sich - zusammen mit drei anderen Berufsgenossenschaften - in einer tragfähigen Risikogemeinschaft befindet, um eventuelle Versicherungsfälle in diesem speziellen Bereich bearbeiten und entschädigen zu können. Die Einführung der Auslandsunfallversicherung gerade zum 1. Januar 2000 ist zwar eher zufällig, andererseits aber auch perspektivisch für neue Wege in einem neuen Jahrhundert.

Ihr


Willi Lange





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