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[Die Industrie der Steine + Erden]






Bundesverband Steine und Erden e.V. geht neuen Weg

Die Steine und Erden-Branche stellt nach Worten von Dr. Wolfgang Mack, Hauptgeschäftsführer Bundesverband Steine und Erden e.V., Frankfurt, "einen wichtigen Schlüsselfaktor für das Bauen und somit für das gesamtwirtschaftliche Wachstum dar". Dies gelte auch im europäischen Gesamtvergleich: Baustoffindustrie und Baustoff-Sektor zählen zu den bedeutendsten Industriebereichen, wobei Deutschland einen Umsatzanteil an europäischen Baustoffen von über 25 Prozent stellt. Nahezu 90 Prozent des Absatzes wird national im Bausektor verbraucht. Die Bandbreite des Absatzmarktes reicht vom Bau über die Stahlindustrie, die Feuerfest- und keramische Industrie bis zu Arzneimitteln, Farben, Kunststoffen, Glas und Computern.

Nach Fördermengen liegt die Steine und Erden-Industrie mit rund 750 Milliarden Tonnen (1998) an zweiter Stelle hinter dem Wasser - andere Rohstoffe folgen mit erheblichem Abstand. Verstärktes Umweltbewusstsein und die Optimierung von Gewinnungsverfahren der Steine und Erden-Industrie führten dazu, dass diese Jahrestonnenproduktion auf nur circa 0,5 Prozent der Fläche der Bundesrepublik Deutschland gefördert wird. Zum größten Teil werden diese Flächen anschließend wieder rekultiviert der Natur zurückgegeben.

Der Hauptgeschäftsführer bedauerte die trotz dieser Tatsachen enormen Schwierigkeiten, die heimischen Ressourcen als Vorrangflächen verfügbar zu halten. Noch größere Probleme stellten sich den Betrieben, wenn Bodenschätze konkret gewonnen werden sollten. Dies hänge zum einen mit dem sogenannten "nimby-Effekt" not in my back yard zusammen. Entscheidend sei aber die derzeit vielerorts verbreitete Auffassung von Naturschutz und Landschaftspflege. Demnach seien Natur und Landschaft, wann immer möglich, vor Eingriffen zu schützen. Zur Lösung dieser gewissermaßen "traditionellen" Konfliktpotentiale ist die Steine und Erden-Industrie einen neuen Weg gegangen. "Nach unserer Auffassung ist Ressourcen-Management vorrangig vor der Festlegung von Ressourcenschonung zu betreiben. Dazu bieten wir beteiligten Kreisen, Behörden und Politikern einen konstruktiven und offenen Dialog an", betont Dr. Wolfgang Mack. Ziel sei, "die landschaftserhaltenden und gestalterischen Möglichkeiten der Industrie vor, bei und während sowie im Anschluss an Gewinnungsmaßnahmen in Planung und Genehmigung mit einzubeziehen". Als Ansatzpunkt sieht der Verband das europäisch veranlasste und in Deutschland in Umsetzung befindliche "Konzept Natura 2000, Flora, Fauna Habitat (FFH)" sowie das UNESCO-Programm "Biosphären-Reservate".

Die "Arbeitsgruppe der Biosphären-Reservate der Bundesländer" und die Steine und Erden-Industrie haben eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet:

  1. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe der Biosphären-Reservate in Deutschland und die Vertreter der Steine und Erden-Industrie stellen fest, dass sowohl die endliche Ressource Steine und Erden als auch das Schutzgut Arten und Lebensräume einer zunehmenden Verknappung unterliegen. Beide Güter sind standortgebunden. Eine nachhaltige Entwicklung muss von langen Planungszeiträumen ausgehen.
  2. Die Beteiligten sehen gemeinsam den dringenden Handlungsbedarf zur Konkretisierung und Operationalisierung des Begriffs "Nachhaltige Entwicklung" in Bezug auf die Sicherung und Nutzung dieser endlichen Ressourcen.
  3. Eine Lösung dieses Spannungsfeldes kann dauerhaft nur zustande kommen, wenn folgende Grundsätze eines konstruktiven Dialogs gewahrt werden:
    • Vollständige und frühzeitige gegenseitige Information der Betroffenen über Tatsachen und Absichten,
    • Fairness im Umgang untereinander und vor Dritten.
  4. Die Potentiale der Steine und Erden-Industrie zur Mitgestaltung in einer dynamischen Entwicklung der Kulturlandschaft sollen ausgeschöpft werden.
  5. Biosphären-Reservate können auch Modelllandschaften für eine nachhaltige Lösung des Konfliktes Rohstoffsicherung und Naturschutz sein.Ähnlich konsensfähige Resultate werden mit Vertretern der Länder und des Bundes für Raumordnung und Landesplanung sowie der Ministerkonferenz (MKRO) angestrebt. Ziel sei die "Rohstoffgewinnung als Potential zur Sicherung, Förderung und Gestaltung des Naturschutzes und der vielfältigen Belange von Raumordnung und Landesplanung".


Weitere Informationen über:
Bundesverband Steine und Erden e.V., Frankfurt/M.,
Tel. 0 69 /75 60 82-0, Fax / 75 60 82-12





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